Kreuzfahrtbranche macht 18,3% mehr Umsatz als vor Corona

14 Okt, 2022
Ein Artikel von: Kenny Deppe

Schwimmender Plattenbau, Dreckschleuder, betreuter Urlaub – auch wenn Kreuzfahrtschiffe heftig in der Kritik stehen, brummt das Geschäft.

Auf die einen üben sie eine Faszination aus, für die anderen gehören sie verboten: Kreuzfahrtschiffe. Trotz der teils hitzigen Debatten über die „schwimmenden Hotels“, hat die Kreuzfahrtbranche 2022, nach dem Ende der meisten Corona-Restriktionen, ein sattes Plus beim Umsatz gemacht.
Wie das statistische Bundesamt nun mitgeteilt hat, lagen die Umsätze im Juli 2022 um „18,3 Prozent höher als im Juli 2019“. Auch inflationsbereinigt befindet sich die Branche auf Erholungskurs.

Gleichzeitig wird aber auch die Kritik an den riesigen Pötten immer lauter. Insbesondere auf Mallorca wird zu diesem Thema häufig gestritten. Dass einige sie als „schwimmenden Plattenbau“ bezeichnen und keine Lust auf „betreuten Urlaub“ haben, hat dabei zumindest noch einen gewissen Unterhaltungswert. Auf Mallorca gehört es schließlich irgendwie dazu, dass beinahe jeder eine Meinung zu „den anderen“ Urlaubern hat. Golfplätze verschwenden kostbares Wasser, All-inclusive-Urlauber bringen niemandem was, Ballermann-Urlauber braucht eh niemand und Radfahrer sind eine Plage für diejenigen, die mit dem Auto die tolle Insel erkunden möchten. Da sind die Kreuzfahrer also in bester Gesellschaft.

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Etwas ernster wird es schon, wenn Anwohner auf die Straße gehen, weil Palma kollabiert, wenn zehn- oder fünfzehntausend Kreuzfahrer gleichzeitig die Stadt erkunden. Oder wenn in der Regierung jemand sitzt, dem die Schadstoffbelastung zu hoch ist, wenn fünf Schiffe im Hafen über Dieselaggregate den Strom für eine „Kleinstadt“ produzieren. So wurde auf Mallorca jüngst ein Gesetz erlassen, dass die Zahl der gleichzeitig anliegenden Schiffe auf drei begrenzt. Für eine Übergangsphase wurde eine gewisse Zahl an Tagen festgelegt, an denen mehr Schiffe anlegen dürfen.

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