Vorsorgeuntersuchungen sind auch in Corona-Zeiten wichtig

1 Mai, 2021
Ein Artikel von: Gast

Foto: Michael Wrobel

Während der Pandemie legen andere Krankheiten keine Pause ein. Wie wichtig Vorsorgeuntersuchungen auch derzeit sind, erzählt uns Doris Kirch.

Es war Freitag, der 18. Dezember 2020. Ich hatte einen Termin zur Mammographie für Montag, dem 21. Dezember 2020 und dachte nur: „Mist, jetzt ins Krankenhaus… unter COVID19.“ Ich dachte schon daran, den Termin auf irgendwann zu verschieben. Auf jeden Fall wollte ich warten, bis ich vollständig geimpft bin.
Einer guten Freundin erzählte ich von meinem Vorhaben, den Termin zu annullieren.
Meine letzte Mammographie war in 2018. Aber meine Freundin verpasste mir einen verbalen Tritt in den Hintern. Sie sagte mir, dass ich den Termin auf jeden Fall wahrnehmen soll.

Das Ergebnis der Mammographie war zunächst unklar. Zwei Knoten in der Brust. Nach weiterführenden Untersuchungen bekam ich im Januar dann die Diagnose: Brustkrebs. Das Ergebnis der Biopsie: Der kleinere der Knoten war bösartig.
Die OP war am 09. Februar. Und dann die Erleichterung, die Lymphknoten waren nicht befallen und es gab auch keine Metastasen in anderen Organen.

Inzwischen habe ich fünf Sitzungen Bestrahlung gehabt und bekomme eine Antihormontherapie mit Tamoxifen – das mir übrigens sehr gut bekommt – für die nächsten fünf Jahre.
Glück gehabt? Jein. Die Entscheidung, zur Mammographie zu gehen, die meine Freundin Eva für mich getroffen hat (Danke!), hat mir wohl mein Leben gerettet. Denn meine Onkologin sagte mir, ich sei geheilt. Ich habe mich übrigens bereits einen Tag nach der OP wieder in die Arbeit gestürzt und fühle mich topfit.

Aber auch ein weiterer Umstand war günstig. Ich habe seit 2003 eine private spanische Krankenversicherung. Deshalb ging Alles derart schnell, TROTZ der Pandemie. Eine Bekannte bekam die Diagnose Brustkrebs einige Wochen vor mir, doch sie war leider nur gesetzlich versichert. Ihr wurde nach mehreren Wochen Wartezeit noch immer kein OP Termin gegeben und schließlich sollte die OP dann ambulant gemacht werden.

Meine Krebsdiagnose habe ich von Anfang an öffentlich gemacht. Warum? Weil ich damit auf die Wichtigkeit hinweisen möchte, auch in Zeiten der Pandemie zur Vorsorgeuntersuchung zu gehen – das gilt natürlich auch für Männer!

Geht zur Vorsorge.
Macht einen Termin.
Auch wenn dieser in ein paar Monaten ist.

Ich bin demütig und dankbar, dass es bei mir gut ausgegangen ist und wünsche Jedem, der an Krebs erkrankt ist oder war Alles erdenklich Gute.

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