Männer mit Zöpfen: Was verrät die Frisur über ihre Persönlichkeit?

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Von : Larissa Vogler

Was Zöpfe über die Männer aussagen, die sie tragen

Was die Frisur über Männer mit Zöpfen verrät

Zöpfe zählen zu den traditionsreichsten Haarstylings überhaupt. Sie können ein persönliches Markenzeichen oder ein Zeichen für Kraft sein und sind zudem aufwändiger in der Pflege, als viele annehmen. Heutzutage entscheiden sich nur bestimmte Männer für diese Frisur.

Karl Lagerfeld überlegte einst, in den 1980er Jahren, seine Haare kürzer zu tragen und auf seinen charakteristischen Pferdeschwanz zu verzichten, den er seit 1976 pflegte. Caroline Lebar, eine langjährige Mitarbeiterin, berichtete der US-„Vogue“, dass das Marketingteam von Clarins, mit denen Lagerfeld zu der Zeit zusammenarbeitete, ihm von der Änderung abriet. Ein Lagerfeld ohne seinen bekannten Zopf wäre marketingtechnisch ungünstig gewesen.

„Bedeutet das, ich kann meine Frisur nie wieder ändern?“, hatte Lagerfeld damals entsetzt reagiert, erzählte Lebar. Tatsächlich behielt Lagerfeld bis zu seinem Lebensende den Zopf bei. „Es ist einfach die bequemste aller Frisuren! Man muss nicht ständig zum Friseur, sieht immer ordentlich aus und hat keine Haare im Gesicht“, äußerte er 2010 gegenüber der „Gala“.

Lagerfeld hatte wohl erkannt, dass es für seine Marke genauso wenig sinnvoll wäre, den Zopf abzuschneiden, wie wenn Chanel sein CC-Logo entfernen würde. In einer Zeit, in der man schnell und günstig einen Haarschnitt in jedem Barbershop bekommen kann, symbolisiert das Tragen eines Zopfes eine bewusste Entscheidung und einen auffälligen Look je nach Situation.

„Es sind individuelle Persönlichkeiten, die heutzutage Zöpfe tragen. In kreativen oder technischen Berufen sieht man das öfter, aber in traditionellen Geschäftsbereichen, etwa bei einem CEO, bleibt es meist beim klassischen Schnitt“, erklärt der Hamburger Promi-Friseur Jörg Oppermann, der auch für die Frisuren von Bill und Tom Kaulitz verantwortlich ist, die fast durchgehend lange Haare tragen. Oppermann bemerkt in seinem Salon eine geringere Nachfrage nach Zopffrisuren.

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Zöpfe als Ausdruck von Mut und Stärke

Der Zopf gilt als eine der ältesten Frisuren der Welt. Schon in der Antike zeigen Darstellungen Menschen mit Zöpfen. In der Wikingerzeit symbolisierten kunstvoll geflochtene Zöpfe Mut und Stärke und hatten je nach Flechtart auch religiöse oder soziale Bedeutungen. In Nordostchina war der Zopf vor dem 18. Jahrhundert typisch für das Volk der Manchu: Das Haar über der Stirn wurde rasiert, der Zopf saß am Oberkopf und fiel nach hinten.

In europäischen Armeen des 19. Jahrhunderts diente die Frisur als Zeichen der Einheit und Zugehörigkeit. Soldaten mussten Pferdeschwänze tragen, was als maskulin und ordentlich galt. Der britische Journalist Joachim Hayward Stocqueler zitierte einen Soldaten jener Zeit, dem das Haar so straff zurückgezogen wurde, dass er glaubte, seine Augenlider nicht mehr schließen zu können.

Ein Twitter-Account für Matt Damons Zopf

Als Matt Damon 2015 für eine Rolle einen Zopf benötigte, ließ er sich 700 Haarverlängerungen einsetzen. „Danach musste ich mich um die Haare kümmern. Jetzt verstehe ich, was meine Frau und Töchter durchmachen. Es ist harte Arbeit“, sagte er später. Seine Frisur sorgte für Aufsehen, ein Fan erstellte sogar einen Twitter-Account dafür.

„Viele assoziieren den Männerzopf noch immer mit dem Bild des typischen Rockstars mit zerzausten, langen Haaren“, sagt Jörg Oppermann. Lange Haare signalisieren Unabhängigkeit von Dresscodes und traditionellen Rollenbildern. Auf der anderen Seite zeigen Experimente wie die von David Beckham mit Zöpfen den Wunsch des Mannes, sich modisch auszudrücken und Individualität zu zeigen.

Wer jedoch einen Zopf trägt, demonstriert damit auch, dass er genügend Haare dafür hat – ein nicht unwichtiges Detail, da 40 Prozent aller Männer bereits mit 35 Jahren Haarverlust erleiden. Wer den Zopf beibehält, wie der ehemalige Fußballspieler Rurik Gislason oder der Geiger David Garrett, prägt ein dauerhaftes Image. „Der Zopf wird Teil des Images“, sagt Oppermann. „Man zeigt, dass man kein Durchschnittstyp ist.“ Lagerfeld pflegte seinen Zopf und damit sein Image sorgfältig. Sein Friseur Sam McKnight erinnerte sich, wie er regelmäßig weißen Trockenshampoo von Lagerfelds Schultern stauben musste, bevor dieser fotografiert wurde.

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