Lebenslektionen aus „Impostor“: So prägt das Gesellschaftsspiel unsere Sichtweise!

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Von : Larissa Vogler

Was man beim Gesellschaftsspiel „Impostor“ übers Leben lernt

Lebenslektionen aus dem Brettspiel „Impostor“

„Impostor“, zu Deutsch „Hochstapler“, ist ein Spiel, das tiefe Einblicke in die Charaktere der Mitspieler gewährt. Es endet jedoch stets so, dass alle gewinnen.

Eine Warnung vorab: In diesem Artikel finden sich keine kontroversen Themen oder gesellschaftlich brisanten Diskussionen. Stattdessen werden versöhnliche Begegnungen beschrieben. Es geht um ein Gesellschaftsspiel, das auf den ersten Blick einfach Unterhaltung zu bieten scheint, aber bei genauerer Betrachtung tiefgründige Einblicke in die menschliche Natur offenbart – sowohl ihre Schattenseiten als auch ihre Großzügigkeit.

Die Rede ist von „Impostor“. Das Spielprinzip ist folgendes: Ein oder zwei der Anwesenden kennen einen bestimmten Begriff nicht, den alle anderen wissen. Niemand weiß, wer die Ahnungslosen sind. Die Eingeweihten versuchen, den oder die Unwissenden zu identifizieren, ohne dass diese ihre Unwissenheit preisgeben. Jeder gibt reihum einen Tipp ab. Wenn der geheime Begriff beispielsweise „Klassik“ ist, könnte jemand sagen: „unter anderem Bratschen“, was zugegebenermaßen recht offensichtlich wäre. Die Nichteingeweihten müssen ebenfalls etwas beitragen, ohne dass die anderen merken, dass sie raten.

Das mag kompliziert klingen, aber die Dynamik des Spiels hängt stark von Alter und Verhältnis der Spieler zueinander ab. Als das Lösungswort „Zeichentrick“ lautete, sang ein Spieler des Jahrgangs 1967 das Lied „Probier’s mal mit Gemütlichkeit“ aus dem Film „Das Dschungelbuch“. Ein 13-Jähriger gab den Hinweis „Lampe“, was von den Erwachsenen nicht verstanden wurde, im Gegensatz zu den jüngeren Mitspielern.

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Der Generationenunterschied wird oft auf kreative Weise überbrückt. Bei dem Begriff „Schreibtisch“ sagte der 13-Jährige beispielsweise „Blaubeeren“, ein Hinweis, den nur seine Familie verstehen konnte, da sein Schreibtisch zu Hause voller Blaubeerflecken ist.

Das Spiel ist eine wahre Fundgrube für alle, die sich für Sprache und menschliches Verhalten interessieren. Die Strategien und Täuschungsmanöver unterscheiden sich je nach Alter erheblich, sind jedoch gleichermaßen raffiniert. Jeder Spieler muss ständig abwägen: Wen möchte ich erreichen, wen muss ich täuschen, wie kann ich mich aus der Affäre ziehen?

Und diese Fragen begleiten uns durch das ganze Leben: Wie reagiere ich, wenn der Lehrer eine Antwort von mir erwartet, die ich nicht kenne? Wie verhalte ich mich auf einer Dinnerparty, wenn es um ein Buch geht, das ich nicht gelesen habe? Wie positioniere ich mich zu Themen wie Künstlicher Intelligenz, über die ich vielleicht weniger weiß, als ich zugeben möchte?

Im Unterschied zum echten Leben gibt es bei „Impostor“ nur Gewinner. Besonders dann, wenn sich die Spieler gegenseitig überlisten und in die Irre führen – und dabei nie vergessen, dass es sich nur um ein Spiel handelt. Wir sind alle Betrüger, und am Ende wird gemeinsam aufgeräumt.

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