Martin Schulz hat in der TV-Sendung „Caren Miosga“ eingeräumt, dass er seine früheren Einschätzungen zur politischen Lage in den USA korrigieren müsse. Seine Kritik richtet sich vor allem gegen die jüngsten Aktionen des amerikanischen Präsidenten – und gegen das fehlende strategische Konzept in Europa.
Der frühere Präsident des Europäischen Parlaments und SPD-Kanzlerkandidat von 2017 mahnte in dem Gespräch eine klare Reaktion an: Die öffentlichen Äußerungen und Handlungen Washingtons, etwa im Umfeld von Grönland und anderen strategischen Fragen, untergräben verlässliche Regeln der internationalen Politik. Schulz sagte, er habe sich geirrt, was die Stabilität der transatlantischen Ordnung angehe, und forderte ein Umdenken in der europäischen Außen- und Sicherheitspolitik.
Warum die Debatte jetzt relevant ist
Die Diskussion gewinnt an Dringlichkeit, weil unsichere Signale aus Washington direkte Folgen für Handel, Sicherheit und den internationalen Rechtsrahmen haben. Wenn Bündnisse und Handelsbeziehungen nicht mehr auf vorhersehbaren Spielregeln beruhen, steigt das Risiko für politische und wirtschaftliche Verwerfungen in Europa.
Schulz wies darauf hin, dass Europa bislang kein geschlossenes Gegenkonzept habe. Ohne abgestimmte Strategie drohe die Union, auf Impulse von außen lediglich reaktiv zu antworten statt selbst gestaltend aufzutreten. Für Bürgerinnen und Bürger bedeutet das: Entscheidungen über Sicherheit, Energie und Außenbeziehungen könnten stärker fremdbestimmt werden.
Zwischen Kritik und Sachfragen
Im Gespräch vermied Schulz Polemik, blieb aber deutlich in seiner Bewertung der Lage: Es sei schwer, die Entwicklungen mit dem Begriff „Rechtsstaat“ in Einklang zu bringen, wenn politische Entscheidungen nationale und internationale Normen aushebeln. Er plädierte für eine Stärkung multilateraler Institutionen und eine engere Abstimmung innerhalb der EU sowie mit verlässlichen Partnern.
Kurzfristig gehe es darum, klare europäische Positionen zu formulieren – etwa bei Handelsfragen, militärischer Zusammenarbeit und dem Schutz kritischer Infrastruktur. Langfristig müsse Europa seine Handlungsfähigkeit ausbauen, so Schulz: Das betreffe sowohl die diplomatischen Kapazitäten als auch die strategischen Reserven und Verteidigungsfähigkeiten.
Was das für die Öffentlichkeit bedeutet
Die Aussagen des Politikers sind ein Stimmungsindikator: Führungskräfte auf beiden Seiten des Atlantiks müssen sich darauf einstellen, dass alte Sicherheiten nicht automatisch Bestand haben. Für Wählerinnen und Wähler heißt das, politische Debatten über Außenpolitik und Sicherheit aufmerksam zu verfolgen und die Forderung nach klaren, europäischen Antworten ernst zu nehmen.
Ob und wie die EU und ihre Mitgliedstaaten auf die Herausforderungen reagieren werden, bleibt offen. Schulz’ Auftritt bei „Caren Miosga“ hat die Debatte neu befeuert — und setzt den Finger auf einen zentralen Punkt: Europas Handlungsfähigkeit ist keine abstrakte Größe, sondern unmittelbar relevant für Stabilität und gesellschaftlichen Wohlstand.
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Jonas Reichert ist ein leidenschaftlicher TV-Kritiker, der die neuesten Shows und Serien analysiert. Mit Fachwissen und Humor bringt er seinen Lesern die faszinierende Welt des Fernsehens näher.
