Regionale Schnittblumen: Warum lokale Blumen wichtig sind!

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Von : Larissa Vogler

Warum wir auch bei Schnittblumen auf Regionalität achten sollten

Die Bedeutung von regionalen Schnittblumen

In der Welt der Kulinarik ist der Trend zu regionalen und saisonalen Produkten bereits fest etabliert, doch bei Schnittblumen sieht die Situation oft anders aus. Es gibt jedoch eine wachsende Zahl von Floristen und Gärtnern, die daran arbeiten, dies zu ändern.

Auf einem Feld südlich von Berlin zeigt sich im April zunächst ein Meer aus Grün. Zwischen den Beeten zeugen grüne Grasstreifen und Wiesen von der bevorstehenden Blütezeit, in der hier wöchentlich zwischen 6000 und 8000 Schnittblumen geerntet werden.

Seit 2021 kultiviert der Berliner Boutique-Florist Marsano, gegründet von Katrin Jahn, Annett Kuhlmann und Andreas Namysl, in Märkisch Wilmersdorf eine Vielfalt von Blumenarten wie Tulpen, Dahlien und Cosmeen, ganz ohne den Einsatz von Pestiziden und Kunstdünger. Stattdessen setzt das Team auf natürliche Düngemittel wie Kompost und Pferdemist sowie auf Extrakte aus Knoblauch und Brennnesseln.

Ein Wandel in der Blumenindustrie

Obwohl der Anbau von Obst und Gemüse in regionaler und saisonaler Weise bereits breite Akzeptanz gefunden hat, befindet sich der nachhaltige Anbau von Schnittblumen noch in den Kinderschuhen. In Deutschland, Österreich und der Schweiz versuchen rund 370 Betriebe, durch die Gründung der „Slowflower-Bewegung“ Veränderungen herbeizuführen. Marsano, mittlerweile ein „stilles“ Mitglied der Bewegung aufgrund seiner Größe und dem damit verbundenen Bedarf an konventionellen Blumen, ist ein Beispiel für diese Entwicklung.

Trotz der fehlenden EU-Grenzwerte für Pestizidrückstände auf Schnittblumen zeigt eine Untersuchung der Organisation „Global 2000“, dass viele in Deutschland verkaufte Blumensträuße belastet sind. Ein Großteil der Schnittblumen wird importiert, hauptsächlich aus Ländern wie den Niederlanden, Kenia und Ecuador, wo großflächige Monokulturen vorherrschen.

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Die Suche nach unkonventionellen Blumen

Katrin Jahn von Marsano erzählt von ihrer Motivation, selbst Blumen anzubauen, angetrieben durch die Standardisierung der Großhändler. Der Anstoß zu diesem Projekt kam von Paz Gardiazabal, einer erfahrenen Gärtnerin, die vorschlug, Blumen für Marsano zu kultivieren. Dies führte zur Anlage eines Versuchsgartens und später zu einem größeren Feld in Brandenburg, das direkt an das Gutshaus von Märkisch Wilmersdorf grenzt.

Nicht alles ist immer verfügbar

Obwohl Marsano nur etwa zehn Prozent seiner Blumen selbst anbaut, strebt das Team danach, im Sommer keine Blumen zuzukaufen. Die Nachfrage nach nachhaltig produzierten Schnittblumen ist groß, und viele Kunden sowie Hochzeitspaare wünschen sich diese für ihre Veranstaltungen. Hierbei muss allerdings das Bewusstsein geschärft werden, dass nicht alle Blumenarten zu jeder Zeit verfügbar sind und dass Wettereinflüsse wie Hagel die Ernte beeinträchtigen können.

Vom Beet in die Vase – Tipps für Hobbygärtner:

Katrin Jahn empfiehlt Hobbygärtnern folgende Schnittblumen für das eigene Beet: Dahlien, Cosmeen, Sommerrittersporn, Löwenmäulchen, Koriander, Duftwicken und Strohblumen. Diese Pflanzen bieten nicht nur eine schöne Vielfalt und Farbenpracht, sondern sind auch für ihre Pflegeleichtigkeit und Robustheit bekannt.

Buchtipp: „Nachhaltige Schnittblumen. Slowflowers – vom Anbau bis zum Verkauf“ von Margrit De Colle, erschienen im Haupt Verlag, bietet eine umfassende Anleitung für alle, die sich mit dem Anbau von Bio-Blumen selbstständig machen möchten.

Annemarie Ballschmiter, Stil-Redakteurin in Berlin, berichtet über Design, Möbel und Trends.

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