Wechseljahre bedrohen Sexleben: so bringen Paare Leidenschaft zurück

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Von : Johanna Feldner

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Mit 42 Jahren veränderte sich das Leben von Catherine Scholz plötzlich: Stimmungsschwankungen, starke Hitzewallungen und andauernde Erschöpfung machten ihren Alltag schwer und setzten auch die Partnerschaft unter Druck. Ihre Erfahrung zeigt, wie wenig klarheitreich das Thema Wechseljahre noch immer behandelt wird – und warum frühzeitige Aufklärung jetzt wichtig ist.

Scholz schildert einen langen Weg bis zur Einordnung der Beschwerden: Ärztliche Anlaufstellen halfen ihr zunächst nicht weiter, die Symptome wurden nicht ernst genug genommen oder fehlinterpretiert. Für sie waren die Wechseljahre nicht nur eine medizinische Herausforderung, sondern auch ein Einschnitt für Psyche und Beziehung.

Expertinnen sehen das Problem breit: Die Medizin-Psychologin und Wechseljahre-Forscherin Prof. Dr. Beate Schultz‑Zehden betont, dass Informationslücken und Scham viele Betroffene isolieren. In der Praxis führten Missverständnisse häufig zu verpassten Behandlungsoptionen – mit spürbaren Folgen für Lebensqualität und Partnerschaften.

Wie sich die Symptome äußern — und warum das zählt

Die Beschwerden beginnen nicht immer gleich und sind individuell sehr unterschiedlich. Neben typischen Hitzewallungen berichten viele Frauen über Schlafstörungen, Stimmungstiefs, Konzentrationsprobleme und körperliche Beschwerden wie Kopfschmerzen.

Weil die Anzeichen unspezifisch sind, werden sie oft anderen Ursachen zugeschrieben – Stress, Erschöpfung oder psychische Belastungen. Das verzögert Diagnosen und passende Hilfsangebote.

Konkrete Schritte für Betroffene

  • Dokumentieren: Notieren Sie zeitlich, wie häufig und in welchen Situationen Symptome auftreten. Das erleichtert Gespräche mit Ärztinnen und Ärzten.
  • Fachliche Beratung suchen: Konsultieren Sie Gynäkologinnen/Gynäkologen oder eine spezialisierte Klinik, wenn Hausärzte nicht weiterhelfen.
  • Behandlungsoptionen prüfen: Besprechen Sie mögliche Therapien wie die Hormonersatztherapie offen — Nutzen und Risiken sollten individuell abgewogen werden.
  • Lebensstil anpassen: Schlafhygiene, moderate Bewegung und Stressmanagement können Beschwerden lindern.
  • Partnerschaft stärken: Offene Kommunikation und gegebenenfalls Paarberatung helfen, Missverständnisse zu vermeiden.
  • Unterstützung suchen: Austausch in Selbsthilfegruppen oder mit Fachleuten reduziert Scham und vermittelt praktische Strategien.

Viele Ärztinnen und Ärzte verlassen sich noch zu sehr auf einzelne Hormonwerte. Experten weisen darauf hin, dass die klinische Beurteilung der Gesamtsymptomatik genauso wichtig ist. Wer sich nicht ernstgenommen fühlt, sollte eine zweite Meinung einholen.

Was Partner wissen sollten

Für Beziehungen kann die Zeit um die Menopause belastend werden: Veränderungen in Stimmung, Libido oder Energie lassen bei beiden Seiten Verletzungen entstehen. Wichtig ist, die Beschwerden als medizinisch begründete Reaktion zu verstehen und nicht persönlich zu werten.

Kleine Alltagsschritte können helfen: gemeinsame Arzttermine, transparente Gespräche über Bedürfnisse und beim Bedarf professionelle Begleitung durch Paar- oder Sexualtherapie.

Die Geschichte von Catherine Scholz macht deutlich: Mehr Offenheit und bessere Information könnten vielen Betroffenen und ihren Partnern unnötige Krisen ersparen. Wer Symptome früh anspricht, erhöht die Chance auf passende Unterstützung — und auf eine bessere Lebensqualität.

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