„Zutritt verweigert!“: Was passiert, wenn du nicht reinkommst?

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Von : Larissa Vogler

„Du kommst hier nicht rein!“

„Zutritt verweigert!“

Unser Autor hatte sich eigentlich auf ein schönes Mittagessen auf dem berühmten Stuttgarter Volksfest „Cannstatter Wasen“ gefreut. Doch eine Hähnchenbraterei wehrte seinen Eintritt ab. Im Nachhinein stellte sich heraus, dass dies sein Glück war.

Am Eingang des Göckelesmaier-Zeltes auf den „Cannstatter Wasen“ steht ein biodeutscher Talahon in traditioneller Stammeskleidung und kontrolliert den Zugang. Es ist Dienstagmittag, und trotz des guten Wetters ist wenig los. Wir wollten gerade nach der Geisterbahn und der Wilden Maus etwas essen. Der Talahon-Security hat eine Hose mit Gummibündchen an den Knöcheln, eine Glatze und ein Tattoo am Unterarm. Er sagt zu mir und meiner Familie: „Sie dürfen hier nicht rein.“ Ich frage: „Warum?“ Er antwortet: „Keine Jogginghosen.“

Ich trage tatsächlich keine Jogginghose, sondern eine Hose mit Bügelfalte und einem Seitenstreifen, inspiriert von der Uniform einer amerikanischen Marching-Band und militärischen Paradeuniformen. Charakteristisch für diese Hosen ist der sogenannte Galonstreifen an den Außenseiten jedes Beins. Meine Hose ist rot mit einem gold-blau-weißen Seitenstreifen. Kaiser Franz-Josef I. von Österreich trug eine ähnliche Hose auf einem Gemälde von Franz Xaver Winterhalter aus dem Jahr 1865.

Zunächst war ich von der Zurückweisung sehr betroffen. Doch nach einiger Zeit schämte ich mich für meine egozentrische Sichtweise. Viel ungerechter ist es, dass der junge Talahon-Security noch nie etwas von einem Galonstreifen gehört hatte.

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Es ist schwer zu glauben, dass vor einem Hähnchenzelt auf einem Volksfest, das durch seine Natur aus „Volk“ und „Fest“ eine gewisse Egalität ausstrahlt, jemand wie ein Detlev im Talahon-Outfit Leute aussortiert, ähnlich wie Sven Marquardt es vor dem Berghain tut. Im Berghain geht es um Exklusivität, auf einem Volksfest sollte es um Inklusivität gehen.

Nachfragen bei den Betreibern des Hähnchenzelts bleiben unbeantwortet. Auf der Homepage steht jedoch: „Wir gewähren auch Personen in unangemessener Kleidung keinen Zutritt (z.B. Jogginghosen, Sportbekleidung, …). Gemäß unserem Motto ‚Feiern mit Stil‘ ist uns eine angenehme und stilvolle Atmosphäre wichtig.“ Offenbar möchte das Hähnchenzelt auf dem Frühlingsfest eine Mischung aus Sylt und München darstellen.

Das Motto „Feiern mit Stil“ findet sich auch auf dem Instagram-Kanal des Hähnchenzelts. Doch die dortige Präsentation passt kaum dazu. Unter dem Slogan „Was ein Abriss“ wird eine Party in Kooperation mit dem Hähnchenzelt beworben. Im Video sieht man junge Menschen, die rauchen und große Flecken auf ihren Hosen und Hemden haben. Ich hoffe für alle Beteiligten, dass es kein Urin war. Ich meine, jeder sollte so feiern dürfen, wie er möchte. Aber hier passen Wahrnehmung und Wirklichkeit nicht zusammen.

Im Rückblick bin ich dem Talahon-Security jedoch dankbar. Wahrscheinlich wollte er nur meine Familie und mich schützen. Er hat erkannt, dass wir einfach nicht in dieses Umfeld passen, so ganz ohne Flecken auf der Kleidung. Und den Galonstreifen kannte er bestimmt doch.

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