„Das verstörendste Wesen im Boudoir“
Prinz Andrew steht schon seit geraumer Zeit als das Sorgenkind der Windsor-Familie im Rampenlicht – und das nicht nur wegen seiner Verstrickungen mit Jeffrey Epstein. Ein neues Enthüllungsbuch beleuchtet brisante Details, die das Bild von dem sexuell besessenen „Randy Andy“ untermauern und ihn regelrecht als Ungeheuer darstellen. Doch ist diese Darstellung gerechtfertigt?
Es ist immer etwas Rätselhaftes dabei, sich vorzustellen, dass auch die größten Schurken einmal unschuldige Kinder waren. Entzückende kleine Mädchen oder pausbäckige Jungen, die mit naiver Freude die Welt betrachteten. Die Frage, wie sie auf den falschen Weg geraten konnten, bleibt oft unbeantwortet.
So ergeht es Prinz Andrew, geboren 1960 als drittes Kind und zweiter Sohn von Königin Elizabeth II. und Prinz Philip. Er wuchs unter besten materiellen Bedingungen auf und war der Liebling seiner Mutter, die ihn verhätschelte. Doch sein Weg war nicht immer einfach.
Im Alter von sieben Jahren titelten Boulevardblätter, er könne noch nicht lesen. Als Austauschschüler in Kanada stellten die Medien mit Schadenfreude fest, dass seine Gesangsleistungen nur für eine Nebenrolle ausreichten. Kurz nachdem er zum ersten Mal nachts im Mädchenzimmer seines Internats erwischt wurde, erhielt er den Spitznamen „Randy Andy“.
Andrew, Herzog von York und Bruder von König Charles III., hat den Ruf, eine Mischung aus einfältigem Trottel und sexsüchtigem Nichtsnutz zu sein. Dies machte ihn schon früh zum idealen Anti-Helden in den Skandalgeschichten, die in den Klatschspalten über das Geschehen hinter den Palastmauern berichtet werden.
Obwohl jeder Fehler und jede Verfehlung eines königlichen Sprösslings genüsslich dargestellt wird, ist Andrew kein Unschuldiger. Er ist das schwarze Schaf der Windsors, das mit seinem ausschweifenden Lebenswandel das Familienimage beschädigte. Seine Affäre im Jahr 1982 mit der Softporno-Darstellerin Kathleen „Koo“ Stark war dabei nur eine Kleinigkeit.
Seine verhängnisvollen Verbindungen zu dem verurteilten Sexualstraftäter Jeffrey Epstein, der sich 2019 das Leben nahm, führten zu einem so großen Schaden, dass er nicht mehr das Königshaus vertreten darf und alle militärischen Ehrentitel ablegen musste.
Am 14. August wird in Großbritannien ein neues Enthüllungsbuch über den problematischen Prinzen veröffentlicht, das bereits für Aufsehen sorgt. Die „Daily Mail“ veröffentlicht seit einigen Tagen erste sehr pikante Auszüge aus „Entitled – The Rise and Fall of the House of York“. Diese bestätigen Andrews schlechtes Image und legen noch eins drauf.
Der Autor Andrew Lownie, promovierter Historiker und Mitglied der Royal Historical Society, hat schockierende Details zusammengetragen. Es geht um Drogenmissbrauch, Sexorgien mit Minderjährigen. Ehemalige Angestellte berichten von Dessous in Andrews Zimmer und von prall gefüllten Umschlägen, die Prostituierten für erbrachte Dienste übergeben werden mussten.
Lownie porträtiert ihn als Sexmonster, das angeblich mit über 1000 Frauen geschlafen hat. Auch Epstein wird zitiert: Andrew sei „das perverseste Tier im Schlafzimmer. Er tut Dinge, die selbst mir zu grotesk sind – und ich bin der König des Perversen!“
Michael Begasse, RTL-Adelsexperte, beobachtet Andrew seit über zwei Jahrzehnten. „Prinz Andrew war schon immer arrogant: ,Ich bin der Lieblingssohn der Queen! Ich bin der Lieblingssohn meiner Mama! Als solcher kann ich mir alles erlauben.‘“ Begasse meint, das treibe ihn bis heute an. Er hätte viel tun können, um sein Image zu verbessern, indem er sich der Wohltätigkeitsarbeit widmet oder Fehler eingesteht und bereut. Doch stattdessen kamen nur unglaubwürdige Dementis.
Das BBC-Interview 2019, in dem er die Vorwürfe von Virginia Giuffre, sie sei von Epstein zur Prostitution gezwungen und von Andrew missbraucht worden, leugnete, war der Tiefpunkt. Er konnte sich nicht erinnern, sie je getroffen zu haben, und auch das Entstehen eines Fotos, das ihn mit ihr zeigt, während Epsteins Komplizin Ghislaine Maxwell im Hintergrund grinst, entzog sich seiner Erinnerung.
Virginia Giuffre verklagte Andrew 2021 und er beendete den Prozess durch einen Vergleich, indem er eine „bedeutende Summe“ an ihre Wohltätigkeitsorganisation zahlte. „Hätte er nichts zu verbergen gehabt“, so Begasse, „hätte er nicht für ihr Schweigen zahlen müssen. Da bleibt ein bitterer Nachgeschmack.“
Trotz der schwerwiegenden Vorwürfe gegen Andrew und sein angeblich ausschweifendes Sexleben wundert es Begasse, dass nicht mehr Frauen mit Missbrauchsvorwürfen an die Öffentlichkeit getreten sind. Die Vorwürfe gegen Andrew sind ernst zu nehmen, aber auch für einen Prinzen gilt die Unschuldsvermutung. Virginia Giuffre, die sich in diesem Frühjahr das Leben nahm, konnte ihre Anschuldigungen nicht beweisen.
Andrew bleibt eine toxische Figur, bekannt für sein rüpelhaftes und übergriffiges Verhalten. Offenbar hat er es nie gelernt, seine privilegierte Nebenrolle am Hof sinnvoll zu füllen. Während des Falkland-Kriegs 1982 als tapferer Hubschrauberpilot gefeiert, wirkte er sympathisch, als er einen Platz im Leben zu haben schien. So wie während seiner Ehe mit Sarah Ferguson, als junger Vater seiner beiden Töchter, erschien er cool und liebenswert.
Ein Paar, das trotz allem eng verbunden bleibt – und ebenfalls im Fokus des neuen Enthüllungsbuches steht. Der Autor wirft „Fergie“ Verschwendung und Verwicklung in dubiose Geschäfte vor. Inwieweit diese Vorwürfe zutreffen, bleibt abzuwarten. Was bleibt, ist die Frage, ob das Buch der Monarchie schadet. Begasse beruhigt: „Es wird ein kurzes Aufwallen bleiben, bei dem natürlich auch die Royal Family in den Fokus rückt“, sagt er. „Das wird aber nicht von Dauer sein.“ Andrew hat in der Familie keine offizielle Funktion mehr. In einer Familie, in der sich der Rest anständig benimmt, sei er eine Art „verrückter Onkel“, den man hinnehmen müsse.
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Larissa Vogler ist Kulturjournalistin mit einer Leidenschaft für Filme, Serien und Shows. Sie liebt es, unentdeckte Perlen aufzuspüren und ihre Leser mit neuen Ideen zu begeistern.