Rene Zierl – Ich mach mir die Welt, wie sie mir gefällt

13 Nov, 2022
Ein Artikel von: Dagmar Grabsch

Buchtitel: Bettinger Media

I do it my way – Hier kommt die Biografie von Pipi Langstrumpf, äh, ach ne, ist ja von Rene Zierl.​

Vor ein paar Wochen bat uns Rene Zierl, über seine Biografie zu berichten. I do it my way heißt sein Werk und es hat durchaus das Potential, ein Meisterwerk zu werden. Allerdings nicht, weil es ein besonders gutes Buch ist. Aber der Reihe nach.

2014 ist Rene Zierl mit seinem damaligen Mann in die Karibik ausgewandert. Das fand nicht nur er spannend, sondern auch VOX – und so durfte er in einigen Goodbye Deutschland-Folgen durchs Bild laufen und hatte sogar Text. Durch Krankheit war das Abenteuer schneller wieder vorbei, als es begonnen hatte. Aber Rene hatte Blut geleckt, gefallen gefunden am “berühmt sein”.
Bonaire war also Geschichte – und so lernten wir Rene 2016 in Krümels Stadl auf Mallorca kennen. Während sein Mann an der Ostsee die Kohle verdiente, war Rene auf Mallorca wichtig, redete von seiner Auswanderung, Projekten, TV… oh, haben wir damals gedacht, da müssen wir aber schnell viel über die Mallorca Promis lernen, wenn wir so wichtige Leute nicht kennen. Für ein Boulevard-Magazin, welches wir damals ja anstrebten zu werden, ein no go.

Aber zum Buch, welches sich im übrigen auch so liest, als hätte man da tatsächlich einen A-Promi verpennt. Der Anfang allerdings las sich – besonders für mich als Zonen-Rand-gerade-noch-Wessi – gar nicht schlecht. Ich fand es sogar recht spannend, einmal die andere Zaunseite von jemandem zu lesen, den ich persönlich kannte.
An ebendiesem Anfang hatte das Buch noch einen ordentlichen Ghostwriter, wie uns Rene auf Nachfrage mitteilte. Warum wir das fragten? Ganz einfach, irgendwann “kippt” das Buch und liest sich, als hätte da jemand mit “2 Atü auf dem Kessel” versucht, einen geraden Satz zu schreiben.

Mit jeder Seite wurde allerdings klarer, was auch für uns vor Jahren schnell klar geworden war, als wir Rene näher kennenlernten. Rene Zierl wollte berühmt sein, eingeladen werden auf Teppiche, posieren mit den Stars und Sternchen der Insel. Dafür war er auch bereit über die ein oder andere “Leiche” zu gehen, bzw. zu stolpern.

So war auch das Buch alsbald an dem Punkt, an dem es sich Biografie nennen darf, denn es ist 100% Rene Zierl, was der geneigte Leser dort zu lesen bekommt. Gut, mit einer Einschränkung, wenn zwei das gleiche erleben, erzählen sie noch lange nicht dasselbe. So dreht sich Rene auch im Buch gerne mal die Welt, wie sie ihm gefällt. Schnell sind zum Beispiel die “Hater” als die Schuldigen an den negativen Dingen im Leben von Rene Zierl ausgemacht – und das zieht sich bis heute durch sein Leben wie ein roter Faden.

Als das Buch zur sogenannten Inselprominenz übergeht, kommt Rene in einen richtigen “Redeschwall”. Sein Element eben. Arm in Arm mit den Promis. Interessantes Detail, einen Bert Wollersheim beim Namen zu nennen, traut Rene sich in seinem Buch dann allerdings doch nicht. So schreibt er von seiner Zeit mit Bert etwa so:
„Es handelte sich um eine Persönlichkeit, die man aus einer ganz besonderen Szene kannte. Er kam aus Düsseldorf und betrieb eines der renommiertesten und bekanntesten Bordelle, die es jemals gegeben hatte. Schnell wurde klar, wer die prominente Person war.“

Und tatsächlich glaubte Rene mit der Zeit, er sei selbst ein echter Promi – und das obwohl nicht einmal Goodbye Deutschland seine Auswanderung nach Mallorca drehte. Er schreibt zu einer Zeit mit Bert: „Jeder liebte uns und so wuchs unser Bekanntenkreis immer mehr an, so dass sich eine Menschentraube um uns sammelte, wenn wir ein Lokal betraten oder auf einer Party erschienen. Wir zogen alles und jeden in unseren Bann. Das Highlight der Printmedien.“
Das “Highlight der Printmedien“ kommentieren wir jetzt lieber mal nicht. Da könnten selbst wir glatt ein ganzes Buch drüber schreiben, was Rene so alles versuchte, um in die Medien zu kommen.

Unser persönliches Highlight, der Biografie von Rene Zierl, ist das Kapitel “Muttis Casa”, seiner Bar in Paguera. Das Lokal hatte Rene im Frühjahr 2018 eröffnet. Im Buch hat Rene sein Lokal in “Bacera”. In der Realität heißt das beschauliche Örtchen Paguera, welches man auf Mallorquin auch Peguera nennt. Wollte der Ort etwa nicht namentlich genannt werden? Befremdlich auch, dass Rene sein Lokal, zumindest im Buch, im März 2020 eröffnet hat.
Dass er für die Eröffnung auch seine Freunde ausgenutzt hat, findet ebenfalls keine Erwähnung. So ist er zum Beispiel zum Ausstatter der Faneteria von Jens Büchner, die kurz nach Muttis Casa eröffnete, gegangen und hat dort gesagt, er hätte gerne die selbe Ausstattung wie Jens. Er würde auch die Konditionen von Jens haben wollen, die er selbstverständlich kennen würde. Dass Jens daraufhin beim Ausstatter Rede und Antwort stehen musste und alles gerade rücken musste – er hatte nämlich nichts gesagt – lässt Rene aus. Aber ist ja auch seine Biografie… aber uns hat Jens diese Geschichte erzählt – und so kennen wir auch eine andere Seite.

So spazieren die kleinen… nun ja, nennen wir sie mal “Ungenauigkeiten”, gemeinsam mit dem Leser durchs Buch des Lebens einer Person, die gerne ein Promi geworden wäre. Wer Rene kennt und vielleicht auch bei der ein oder anderen Situation aus dem Buch dabei war, für denjenigen kann das sogar recht unterhaltsam sein. Wer Rene jedoch nicht kennt, wird durch das Buch auch nicht schlauer.

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