Der Intendant des öffentlichen Rundfunks in Österreich, Roland Weißmann, hat sein Amt mit sofortiger Wirkung niedergelegt. Der Schritt erfolgte, nachdem ein Vorwurf sexueller Belästigung bekannt wurde; Weißmann bestreitet die Anschuldigungen.
Der Sender teilte den Rücktritt offiziell mit. Nach Angaben des Anwalts von Weißmann hatte eine Mitarbeiterin den Stiftungsrat über angeblich unangemessenes Verhalten aus der Anfangszeit seiner Intendanz informiert. Der Rat habe seinem Vorsitzenden daraufhin nur wenige Tage zur Entscheidung gegeben, kritisierte der Rechtsbeistand und bemängelte, dass es keine inhaltliche Prüfung der Vorwürfe gegeben habe.
Warum das jetzt relevant ist
Der Rücktritt fällt in eine empfindliche Phase für den Sender: Im Mai Gastgeber des Eurovision Song Contest, steht der ORF vor einer internationalen Medienaufgabe mit hoher Sichtbarkeit. Für viele Beobachter bedeutet der Schritt ein zusätzliches Risiko für Reputation und operative Abläufe in den kommenden Wochen.
Der Stiftungsrat erklärte, man nehme die Situation ernst und bedanke sich bei Weißmann für seine langjährige Tätigkeit. Der Intendant sei 57 Jahre alt und seit drei Jahrzehnten in verschiedenen Funktionen für den Sender tätig gewesen.
Das weitere Vorgehen ist offen
Weißmanns Anwalt betonte, sein Mandant habe die Vorwürfe zurückgewiesen. Konkrete Angaben zu möglichen internen Untersuchungen oder externen Prüfungen machte der Sender zunächst nicht. Unklar ist ebenfalls, wie schnell eine Nachfolgeregelung erfolgen wird und welche Konsequenzen der Fall für interne Abläufe haben könnte.
Für Mitarbeiter und Partner des Hauses stellt sich nun die Frage, wie die laufenden Projekte, insbesondere die ESC-Vorbereitungen, personell und organisatorisch abgesichert werden. Expertinnen und Experten für Medienrecht verweisen in solchen Fällen meist auf die Notwendigkeit transparenter, zügiger Prüfverfahren, um sowohl Betroffenen gerecht zu werden als auch die Funktionsfähigkeit der Institution zu sichern.
Weißmanns Weg im ORF
Der 57-Jährige kam Mitte der 1990er-Jahre zum ORF und übernahm rasch Leitungsaufgaben. In den folgenden Jahren stieg er zu zentralen Positionen auf: 2012 wurde er Chefproduzent der Fernsehsparte, 2017 übernahm er zusätzlich eine stellvertretende Finanzverantwortung. 2022 wählte ihn das Gremium zum Intendanten.
Unter seiner Leitung setzte der Sender verstärkt auf digitale Angebote und die Ansprache jüngerer Zielgruppen; Diversität in Programminhalten gehörte zu seinen erklärten Zielen.
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Jonas Reichert ist ein leidenschaftlicher TV-Kritiker, der die neuesten Shows und Serien analysiert. Mit Fachwissen und Humor bringt er seinen Lesern die faszinierende Welt des Fernsehens näher.
