20 Jahre Mallorca – Wir fragten Doris Kirch, was sich verändert hat

5 Jun, 2022
Ein Artikel von: Kenny Deppe

Foto: privat

Vor 20 Jahren ist Doris Kirch nach Mallorca ausgewandert. Wir wollten von der Auswandererberaterin wissen, wie sich die Insel verändert hat.

Wir schreiben das Jahr 2002. Der Euro wird als Währung eingeführt, in Frankreich wird Jacques Chirac erneut zum Präsidenten gewählt und Deutschland unterliegt Brasilien im Finale der Fußball-WM. In diesem Jahr ist Doris Kirch nach Mallorca ausgewandert – ist also schon ein Weilchen her. Heute berät sie Auswanderer, die den Schritt nach Mallorca wagen möchten.
Aber wie war es damals eigentlich auf Mallorca? Dazu haben wir Doris befragt.

„Früher war es alles schwieriger“, erzählt uns Doris. „Vor 20 Jahren hierher auszuwandern… gut, da konnte man vielleicht noch mit der ultimativen Geschäftsidee hier Fuß fassen. Aber auf der anderen Seite musstest du dir alles selber erschließen. Es gab nicht so viele Dienstleister, die dir geholfen haben und natürlich auch kein Facebook, wo man mal eben in einer Gruppe jemanden fragen konnte.“
Welche Hilfe gerade Facebook sein kann, weiß Doris nur zu gut. Sie betreibt eine Auswanderergruppe mit über 20.000 Mitgliedern, die dieses Jahr ihren achten Geburtstag feiern wird.

Dass man noch keine Hilfe in den sozialen Medien suchen konnte, habe es damals schon schwieriger gemacht, meint Doris. „Und auch die Behörden waren nicht so auf Ausländer eingestellt wie heute. Es waren natürlich auch noch nicht so viele Deutsche hier, wie es inzwischen der Fall ist. Da konnte man auch nicht großartig fragen. Und was Jobs angeht, war es auch nicht so einfach.“
Die Zahl der deutschen Arbeitgeber war überschaubar. Callcenter, in denen man einen ganzjährigen Job bekam, gab es auch noch nicht. „Es war überwiegend die Gastronomie, in der man einen Job bekam, oder eben in Hotels. Aber da wurde natürlich auch damals schon vorausgesetzt, dass man mindestens Deutsch, Englisch und rudimentäres Spanisch sprach. Es war vor 20 Jahren nicht so einfach, was Arbeit angeht.“

Und auch im privaten Bereich war Mallorca für Auswanderer nicht immer ganz einfach. Was Freunde finden angeht, ist es heute auch einfacher, durch die sozialen Netzwerke. Man kann sich zum Beispiel über Facebook verbandeln. ‚Hallo! Wer wohnt wo auf Mallorca? Wo kann man sich mal treffen?‘ Das musste man sich früher im richtigen Leben erschließen.“ Und Anschluss bei den Spaniern fand man auch nicht so einfach.
„Das mit dem Spanisch lernen, denke ich mal, war früher nicht so einfach wie heute. Heute gibt es mehr Kanäle, über die man Sprachen lernen kann, wie zum Beispiel Apps. Heute ist es auch einfacher sich zu integrieren, weil sich die Mallorquiner mehr geöffnet haben, uns Ausländern gegenüber.“

Recht hat Doris. Gerade die sozialen Medien machen es heutzutage sehr viel einfacher, sich mit anderen Auswanderern auszutauschen und die Hilfe zu finden, die man gerade benötigt. Aber auch hier ist nicht immer jeder “gut gemeinte Ratschlag” auch ein ehrlicher. Das gehört leider zur Wahrheit in den sozialen Medien dazu.

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