„Es gab keinen Ausbruch, der von einem Touristen verursacht wurde.“

27 Sep, 2020
Ein Artikel von: Kenny Deppe

Auf den Balearen beginnt die Analyse, warum es bei der „zweiten Welle“ so viele Ansteckungen gab. Touristen spielen hierbei keine Rolle.

Javier Arranz, der Sprecher des autonomen Komitees für Infektionskrankheiten, blickt im Interview mit Ultima Hora auf die Fehler zurück, die in seinen Augen dazu geführt haben, dass die zweite Welle auf den Balearen so stark ausgefallen ist.

„Eines der wichtigsten Dinge, die wir nicht geschafft haben und wo wir Selbstkritik üben müssen, war die Kontrolle der Einreise von Menschen aus Ländern und Gebieten, in denen das Virus übertragen wurde.“ Damit meint Arranz ausdrücklich keine internationalen Touristen: „Viele Leute denken, dass wir aufgrund des Tourismus dort sind, wo wir sind, aber ich habe keinerlei Daten die das aussagen. Es gab keinen einzigen Ausbruch, der von einem internationalen Touristen verursacht wurde.“

Arranz sieht das Problem bei zwei anderen Gruppen von Reisenden: „Wir sprechen über Studenten, die aus Madrid und Barcelona gekommen sind. Über Menschen die hier leben und aus Bolivien, Ecuador, Kolumbien kommen, was ich großartig finde, aber sie haben aus dieser Gegend das Virus wieder eingeführt. Mir fehlen Kontrollen an Flughäfen.“

Mit Kontrollen meint Arranz zum einen PCR-Tests, aber in erster Linie eine Quarantäne-Pflicht für Reisende aus Risikogebieten – und zwar sowohl aus dem Ausland, wie auch aus dem Inland! Wir erinnern uns an die Bilder der feiernden Studenten an der Playa de Palma. Diese Szenen hätte es mit einer Quarantäne nicht gegeben. Von einer Quarantäne bei Reisen „im eigenen Land“, war die Zentralregierung in Madrid allerdings nicht zu überzeugen.

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