Planespotter – ein Tag mit einem ganz eigenen Völkchen

3 Aug, 2021
Ein Artikel von: Kenny Deppe

Manches sollte man echt mal probieren. So jedenfalls unser Fazit, nach einem Planespotter-Treffen am Flughafenzaun.

Es war schon interessant, was wir am Samstag erleben durften. Die Lufthansa landete innerhalb von 50 Minuten mit zwei Jumbo-Jets auf Mallorca. Uns von der Mallorca Revue war das definitiv einen kleinen Ausflug an einen unscheinbaren Kreisverkehr, direkt am Anfang der Landebahn des Flughafens Palma, wert. Passiert ja nicht alle Tage, dass einem so ein großer Flieger “den Kopf verdreht”.
Also Kamera einpacken, ab ins Auto und auf ins “Irgendwo im Nirgendwo”. Das dort auch der ein oder andere Planespotter sein wird, dachten wir uns schon. Was dann tatsächlich vor Ort los sein würde, hat uns dann aber doch überrascht.

Wir waren etwas spät dran. Schon auf der Landstraße konnte man etliche Autos sehen, die mitten im Gebüsch geparkt waren. Überall Menschen mit Kameras. Am Ziel angekommen, mussten wir tatsächlich einen “Parkplatz” suchen. Unebene Flächen neben einer Landstraße sind nichts für Stadtautos. Aber 15 Minuten vor der Landung des ersten Jumbos, fanden wir dann irgendwie doch noch ein Plätzchen. Also Kamera raus, Handy für ein Video aufs Stativ in Richtung Landebahn und ein, zwei Testbilder machen.

Neuland für die Mallorca Revue – Wie fotografiert man eigentlich landende Flieger?

Lustig: Wir waren die Einzigen die offenbar nicht wussten, welcher Flieger jeweils gerade zum Landeanflug ansetzte. Nein, das stimmt nicht… Es waren tatsächlich auch ein paar Urlauber da, die die riesigen Jumbos sehen wollten. Ein junges Pärchen kam sogar extra mit dem Taxi angefahren.
Wir hatten jedenfalls gerade die Kameraeinstellungen an einem ankommenden Flieger getestet und wollten nun einen Video-Testlauf machen. Der stellte sich im Nachhinein allerdings als “Ernstfall” heraus. Es war der Airbus A350, der um 12 Uhr auf der Landebahn aufsetzte. Die Flughafen-App gab als Landezeit 12:04 Uhr an. Glück gehabt! Flieger zumindest so semi-erwischt.

Der Airbus A350 bei der Landung

Die Planespotter wussten natürlich genau, wer da wann landete. Jeder trug ein Funkgerät und hörte fleißig mit. Einige kommunizierten sogar mit dem “wem auch immer” am anderen Ende des Funks.
Was die Spotter allerdings nicht wussten: Kurz nach dem ersten Lufthansa-Jumbo, landete auf der zweiten Bahn des Flughafens der spanische König. Wir wussten das auch nicht. “Erwischt” haben nur wir ihn – und das auch nur, weil wir uns fragten, warum dieses Flugzeug da hinten landet und nicht bei uns. Rangezoomt, abgedrückt, Foto angeschaut… Statt Lufthansa oder Ryanair, stand dort “Reino de España” auf dem Flieger. Also “Spanisches Königreich”. Toll! Versteckt zwischen zwei Jumbos, schleicht sich der König auf die Insel. Und wir haben ihn erwischt! Der Tag hat sich also gelohnt.

Der König im Landeanflug auf Mallorca

Nun gab es 40 Minuten Pause, bis der nächste spannende Flieger kommen sollte. Zeit für ein paar Gespräche im Kreisverkehr. Bis sich Aufregung breit machte unter den Planespottern. Es kam die Vermutung, dass die 747-8 auf der anderen, also der “königlichen” Landebahn landen könnte. Losfahren? Nicht losfahren? Sie waren nervös, die Jungs und Mädels. Das wäre natürlich nicht so schön fürs Foto. „Wann erfährt man das denn?“, so unsere Frage. „Fünf Minuten vorher… vielleicht…“ – naja, keine so schöne Antwort, oder?

Fünf Minuten waren am Ende dann doch etwas optimistisch. Einer zeigte plötzlich auf einen Punkt in der Ferne. Dann sprangen alle in ihre Autos und versuchten im selbst geschaffenen Verkehrschaos den Sprint um den Flughafen herum. Nein, das schaffen die nie! Die ganze Landebahn entlang, dann rechts ab, die kurze Seite des Flughafens entlang und dann auf der anderen Seite wieder die ganze Landebahn hoch. Never!

Was nun? Ins Auto springen und es auch nicht schaffen? Ganz im Geiste der olympischen Spiele, entschied sich Kenny für eine kleine Sprinteinlage die Landstraße entlang. Quasi am Kopfende des Flughafens. Jeder Meter den man in dieser Minute schafft, bis der Flieger nah ist, ist ein gewonnener Meter! Und was sollen wir sagen? Es hat sich gelohnt! Unser Bild des Tages, die Boeing 747-8, wie sie über einer der typisch mallorquinischen Windmühlen runtergeht. Für eine nähere Aufnahme hat der Sprint nicht gereicht. Aber wer hätte die schon gewollt?

Und so sieht die 747 in Bewegung aus:

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