Die Zukunft von „Big Brother“ nach einem Vierteljahrhundert
Vor 25 Jahren betraten die ersten Teilnehmer den Big Brother-Container, der bis heute genutzt wird, und diese Woche sind erneut Kandidaten eingezogen. Im Vergleich zu anderen langjährigen Reality-Shows wie „Dschungelcamp“ und Heidi Klums „GNTM“, die ebenfalls Jubiläen feiern, wirkt „Big Brother“ jedoch ziemlich überholt.
Der Frühling des Privatfernsehens ist reich an runden Jubiläen. Ein Blick auf die Fakten und Zahlen zeigt, dass das Dschungelcamp, offiziell „Ich bin ein Star – Holt mich hier raus!“ (IBES), im Januar seinen 18. Geburtstag feierte. RTL widmete seinem nun volljährigen Reality-TV-Kind ganze siebzehn Abende in Folge zur Hauptsendezeit. Die Live-Übertragung lief von 20.15 Uhr bis kurz vor Mitternacht, zunächst aus Australien, gefolgt von einer Nachbesprechung in Köln. Diese Mühen wurden mit durchschnittlich über vier Millionen Zuschauern täglich belohnt.
„Germany’s Next Topmodel by Heidi Klum“ (GNTM) startete Mitte Februar in seine 20. Staffel. ProSieben räumte Heidi Klum dafür nicht nur den Donnerstagabend frei, sondern gab ihr auch die ersten sechs Wochen zusätzlich den Mittwoch, um dort ein reines Männer-Model-Casting zu veranstalten.
Zusätzlich präsentiert GNTM in diesem Jahr erstmals die „GNTM Stories“, die Geschichten hinter den Kulissen, die noch etwa 1,5 Millionen Zuschauer anlocken. Im Vergleich dazu startete „Big Brother“ letzte Woche ebenfalls in eine neue Staffel, doch das Format scheint weit von seinen Glanzzeiten entfernt.
Zur Erinnerung: Am 28. Februar 2000, einem Montagabend, fuhren zehn silberne Mercedes-Benz S-Klasse, eskortiert von Polizeimotorrädern, auf das Gelände des TV-Produktionsstudios MMC in Hürth bei Köln. Dort wurden die zehn Teilnehmer von einer jubelnden Menschenmenge empfangen. Diese Personen traten fortan im Fernsehen ohne Nachnamen auf und wurden über Nacht zu national bekannten Gesichtern.
Der Gewinner der ersten Staffel, John, verschwand bald aus der Öffentlichkeit und arbeitet heute wieder als Automechaniker. Jürgen Milski hingegen gab seinen Job bei Ford auf und startete eine erfolgreiche Karriere als Reality-TV-Star und Sänger auf Mallorca. Die Produktionsfirma Endemol hat die Rechte an „Big Brother“ in 70 Länder verkauft, und in Deutschland gab es mittlerweile 15 Staffeln – mehr als in jedem anderen Land. Die erste Staffel erreichte zur besten Sendezeit Marktanteile von bis zu 40 Prozent in der jungen Zielgruppe.
Zum 25. Jubiläum nur oberflächlich aufgefrischt
Die Jubiläumsstaffel von Big Brother begann diesen Montag. Der Container ist derselbe wie in der letzten Staffel, und laut Moderator Jochen Bendel wurde lediglich Staub gewischt und neue Bettwäsche aufgezogen. Statt der üblichen 100 Tage werden die Teilnehmer nun nur noch 50 Tage im Container verbringen, und der Gewinn wurde von 100.000 auf 50.000 Euro halbiert.
„Big Brother – Der Einzug“ wurde am Montag um 23.15 Uhr auf Sat.1 ausgestrahlt und war für diese Staffel der einzige Auftritt im klassischen Fernsehen. Weitere Inhalte gibt es täglich in einer 30-minütigen Zusammenfassung beim Streamingdienst Joyn und werktags als Abendmagazin bei Sixx.
Die besten Tage von „Big Brother“ scheinen lange vorbei, besonders in der Vermarktung. Joyns Programmchef Thomas Münzner erklärte, dass die Zuschauer am Wochenende die Wochenübersichten bevorzugen und daher keine weiteren Inhalte wünschen. Dies deutet darauf hin, dass „Big Brother“ an Attraktivität verloren hat.
„Erstmal Ding-Dong machen!“
Die aktuellen Teilnehmer von „Big Brother“ sind vor allem junge Menschen, die in einer Welt von Reality-TV und sozialen Medien aufgewachsen sind. Nach einem gescheiterten Versuch, mit einem „Zurück-zu-den-Wurzeln“-Ansatz zu punkten, setzen die Macher nun voll auf das Reality-Erbe und präsentieren Kandidaten, die eine Karriere in diesem Bereich anstreben.
Einige Teilnehmer haben bereits Erfahrungen in anderen Reality-Formaten gesammelt, wie Mariama aus Bielefeld, die sich in „My Style Rocks“ präsentierte, und Mika aus Gladbeck, der Erfahrungen aus „Fight for Paradise“ mitbringt. Mika besucht dreimal wöchentlich den Friseur und das Solarium und strebt eine Karriere im Fernsehen an, auch wenn er selbst sagt, dass er seine Intelligenz nicht herausstellen würde.
Die Teilnehmer, darunter auch ein Bauer und eine Friseurmeisterin, zeigen, dass der Cast von „Big Brother“ sehr divers ist, was die Show interessant macht, aber es bleibt abzuwarten, ob dies ausreicht, um die Show wiederzubeleben.
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Larissa Vogler ist Kulturjournalistin mit einer Leidenschaft für Filme, Serien und Shows. Sie liebt es, unentdeckte Perlen aufzuspüren und ihre Leser mit neuen Ideen zu begeistern.
