Wie sollte sich ein Mann in der Öffentlichkeit kleiden?
Während in Berlin der Autor Christian Kracht aus seinem neuen Werk „Air“ vorträgt, zeigt sich der Musiker Bad Bunny am anderen Ende der Welt von einer ganz anderen Seite. Beide Männer, unterschiedlich gekleidet, wer von beiden erregt mehr Aufmerksamkeit?
Gekleidet für eine Buchpremiere
Es war ein sonniger, jedoch eiskalter Märztag, als man zur Buchpremiere ins Berliner Ensemble eingeladen wurde, einem Ort, der einst von Bertolt Brecht für seine revolutionären Ideen genutzt wurde. An diesem Abend drehte sich jedoch alles um literarische Welten und die passende Garderobe für solche Anlässe.
Christian Kracht präsentierte seinen Roman „Air“, den sein Lektor Helge Malchow als „Künstliche Intelligenz Roman“ umschrieb, was das Publikum sichtlich verwirrte. Diese Erklärung ließ viele Fragen offen.
Christian Kracht kam in Outdoor-Bekleidung, die auch auf den Orkney-Inseln angemessen gewesen wäre: Er trug einen gewachsten, abgetragenen Kurzmantel und einen leuchtend roten, karierten Schal, dessen genaue Herkunft unbekannt blieb. Der Schal blieb die gesamte Zeit über gebunden, nur auf Handschuhe hatte Kracht verzichtet. Es war ein minimalistischer, aber eindrucksvoller Auftritt, und es hieß, dass es eventuell noch Karten für weitere Lesungen gäbe.
Bad Bunny zeigt Haut
Währenddessen sorgte eine Flut von Bildern im Internet für Aufsehen, die den puerto-ricanischen Sänger Bad Bunny zeigten. Dieser trat kürzlich als neues Unterwäschemodel für Calvin Klein auf, fotografiert von Mario Sorrenti, der bereits seine damalige Freundin Kate Moss in ähnlich freizügiger Weise abgelichtet hatte. Die Bilder präsentierten Bad Bunny in einer Weise, die kaum noch etwas der Fantasie überließ.
Kontraste des Abends
Wie so oft trafen auch an diesem Abend extreme Gegensätze aufeinander. Der zugeknöpfte Autor und der offenherzige Popstar stellten beide dieselbe Frage: Wie viel sollte ein Mann in der Öffentlichkeit anhaben? Die meisten würden intuitiv antworten, dass eine reine Unterhose vielleicht zu wenig ist. Doch warum eigentlich? Aktuell scheint das Publikum von Bad Bunny nicht genug bekommen zu können. In den Jahren 2022 und 2023 war er der weltweit meistgestreamte Popstar und zeigte sich in unterschiedlichsten Rollen, von einem Farmer bis hin zum Automechaniker, stets amüsant und begehrenswert.
Und die nächste Station für ihn könnte die Literatur sein. Laut der britischen Modezeitschrift „Dazed“ gibt es nichts Verführerischeres als einen Mann, der liest. Um diese Aussage zu bekräftigen, zeigt man einen Mann in Badehose, ein Eis essend, mit einem Buch zwischen den Beinen. Vielleicht wäre das auch ein passender Look für Lesungen, zumindest wenn man Bad Bunny heißt.
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Larissa Vogler ist Kulturjournalistin mit einer Leidenschaft für Filme, Serien und Shows. Sie liebt es, unentdeckte Perlen aufzuspüren und ihre Leser mit neuen Ideen zu begeistern.
