Fet a Sóller – eine Erfolgsgeschichte

31 Mrz, 2021
Ein Artikel von: Dagmar Grabsch

Fet a Sóller ist eine deutsche Erfolgsgeschichte, wie sie vielleicht nur auf Mallorca geschrieben werden kann.

Wir haben Fet a Sóller besucht und schon der erste Satz des Interviews war beeindruckend: „Wir beschäftigen uns sehr gerne mit Lebensmitteln. Das ist uns ein wichtiges Arbeitsgebiet und da hängt auch unsere ganze Leidenschaft drin.“ So eröffnete Hilli Holzberger das Gespräch.

Als Franz Kraus, der Gründer von Fet a Sóller, vor 30 Jahren nach Mallorca kam, hat er seine Liebe für die Orangen entdeckt. „Daraus sind wir gewachsen.“ Ein Onlineshop, der es in sich hat: übersichtlich und spannend aufbereitet, kann man hier alles aus Mallorcas Speisekammer bestellen und sich ein Stück Mallorca nach Hause holen. Heute liefert Fet a Sóller nicht mehr nur Orangen, sondern auch andere mallorquinische Produkte nach ganz Europa. Olivenöl, Wein, Mandeln. Was auf Mallorca wächst, wird zu Marmeladen, Dips, Snacks und Brotaufstrichen verarbeitet. Dabei entwickeln sich fast von allein auch immer neue Produkte. Sogar Eis stellt man inzwischen her – und auch das wird nach Deutschland geliefert. Gut verpackt und von Trockeneis umhüllt.

Bei all dem Wachstum und neuen Produkten wird allerdings auch das Thema Bio-Anbau für Fet a Sóller immer wichtiger. „Wir achten darauf, wie der Bauer anbaut. Wir gehen immer mehr in Richtung Bio und das Thema wächst auf Mallorca. Die Bauern die auf Bio umstellen, werden immer mehr.“
Eine eigene Plantage betreibt Fet a Sóller übrigens auch, natürlich mit Bio-Standard. Aber auch die Orangen, die noch nicht von reinen Bio-Feldern kommen, werden so natürlich wie möglich belassen. „Alle Früchte, die wir verkaufen, sind unbehandelt“, erzählt uns Hilli Holzberger.

Teresa Oliver und Hilli Holzberger von Fet a Sóller

Was uns als Verbraucher natürlich freut, bringt allerdings auch die ein oder andere Schwierigkeit mit sich. „Die Früchte sind sehr empfindlich im Versand! Im Supermarkt nimmt man sein Netz Orangen und die ’strahlen‘. Die sind orange, ohne auch nur einen Makel, weil die Schale gewachst ist. Sie ist wie plastifiziert, da kann keine Fruchtfliege ihr Ei reinlegen. Bei unseren Früchten schon. Und das kommt auch vor.“

Die Früchte werden in Deutschland noch einmal geprüft, bevor sie vom Versand-Team zum Kunden weiterverschickt werden. Trotzdem kann es passieren, dass eine befallene Orange beim Kunden ankommt.
„Wir packen gute Orangen ein, der Kunde packt sie aus und sagt dann ‚Igitt!‘. Wir wissen, dass das passieren kann, aber manche  Kunden wissen es nicht. Unsere Kunden lernen in dem Moment, was ’naturbelassen‘ eigentlich ist.“
Für diejenigen, die unbehandelte Früchte mögen, ist dies gleichzeitig der Beweis dafür, dass tatsächlich alles unbehandelt ist. „Auch manch anderes Produkt braucht Erklärung: wenn beispielsweise ein gutes Olivenöl kalt wird, dann ist es flockig und grau. Es braucht dann ein bisschen Wärme, um  wieder goldgelb und flüssig“, sagt Hilli Holzberger. „Wir haben eine Hotline und sind für unsere Kunden da.“

Interessante Randnotiz hierbei: Der Kundenservice ist international besetzt. „Die Mischung aus vielen Nationalitäten auch innerhalb der Firma ist uns sehr wichtig.“
Also, wenn ihr mal bei Fet a Sóller anrufen solltet, nicht gleich in feinstem Platt losschnacken  😉

Wenn man das alles hört, fragt man sich irgendwann mal, wie viele Leute eigentlich bei Fet a Sóller arbeiten. Kundenhotline, Lager, Eisproduktion und und und… Wir reden hier von einem mittelständischen Unternehmen, mit etwa 50 Mitarbeitern. Das hätten wir so nicht gedacht!

Orangen werden für die Lieferung an Fet a Sóller geerntet

Besonders stolz ist man bei Fet a Sóller auf die eigene Plantage, die seit vier Jahren bepflanzt wird. „Wir haben mit dieser Plantage angefangen, um ein bisschen für die Neubepflanzung hier im Tal zu werben. Wir möchten ein Gegengewicht setzen und auch etwas Landwirtschaft betreiben. Außerdem gibt es Orangensorten, die stammen aus Mallorca, haben hier ihre Wurzeln. Dass diese aussterben, wäre jetzt übertrieben, aber der Anbau wurde nicht gepflegt. Wir haben jetzt auf unserer Plantage zwei dieser Sorten angepflanzt. Und es gibt auch schon kleine Früchte an den Bäumen.“

Die Orange ist ein Symbol der Stadt. Die Gegend um Sóller nennt man nicht umsonst das ‚Tal der Orangen‘. „Als wir angefangen haben war die Orange zwar hier, aber sie fiel einfach vom Baum, denn der Orangensaft in den Bars kam vor 20 oder 30 Jahren aus dem Tetra Pak. Wir haben einen Teil dazu beigetragen, dass die Frucht wieder wertgeschätzt wird.“

Als ‚Wohltätigkeitsverein‘ sieht man sich trotz der Werte allerdings nicht. „Wir sind ein Unternehmen.“ Das Eine schließt das Andere ja nicht aus.

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