Natürliche Ozempic-Alternative Berberin erobert TikTok: Alles zum neuen Diät-Trend!

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Von : Elina Kreuzer

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Berberin wird als pflanzliche Alternative zu Ozempic gehandelt und soll die Gewichtsreduktion unterstützen. Fachleute klären auf, was an den Behauptungen dran ist

Berberin als „natürliche Alternative zu Ozempic“ – Ein Blick auf den Diät-Trend von TikTok

Ozempic, ursprünglich ein Medikament für Diabetiker, wird neuerdings off-label zur Gewichtsreduktion eingesetzt, angetrieben durch eine populäre Obsession für Schlankheit. Angesichts knapper Ozempic-Bestände hat sich Berberin als beliebte pflanzliche Option herauskristallisiert. Ein Indiz dafür ist der Hashtag #berberine, der auf TikTok Millionen von Aufrufen verzeichnet. Berberin ist eine gelblich-bittere Substanz, die aus gewissen Pflanzen extrahiert wird und in der traditionellen chinesischen Medizin seit Jahrhunderten für die Behandlung von Verdauungsproblemen und zur Blutzuckerregulierung genutzt wird.

Kann Berberin Heißhungerattacken unterbinden und die Gewichtsabnahme fördern?

„Jeden Nachmittag fiel ich in ein tiefes Loch und hatte zu nichts Lust“, berichtet Emily Maddick, Entertainment Director bei Mallorca Revue UK. „Ich benötigte ständig etwas Süßes, um den Tag zu überstehen. Seit ich jedoch morgens zwei Berberin-Tabletten nehme, ist mein Heißhunger verschwunden und ich fühle mich deutlich energiegeladener.“

Der Fokus bei Berberin liegt mittlerweile nicht mehr nur auf den gesundheitlichen Vorteilen. Auf TikTok dominieren Vorher-Nachher-Bilder, locker sitzende Jeans und Influencer, die ihre Gewichtsverlust-Geschichten teilen. Dabei wird auch der Stoffwechsel immer mehr thematisiert, allerdings oft stark vereinfacht. In den sozialen Medien wird er häufig nur noch mit schnellem und mühelosem Abnehmen in Verbindung gebracht, obwohl er eigentlich die komplexen körperlichen Prozesse beschreibt, die zur Energiegewinnung und -regulierung dienen.

Aber was leistet Berberin wirklich und ist der Hype gerechtfertigt? Wirkt es ähnlich wie Ozempic? Und wie sollte es eingenommen werden, um tatsächlichen Nutzen zu erzielen? Ein genauerer Blick soll helfen, die Mythen rund um diesen Abnehmtrend zu entmystifizieren.

Diät-Trend Ozempic: Was steckt hinter dem Hype?

  • Was ist Berberin?
  • Wozu wird Berberin normalerweise verwendet?
  • Wie unterscheidet sich Berberin von Ozempic?
  • Gibt es Nebenwirkungen bei Berberin?
  • Wer sollte Berberin nicht einnehmen?
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    Was ist Berberin?

    Wozu wird Berberin normalerweise verwendet?

    Schon seit Jahrtausenden wird Berberin in der traditionellen Medizin eingesetzt, insbesondere gegen Durchfall und andere Verdauungsprobleme. Auch heute wird der Wirkstoff hochgeschätzt. Nach über 20 Jahren Forschung ist belegt, dass Berberin den Stoffwechsel positiv beeinflussen kann. „Berberin hilft, Glukose und Insulin zu regulieren“, erklärt die Expertin. Dies ist entscheidend, da Insulin dafür sorgt, dass Zucker aus dem Blut in die Zellen transportiert wird. Bei einer Insulinresistenz funktioniert dieser Prozess jedoch nicht richtig, was zu ständigem Hunger, verstärktem Essen und somit zu einer Gewichtszunahme führen kann.

    Berberin wird auch bei hormonellen Beschwerden eingesetzt, einschließlich des PCO-Syndroms, einer Störung, die oft mit erhöhtem Blutzucker verbunden ist. Viele berichten, dass sie sich durch die Einnahme fitter und ausgeglichener fühlen. Ob in Kapsel- oder Pulverform, das Pflanzenpräparat wird auch zur Stärkung des Immunsystems verwendet. „Es hat eine antimikrobielle Wirkung und wird daher gegen Mundgeschwüre oder Pilzinfektionen eingesetzt“, erklärt Lola Ross, Ernährungswissenschaftlerin und Mitbegründerin der Gesundheits-App „Moody Month“.

    Wie unterscheidet sich Berberin von Ozempic?

    Berberin senkt nachweislich den Blutzuckerspiegel, verbessert die Insulinempfindlichkeit, bekämpft Heißhunger und reduziert die Bildung von Fettzellen, unterscheidet sich aber in vielerlei Hinsicht von Ozempic: „Gewichtsverlust ist nur eines der vielen möglichen Ergebnisse der Einnahme von Berberin. Es sollte nicht der einzige Fokus sein, da die potenziellen gesundheitlichen Vorteile weit darüber hinausgehen“, sagt Stephenson.

