Allein im Auto? Dann ist die linke Spur tabu!

20 Okt, 2022
Ein Artikel von: Kenny Deppe

Im Kampf gegen Luftverschmutzung, Unfälle und die ewigen Staus, hat sich Mallorcas Inselrat nun die nächste Maßnahme einfallen lassen.

Machen wir uns nichts vor: Autofahren auf Mallorca ist nicht immer lustig, denn auf den Straßen ist einfach viel zu viel los – insbesondere im „Großraum Palma“. Auf der Ringautobahn und der Autobahn zwischen Palma und dem Flughafen, kann man einen kleineren Stau eigentlich immer einplanen. Wer hier lebt, der tut das auch, denn es gehört einfach dazu. Und nein, wir wollen hier jetzt nicht die „Schuld haben die Mietwagen“-Keule auspacken. Denn auch im Winter, wenn kaum Urlauber auf der Insel sind, steht man in Palma öfter, als dass man fährt.

Um Luftverschmutzung, Unfälle und Staus zu reduzieren, hat Mallorcas Inselrat sich nun eine neue Maßnahme einfallen lassen. Ab dem 2. November, also schon in zwei Wochen, bekommt die Autobahn vom Flughafen in Richtung Palma (nicht jedoch von Palma in Richtung Flughafen, wo eigentlich immer Stau ist) eine sogenannte „Bus-VAO“-Spur. Was „Bus“ heißt, ist klar. „VAO“ steht in dem Fall für „Vehiculo de Alta Ocupación“ und bedeutet aus Beamtenspanisch in Deutsch übersetzt: Ein Auto, in dem mehr als nur eine Person sitzt.
Auf einem etwas über vier Kilometer langen Streckenabschnitt, ist die linke Spur nun also bald für Alleinreisende tabu.

Wie das nun Staus reduzieren soll? Inselratspräsidentin Catalina Cladera hofft darauf, dass künftig mehr Fahrgemeinschaften gebildet werden und somit weniger Autos unterwegs sind. Ob das auch so kommen wird, bleibt abzuwarten. Sollte das nicht geschehen, dürfte die Maßnahme die Lage eher noch verschärfen. Kurz hinter dem Flughafen folgt nämlich ein besonders heikler Punkt, an dem der Verkehr auf der rechten Spur regelmäßig zum kompletten Stillstand kommt: die Abfahrt auf Palmas Ringautobahn.
Hier steht man immer. Verlässlich. Zum Fahren bleibt dort also nur noch die Mittelspur, wenn die linke nicht mehr genutzt werden darf. Wobei „fahren“ nun auch wieder das völlig falsche Wort ist, da die Mittelspur von den Tempo 30-Fahrern blockiert wird, die sich den Stau auf der rechten Spur nicht geben wollten und auf den letzten Metern doch noch irgendwo eine Lücke suchen, um auf die Abfahrt zur Ringautobahn zu kommen.

Es wäre übrigens nicht die erste verkehrsberuhigende Maßnahme, die keinen praktischen Nutzen hat. Im Februar 2021 wurde auf Palmas Ringautobahn Tempo 80 eingeführt. Damit wollte man ebenfalls Luftverschmutzung, Unfälle und Staus reduzieren. Ganz ehrlich? Gefühlt hat sich da nichts verändert. Wer morgens (Berufsverkehr), mittags (Mittagspausenverkehr) oder abends (wieder Berufsverkehr) auf die Ringautobahn fährt, weiß, dass beschleunigen sinnlos ist. Man bleibt ja eh direkt nach der Auffahrt wieder stehen. Tempo 80? Schön wäre, man könnte mal 80 fahren. In der Realität fährt man dort allerdings genauso wenig 80, wie man vorher 120 fuhr. Stop-and-go ist Stop-and-Go, egal was auf dem Schild steht.

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