Nebenbei essen schadet: Expertin erklärt die überraschenden Risiken

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Von : Markus Niedrig

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Wie oft nehmen Sie eine Mahlzeit wirklich bewusst wahr — ohne Bildschirm, E‑Mail oder Multitasking? In einer Zeit, in der viele Menschen zwischen Meetings und Notifications essen, warnt Food‑Designerin Marije Vogelzang davor, Genuss und Wahrnehmung dem Alltag zu opfern. Das hat Konsequenzen für Geschmack, Sättigung und Essgewohnheiten.

Wie Umgebung den Geschmack verändert

Vogelzang erläutert, dass Geschmack nicht allein im Mund entsteht, sondern in engem Zusammenspiel mit Erinnerungen, Erwartungen und Sinneseindrücken. Farben, Geräusche oder sogar das Gewicht des Bestecks beeinflussen, wie wir ein Gericht bewerten.

Forschende haben wiederholt gezeigt, dass Kontextfaktoren die sensorische Wahrnehmung modulieren — das Gehirn bewertet und ergänzt Informationen, bevor die Zunge das Urteil fällt. Wer also in einer störenden Umgebung isst, kann denselben Teller völlig anders erleben als in einem ruhigen, bewusst gestalteten Setting.

Die alltägliche Unaufmerksamkeit

Viele Menschen essen im sogenannten Autopilot-Modus: neben dem Laptop, im Auto oder beim Scrollen auf dem Smartphone. Das führt laut Vogelzang dazu, dass Details verloren gehen — Geschmack, Textur und die Menge, die man zu sich nimmt.

Praktisch bedeutet das: Weniger Genuss, eventuell höhere Portionsaufnahme und ein geringeres Bewusstsein dafür, wo die Lebensmittel herkommen. Kleine Eingriffe in die Esssituation können deshalb große Wirkung zeigen.

  • Schalte Ablenkungen aus: Handy stumm, Bildschirme aus — das reduziert äußere Reize und lenkt die Aufmerksamkeit zurück auf den Teller.
  • Wechsel die Hand: Mit der weniger dominanten Hand zu essen verlangt dem Gehirn mehr Aufmerksamkeit ab und erhöht die Präsenz beim Essen.
  • Vergleichen: Zwei Apfelsorten oder verschiedene Brotsorten nacheinander probieren — das schärft die Sinne und zeigt Unterschiede deutlicher.
  • Optik nutzen: Kleinere Teller oder bewusstes Anrichten können das Sättigungsgefühl verändern, ohne die Kalorien zu erhöhen.
  • Rolle wechseln: Sich kurz vorstellen, man sei ein kritischer Verkoster, lenkt die Wahrnehmung auf Aromen und Struktur.

Diese Maßnahmen sind keine Diätregeln oder teure Lifestyle‑Tricks. Vielmehr geht es um bewusstes Essen — eine veränderte Haltung, die oft mit wenigen Veränderungen erreichbar ist.

Für Vogelzang sieht eine ideale Mahlzeit schlicht aus: Menschen, die ohne Smartphone am Tisch sind, die im Moment bleiben und einander Aufmerksamkeit schenken. Genau diese Abkehr vom Dauerablenken erhöht offenbar die empfundenen Qualitäten einer Mahlzeit.

Quelle: Gespräch mit Food‑Designerin Marije Vogelzang für Spot on News

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