Euer Ernst? Am WM-Aus sind die Anderen schuld?

2 Dez, 2022
Ein Artikel von: Dagmar Grabsch

Foto: stock.adobe.com / olegkruglyak3

Der deutsche Fußball-Fan – nicht einmal zum Müll schaffen ohne zu schnaufen, aber wissen, wie man Weltmeister wird.​.

Fußball ist für mich wie Sushi. Zu beidem hab ich keine Meinung und werde mich auch nie dafür begeistern können. Dies ist übrigens seit Jahren mein Spruch, auch wenn er seit gestern Abend irgendwie eine neue Bedeutung hat.
Ach ja, ihr Bier-Nationalmannschafts-Kapitäne auf euren Sofas, bevor es jetzt heißt: „Was will die denn, kennt ja nicht einmal die Regeln“: ich kenne die Regeln des Spiels und weiß sogar, was ein Abseits ist. Allerdings fehlt mir das Verständnis dafür, dass Millionen Menschen, die teilweise schon keuchen, wenn sie den Müll aus dem dritten Stock zum Mülleimer tragen sollen, bei Bier und Chips auf dem Sofa sitzen und durchtrainierten Jungs sagen wollen, wie es geht.

Dem ganzen Hin und Her vor der WM konnte auch ich mich nicht entziehen. Zum politischen Teil der WM habe ich eine klare Meinung, aber die tut hier nichts zur Sache und ich erwarte auch von hochbezahlten Spielern, dass sie das Thema lange vorher abgebacken haben und den Fokus aufs Spiel legen.
Zum sportlichen allerdings hab ich auch eine – und die geht so:
Laut dem sogenanntem Sporting Intelligence Survey lag das durchschnittliche Jahresgehalt eines Bundesligaspielers in der Saison 2018/2019 bei etwa 1,8 Millionen Euro. Das macht auf den Monat gerechnet mehr, als viele von euch Fußball-Bier-Kapitänen im Jahr oder auch in zwei oder drei Jahren verdienen. Dafür dürft ihr Leistung erwarten, Jungs. Dafür dürfen sich die Fußballspieler ihren Allerwertesten aufreißen. Das und nichts anderes habt ihr verdient, wenn ihr in überteuerten Fan-Trikots und mit Fanschal bekleidet, die Chips aus euren Fanartikeln futtert und das Bier aus dem Plastikbecher des letzten Stadionbesuchs genießt. Nicht zu reden von denen, die sich extra für die WM mal wieder einen noch größeren Fernseher gekauft haben. Weihnachtsgeld futsch, aber wofür…

Statt sich über das Unvermögen der eigenen Mannschaft in immerhin drei Spielen aufzuregen, ging es nach dem Aus gestern Abend in Deutschland allerdings auf Fehlersuche bei den Spaniern, den anderen also. In den sozialen Netzwerken wurde geschimpft, gedroht und dem Unmut gegen die Spanier freien Lauf gelassen. Aber mal ehrlich, selbst wenn die “absichtlich” verloren hätten, um als nächstes den vermeintlich leichteren Gegner vor sich zu haben…
Also selbst wenn, dann wäre das ein kluger Schachzug und das hätte eure Elf auch nicht anders gemacht – mit dem Unterschied, dass ihr sie dann aber für den Schachzug gefeiert hättet.
Und zum Thema “leicht” erinnere ich euch nur mal eben an das verlorene Japan-Spiel. Gegen einen vermeintlich leichten Gegner hat Deutschland die WM verkackt! Und das, liebe Fußball-Bier-Kapitäne, haben die deutschen Jungs ganz alleine geschafft. Also kommt mal klar, macht euch ein Bierchen auf und freut euch auf die WM 2026. Wenn eure Mannschaft so weitermacht, könnt ihr dann auch Rekorde aufstellen. In einer Woche von Kanada durch die USA nach Mexico – aber soll ja eine schöne Strecke sein.

Zum Schluss bitte ich euch noch um einen Gefallen: tönt nicht so groß rum, dass ihr nie wieder nach Spanien in den Urlaub wollt, oder nie wieder Paella essen werdet, weil die Spanier schuld am Ausscheiden von eurer Mannschaft sind.
Das Internet vergisst nicht und ich werde euch sicher drauf ansprechen, wenn ich euch in der nächsten Saison wieder hier auf Mallorca sehe.

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