Zum Jahreswechsel verlagert das ZDF seine größte Silvestershow von Berlin nach Hamburg – ein logistischer und programmatischer Wechsel, der die TV-Landschaft an Silvester neu ordnet. Für Zuschauerinnen und Zuschauer bedeutet das: mehrere konkurrierende Live‑Events und unterschiedliche Schwerpunkte in ARD, ZDF und den Privatsendern, von Schlager bis Pop und von Groß‑Event vor Ort bis zum Heimkino‑Marathon.
ZDF setzt auf Hafen, Bühne schwimmt
Das ZDF überträgt seine Live‑Sause diesmal aus der Hamburger HafenCity. Die Show beginnt um 20.15 Uhr und folgt damit auf die Neujahrsansprache des Bundeskanzlers sowie den kabarettistischen Jahresrückblick.
Auf einer eigens aufgebauten, schwimmenden Bühne treten nationale und internationale Acts auf, darunter Johannes Oerding, die Boyband Blue, Kerstin Ott, Das Bo, Wanda, Ace of Base, ATC sowie die Sängerin T Seven. Außerdem sind Ausschnitte aus dem Musical über Michael Jackson angekündigt.
Laut Veranstalter waren Eintrittskarten für den Standort Chicagokai vorab zu erwerben; die Produktion soll demnach ohne städtische Zuschüsse auskommen. Aus finanziellen Gründen war der Umzug von Berlin nach Hamburg mitentscheidend. Zur Übertragung plant das ZDF ergänzende Live‑Schalten zu weiteren Feierorten in Hamburg, etwa zu den Landungsbrücken oder zur Reeperbahn.
Nach Mitternacht setzt das ZDF mit der traditionellen Partynacht fort: unter anderem eine Sendung mit Mickie Krause und das Programm „Die ZDF‑Kultnacht – Let’s have a Party!“.
ARD: Schlagerprogramm aus München
Im Ersten übernimmt wieder Florian Silbereisen die musikalische Silvesternacht. Ab 20.15 Uhr moderiert er die Partyshow aus der Basketballarena des FC Bayern in München, die erneut auf Schlager und große Namen setzt.
Zum Line‑up gehören Veteranen wie Roland Kaiser und Howard Carpendale sowie Acts wie Maite Kelly, DJ Ötzi und Samantha Fox. Silbereisens Produktion verzahnt die Liveshow mit einer anschließenden Partynacht im Programm des Ersten.
Berlin bleibt Gastgeber
Trotz des ZDF‑Abzugs gibt es auch in der Hauptstadt eine öffentliche Party vor dem Brandenburger Tor: DJs legen ab 22 Uhr auf, und für rund 20.000 Besucher waren kostenlose Tickets vorgesehen. Für Mitternacht ist ein mehrminütiges Feuerwerk geplant, das von ARD und RTL übertragen werden soll.
RTL ergänzt das Berlin‑Programm mit einer eigenen Live‑Sendung zum Jahreswechsel und reiht daran Unterhaltungssendungen an, die in das Live‑Event übergehen.
Privatsender setzen auf Nischenprogramme
ProSieben füllt den Abend dagegen programmatisch anders: Ein „Harry Potter“‑Marathon läuft bis in die Nacht, kurz vor Mitternacht zeigt der Sender eine moderne „Dinner for One“‑Version mit Joko & Klaas, danach folgen Filmwiederholungen. Am Neujahrstag ist die Abschlussfolge von „Joko & Klaas gegen ProSieben“ als Neujahrsgala angekündigt.
SAT.1 legt den Fokus auf Comedy‑Formate, VOX wiederholt eine Musikdokumentation über Deutschlands beliebteste Nummer‑1‑Hits. Die privaten Programme bieten damit Alternativen für Zuschauer, die keine Live‑Großveranstaltung verfolgen möchten.
Was zu beachten ist: Wer vor Ort feiern will, benötigt oft ein Ticket; wer zuhause bleibt, hat die Wahl zwischen mehreren Live‑Übertragungen und Spezialprogrammen. Die Umverteilung der großen Produktionen zeigt zugleich, wie abhängig solche Formate von Finanzierung und Logistik sind — ein Aspekt, der auch künftig Einfluss auf die traditionellen TV‑Silvesterformate haben dürfte.
TV‑Merkblatt: ZDF – „Willkommen 2026“ ab 20.15 Uhr; ARD – „Silvester‑Schlagerbooom“ ab 20.15 Uhr; RTL überträgt das Feuerwerk aus Berlin zur Mitternacht. Weitere Programme und Zeiten bietet das jeweilige Senderprogramm.
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Jonas Reichert ist ein leidenschaftlicher TV-Kritiker, der die neuesten Shows und Serien analysiert. Mit Fachwissen und Humor bringt er seinen Lesern die faszinierende Welt des Fernsehens näher.
