Exklusiv – Horst Blum über das Faneteria-Versprechen

29 Apr, 2021
Ein Artikel von: Dagmar Grabsch

Für ganz schön viel Wirbel sorgte ein emotionaler Facebook-Post, den Horst Blum, ein langjähriger Freund von Jens Büchner, kürzlich abgesetzt hat.

Wir trauten unseren Augen kaum, als wir ein ziemlich emotionsgeladenes Posting des sonst eher ruhigen Horst Blum auf Facebook fanden. Unter anderen schrieb Horst:
„Eine Faneteria-Saison 2021 sollte es leider nicht mehr geben. Auch ich muss nun, von Danni und Familie Gülpen menschlich schwer enttäuscht, mit diesem Thema abschließen…“
Da haben wir doch einmal nachgefragt, was hinter diesen Zeilen der Enttäuschung steckt – und haben ein langes, sehr emotionales Telefonat mit Horst Blum geführt.

Horst erzählt uns, dass er langjähriger Freund von Jens Büchner war. Er hatte Jens auch auf Mallorca auftreten lassen, als niemand so recht an ihn glaubte. In seinem “Hofbräuhaus Traunstein – Malle olé” an der Playa de Palma, war Jens immer Willkommen. Auch als es für Jens bergauf ging und das Hofbräuhaus längst geschlossen war, verloren sich die beiden Freunde nicht aus den Augen. So war Horst unter anderem bei Jens und Dannis Hochzeit dabei.

Nach dem tragischen Tod von Jens Büchner, hatte sich Horst Blum im Jahr 2019 angeboten, in der Faneteria zu helfen, wenn Not am Mann ist. „Einen Tag habe ich telefoniert und war zwei Tage später dort. Ich hatte nicht mal ein Zimmer und musste mich um alles selber kümmern“, erzählt er uns. Angekommen war er zum Megapark-Opening 2019 und wir konnten einen Schnappschuss ergattern, der erste “Tuscheleien” zwischen ihm und Marco Gülpen zeigt.

Horst und die Faneteria, das schien zu passen. Er fühlte sich wohl und war beliebt bei den Gästen. So entstand bereits 2019 die Idee, die Faneteria einmal zu übernehmen, falls Familie Gülpen und Danni Büchner „den Laden eines Tages nicht mehr führen möchten“, erzählt uns Horst weiter. In seinem Kopf entstand bereits 2019 ein Konzept, denn: „Da hab ich schon gemerkt, dass Danni immer sehr schlecht gelaunt und gestresst war. Ich hab gemerkt, dass Gastronomie nicht ihr Ding ist. Und Marco hatte ja auch schon genug mit dem Hotel an der Playa de Palma zu tun. Immer rauf und runter und dann noch die Schwangerschaft von Tamara.“
Auch sonst hatte er klare Vorstellungen und Ideen. „Ich habe auch mit VOX gesprochen und denen gesagt, dass ich es auch als Goodbye Deutschland Cafe weiterführen würde, wenn Danni nicht will, dass es die Faneteria bleibt.“ Und auch Jens hätte im Lokal einen “Ehrenplatz” gefunden, es wäre aber nicht mehr ein reines Büchner-Cafe gewesen.

So hatte sich Horst Blum im Jahr 2019 die Zustimmung geholt, dass er als erstes erfahren würde, wenn der Laden so nicht mehr weitergeführt werden soll: „Leute, ich merke hier gibt es Probleme. Wenn ihr das nicht weiterführen wollt, oder wenn ihr euch Gedanken darüber machen solltet, ich würde gerne das Objekt übernehmen. Ihr wisst, ich suche was eigenes. Ich würde das gerne weiterführen, wenn ihr nicht mehr wollt.“ Von Marco erhielt er Zustimmung und eine positive Antwort, sagt Horst: „Gar kein Problem, können wir gerne machen.“

Die Saison 2019 ging zu ende und für 2020 war Horst nicht eingeplant. „Da wurde ich nicht eingeplant. Das war auch von vornherein so besprochen. Mit Danni Büchner hinter der Theke ist es schwierig. Als Geschäftsführer, ja. Aber wenn sie dort das federführende Wort hat, hat das keinen Sinn. Sie kann gerne Fotos machen und ich bin für die Gastronomie zuständig. Das kann ich gerne machen, jederzeit! Aber anders hat es keinen Sinn.“

Das Jahr 2020 lief also ohne Horst, aber dafür mit Corona und einer frühen Schließung der Faneteria. Die Entscheidung, die Faneteria für immer zu schließen, habe man ihm allerdings – entgegen der Absprache – nie mitgeteilt. „Ich war wie vor den Kopf geschlagen, als ich dann die Bilder sah, wie Danni den Laden ausräumt. Wir hatten eine ganz klare Verabredung und ich sollte der erste sein, der angerufen wird, falls sie es nicht mehr machen wollen. Dann habe ich versucht Marco zu erreichen, aber da ist keiner rangegangen.“
Aber so schnell wollte Horst nicht aufgeben. Er suchte den Kontakt zum Vermieter, bekam aber die Nachricht, dass am Abend schon ein Nachmieter den Vertrag unterschreiben sollte.

Persönlich ist Horst sehr enttäuscht, weil er sich nicht nur als Wegbegleiter von Jens sieht, sondern als Freund. „Wir reden hier von Jens Vermächtnis. Ich betrachte dieses Lokal als eine Art Zufluchtsort für Menschen, die Jens nahe sein wollen, weil es ja kein Grab gibt.“
Nun ist es wie es ist und auch Horst wird von dem Thema jetzt Abschied nehmen.

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