Am 10. Juni startet bei Prime Video die Serienadaption des Bestsellers von Carley Fortune — unter dem leicht veränderten Titel „Every Year After“. Für alle, die im Sommer Lust auf eine gefühlvolle, nostalgische Romanze haben, könnte die achteilige Produktion genau das richtige Streaming-Futter sein.
Worum es geht
Im Zentrum stehen Persephone „Percy“ Fraser und Sam Florek, dargestellt von Sadie Soverall und Matt Cornett. Die Handlung springt zwischen den sorglosen Sommern ihrer Jugend und einer Gegenwart, in der von jener ersten großen Liebe kaum mehr übrig ist als Erinnerung — bis ein tragisches Ereignis die beiden erneut aufeinandertreffen lässt.
Die Serie erzählt eine vertraute Geschichte: Annäherungen, Missverständnisse, verbotene Gefühle und die zweite Chance, auf die so viele Romanzen hinauslaufen. In acht Episoden wird dieses Material ausgiebig ausgeschöpft, mit Rückblenden, die besonders stark auf Sommernostalgie setzen, und mit einer Gegenwartsebene, die leicht in Seifenoper-Gefilde abdriftet.
Ton und Inszenierung
Regie und Kamera setzen viel auf Landschaftsaufnahmen eines idyllischen Sees in Kanada — das trägt zur melancholischen Atmosphäre bei und macht die Serie zu einem klassischen Beispiel für Comfort Viewing. Die Rückblicke wirken bittersüß und stimmungsstark; die zeitgenössischen Szenen bringen dagegen öfter Drama und Beziehungschaos ins Spiel.
Dazu mischen sich Nebenhandlungen rund um Sams Bruder Charlie (Michael Bradway) sowie Percys Freundinnen Delilah (Abigail Cowen) und Chantal (Aurora Perrineau). Showrunnerin Amy Harris verwebt diese Stränge mit der Hauptlovestory, sodass emotionale Verwicklungen den Erzählfluss teils dominieren.
Für wen das passt — und für wen nicht
Wer schon mehrere Jugendromanzen gesehen hat, wird wenig Überraschendes finden: Viele Motive sind vertraut, das Ende wirkt für geübte Genre-Zuschauer zum Teil vorhersehbar. Trotzdem bieten die Bilder und die emotionale Dichte genug, um als sommerliche Reihe zu funktionieren.
Anders gesagt: Die Serie ist kein Meilenstein des Erzählkinos, sondern eher eine sorgfältig produzierte Strandlektüre in Serienform. Sie spricht Zuschauer an, die Stimmung, Nostalgie und Liebesdramen mögen — weniger diejenigen, die eine radikal neue Perspektive auf das Genre erwarten.
Was jetzt wichtig ist
Dass Prime Video die Ausstrahlung im Frühsommer wählte, ist kein Zufall: Streaming-Anbieter besetzen die Saison gezielt mit leichten, emotionalen Stoffen, die sich gut als gemeinsames Sommerprogramm eignen. Für Nutzer bedeutet das: „Every Year After“ ist eine überschaubare, in sich abgeschlossene Option, wenn man nach einer gefühlvollen Serie ohne allzu große intellektuelle Anforderungen sucht.
Ein letzter Punkt zur Erwartungshaltung: Die Serie endet mit einem überraschenden Cliffhanger, der einigen Zuschauern Spannung bis zur letzten Minute bietet — gleichzeitig bleibt vieles vorhersehbar für Fans der klassischen Romantikliteratur.
Kurz zusammengefasst: „Every Year After“ ist solide Sommerunterhaltung mit viel Herzschmerz, starken Nostalgie-Momenten und vertrauten Genre-Formeln — kein Wendepunkt fürs Seriengenre, aber ein Kandidat für entspannte Streaming-Abende.
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Jonas Reichert ist ein leidenschaftlicher TV-Kritiker, der die neuesten Shows und Serien analysiert. Mit Fachwissen und Humor bringt er seinen Lesern die faszinierende Welt des Fernsehens näher.
