Ryan Gosling als Stuntheld jetzt auf der Leinwand: The Fall Guy startet als Action-Highlight

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Von : Jonas Reichert

"The Fall Guy"

                    Ein Gosling für alle Fälle

Am Sonntagabend zeigt ProSieben die Free-TV-Premiere von „The Fall Guy“ – ein launiger Actionfilm, der nicht mit einem tiefen Drehbuch punktet, aber großen Unterhaltungswert verspricht. Aktuell ist das Timing passend: Hollywood setzt wieder verstärkt auf Altbekanntes, doch dieser Film lohnt sich vor allem als Hommage an die Menschen, die hinter den Kameras Risiken auf sich nehmen.

Die Vorlage stammt aus den 1980er-Jahren: Die Serie, in Deutschland bekannt als „Ein Colt für alle Fälle“, diente lediglich als Ausgangspunkt für die Kinoversion. Regisseur David Leitch, selbst Ex-Stuntman und verantwortlich für moderne Actionästhetik, formt daraus ein Werk, das mehr auf Aufsehen und Schauwerte als auf komplexe Wendungen setzt.

Im Zentrum steht der Stuntman Colt Seavers, gespielt von Ryan Gosling. Sein Alltag: gefährliche Aktionen am Set für den eitlen Filmstar Tom Ryder (Aaron Taylor-Johnson). Nach einem Unfall zieht sich Colt zurück – bis ihn Produzentin Gail Meyer (Hannah Waddingham) überredet, bei der Suche nach dem verschwundenen Hauptdarsteller zu helfen. Die Spur führt nach Sydney, wo Jodys Regie-Debüt „Metalstorm“ inszeniert wird – eine Produktion, die an spektakuläre Genrefilme erinnert und zugleich Bühne für zahlreiche Setpieces bietet.

Spektakel vor Subtilität

Die Handlung dient hier oft nur als Vorwand: David Leitch nutzt jede Gelegenheit für aufwendige Stunts und visuell eingängige Szenen. Wer eine stringente Krimi- oder Charakterstudie erwartet, wird enttäuscht sein; wer aber laute, handfeste Action mit präziser Choreografie mag, bekommt viel geboten. Die Regie setzt auf Tempo und Einfallsreichtum, nicht auf überraschende Dramaturgie.

Zwischen den Explosionen und Verfolgungsjagden findet sich trotzdem Raum für Romantik und leichte Komik. Die Chemie zwischen Gosling und Emily Blunt, die Colt mehr als nur eine flüchtige Bekanntschaft ist, trägt den Film in den ruhigeren Momenten – ohne jedoch banale Missverständnisse zu recyclen, wie man es aus manchen Genrebeispielen kennt.

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Wertschätzung für die Unsichtbaren

Am eindrücklichsten ist der Film, wenn er den Blick hinter die Kulissen richtet. „The Fall Guy“ zeigt, wie viele Gewerke zusammenlaufen müssen, damit eine Szene gelingt: Koordination, Präzision und oft körperliches Risiko. Szenen, in denen Stuntkoordinator Dan Tucker (Winston Duke) Filmzitate liest und über Abläufe sinniert, sind gleichsam liebevoll und sarkastisch gegenüber dem Showbusiness.

Manche Gags treffen nicht immer, manches wird ein wenig überdreht. Dennoch gelingt es dem Film, die Arbeit der Stuntleute in den Vordergrund zu rücken und ihnen ein well-deserved Denkmal zu setzen – ein Aspekt, der in der üblichen Hollywood-Berichterstattung zu selten gewürdigt wird.

The Fall Guy – So. 24.05. – ProSieben: 20.15 Uhr

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