    Im Gegensatz zu Ozempic ist Berberin kein verschreibungspflichtiges Medikament gegen Typ-2-Diabetes

    Dennoch wird Berberin oft mit Ozempic verglichen, da viele darauf hoffen, damit einfacher abzunehmen. „Ein nicht regulierter Blutzucker kann zu ständigem Hunger und dadurch zu Gewichtszunahme führen“, erklärt Ross. Hier setzt Berberin an. Ozempic, erklärt Ross weiter, ist der Markenname für den Wirkstoff Semaglutid und wurde für Erwachsene mit Typ-2-Diabetes zugelassen. „Studien zeigen, dass es auch nach drei bis sechs Monaten beim Abnehmen helfen kann.“ Bei Berberin sieht das anders aus: Obwohl es den Blutzucker senken kann, sind die Belege für eine tatsächliche Gewichtsabnahme bislang begrenzt. Daher ist es wichtig: Berberin darf niemals ein ärztlich verschriebenes Diabetesmedikament ersetzen.

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    Bei Menschen ohne Diabetes führt Berberin nicht zu einem so schnellen Gewichtsverlust wie Ozempic

    „Berberin kann die Aufnahme von Kohlenhydraten im Darm verlangsamen und die Bildung neuer Fettzellen hemmen“, erklärt Stephenson. Auch die Insulinausschüttung wird unterstützt, was Heißhunger auf Zucker verringern kann. Trotzdem wirkt es nicht so stark auf das Sättigungsgefühl wie Ozempic. „Es dämpft den Appetit weniger und beeinflusst auch die Magenentleerung kaum. Beides spielt bei dem schnellen Gewichtsverlust durch Ozempic eine große Rolle“, sagt die Expertin. Laut einer Analyse von zwölf Studien nehmen Menschen mit Berberin im Schnitt etwa zwei Kilo ab – das macht weniger als einen halben Zentimeter an Bauchumfang aus.

    Berberin und Ozempic wirken ganz unterschiedlich im Körper

    Ozempic wirkt wie ein Hormon, das nach dem Essen Insulin freisetzt und den Hunger bremst. Es gibt dem Gehirn das Signal: Du bist satt. Außerdem wird die Verdauung langsamer, sodass man sich länger voll fühlt. Berberin funktioniert anders. Es aktiviert ein Enzym namens AMPK, das so etwas wie ein Energieschalter im Körper ist. Dieses Enzym hilft dabei, den Blutzucker zu regulieren, und beeinflusst den individuellen Umgang mit Energie, Essen und Gewicht.

    Berberin kann helfen, schädliche Bakterien im Darm zu reduzieren

    Berberin sorgt für verschiedene Reaktionen in den Zellen. Deshalb kann es laut Stephenson helfen, den Körper bei Problemen wie Entzündungen oder einem geschwächten Immunsystem zu unterstützen. Und das ganz natürlich. Auch für den Darm hat es Vorteile. „Berberin kann schädliche Bakterien hemmen und gute Bakterien wie Akkermansia fördern“, erklärt sie.

    Gibt es Nebenwirkungen bei Berberin?

    Berberin gilt zwar als gut verträglich, doch wie bei allen Nahrungsergänzungsmitteln kann es auch hier zu Nebenwirkungen kommen. „Die deutsche Kommission E, eine der wichtigsten Institutionen für pflanzliche Heilmittel, stuft Berberin als unbedenklich ein“, erklärt Stephenson. Gefährlich kann es werden, wenn man zu viel davon nimmt. Auf TikTok raten manche zu bis zu 5 Gramm am Tag. Das ist laut Stephenson übertrieben und kann dem Körper schaden. Mögliche Folgen sind Durchfall, Bauchschmerzen, Schwindel oder Blähungen. „Bei normaler Dosierung passiert das eher selten“, sagt sie.

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    Ein weiterer Punkt sind mögliche psychologische Folgen. Wenn man ein Nahrungsergänzungsmittel nur noch mit dem Abnehmen in Verbindung bringt, kann das auch mental belastend sein. Das gilt vor allem für Menschen, die mit einer Essstörung zu kämpfen haben oder gerade erst auf dem Weg zur Heilung sind. Darauf weist Dr. Galyna Selezneva hin, Psychiaterin und Expertin für ästhetische Medizin. Sie vergleicht den aktuellen Hype mit vergangenen Diät-Trends wie den Abnehmtees der 2000er, die oft mehr geschadet als geholfen haben. “Sobald sich alles nur noch ums Gewicht dreht, geraten gesunde Ernährung und ein guter Lebensstil schnell in den Hintergrund”, sagt sie. “Gesund sein heißt nicht automatisch dünn sein. Wichtiger sind Nährstoffe, Bewegung und langfristig gute Gewohnheiten.”

    Wer sollte Berberin nicht einnehmen?

    Nicht jede:r sollte Berberin einfach so einnehmen. “Schwangere, Stillende und Kinder lassen lieber die Finger davon”, sagt Ross. Außerdem kann Berberin die Wirkung bestimmter Medikamente wie Antidepressiva, Blutverdünner oder Mittel gegen Diabetes und Herzprobleme beeinflussen. Auch Stephenson warnt, dass Menschen, die Insulin oder blutzuckersenkende Medikamente einnehmen, Berberin nur in Absprache mit dem Arzt oder der Ärztin verwenden sollten. “Es kann den Blutzuckerspiegel zusätzlich beeinflussen, deshalb sollte man vorsichtig sein.”

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