Weltfrieden möglich trotz Kitsch-Vorwurf: Wie realistisch ist die Utopie?

Startseite » Trends » Weltfrieden möglich trotz Kitsch-Vorwurf: Wie realistisch ist die Utopie?

Aktualisiert am :

Von : Larissa Vogler

Weltfrieden ist absurder Kitsch – aber möglich

Artikeltyp:Meinung

Weltfrieden ist ein naiver Traum – jedoch erreichbar

Handy ausgeschaltet, Führerschein abgelegt, Computer geschlossen. Unser Kolumnist hat genug von der Welt. Scheinbar sind alle durchgedreht. Julia Klöckner, Markus Söder, Sophie Passman. Alle das Gleiche – oder doch nicht? Streben sie einen Platz bei „Germany’s Next Topmodel“ an? Trotzdem gibt es Grund zur Hoffnung.

Anzeige

Ich habe mein Handy ausgemacht, meinen Führerschein abgelegt und meinen Laptop zugeklappt. Ich möchte nichts mehr davon wissen. Ich glaube, wir sind alle verrückt geworden. Ich glaube, Jonathan Meese und Johanna von Orleans hatten immer recht. Ich sitze im Remstal auf einem Berg in einer Kirche beim Gottesdienst.

In der lokalen Zeitung stand ein Artikel über den Vater von Boris Palmer. Meine Schwiegereltern erzählten, dass Palmers Vater sein Haus bunt angemalt hat. Der Remstalrebell war verrückt, aber auch großartig. Der Gottesdienst ist zu Ende. Es ist Abend.

Anzeige

Ich blicke zum Himmel. Dort sind unzählige Sterne. Der Himmel ist schwarz. Und die Sterne leuchten hell. Und ich denke, dass ich so klein bin, dass nichts wirklich wichtig ist. In den letzten Tagen habe ich mir Instagram-Storys angesehen. Von Julia Klöckner, Markus Söder, Bodo Ramelow und Sophie Passman. Ich glaube, sie sind alle gleich. Ich glaube, sie alle wollen in den Recall bei „Germany’s Next Topmodel“. Ich denke, sie wollen Werbung machen, vielleicht für einen Nasenhaartrimmer. Markus Söder singt. Bodo Ramelow bereitet ein veganes Menü vor. Bezahlen wir das? Oder zahlen sie das aus eigener Tasche? Und was wäre schlimmer?

Siehe auch  Audrey Hepburns echtes Zuhause: Entdecken Sie, wo die Ikone wirklich lebte!

Ich denke an Jesus Christus am Kreuz. Früher war es für mich in Ordnung zu sterben. Aber seit ich meine Frau getroffen habe, will ich nicht mehr sterben. Ich habe mir einen Fahrradhelm gekauft, nachdem mir klar wurde, dass ich weiterleben möchte. Seit ich nicht mehr alleine bin, möchte ich weiterleben.

Anzeige

Ich denke, es gibt nichts Schwierigeres, als für die Sünden der Menschen am Kreuz zu sterben. Daran denke ich in letzter Zeit häufig. Nicht nur während der Weihnachtsfeiertage, sondern auch im neuen Jahr. Im Gottesdienst sangen Kinder aus dem Dorf. Dann kam die Kollekte. Würde heute ein obdachloses Paar an der Tür klingeln – sie natürlich schwanger – würde niemand sie hereinlassen. Die drei Weisen aus dem Morgenland ebenso wenig.

Bei Lidl gibt es jetzt viele Deluxe-Produkte mit dem „Sansibar“-Logo. Wenn sich Leute, die nicht reich sind, reich fühlen wollen, kaufen sie ein Glas Sommertrüffel im Discounter. Johannes B. Kerner, David Garrett und Herbert Seckler fahren auf einem Longboard durch den Drive-in von Burger King in Kampen. Und während ich mir das vorstelle, bekomme ich Angst.

Ich denke wieder an Jesus Christus. Ich lese zwei Bücher über das Dritte Reich und den Islam. In den Büchern steht, dass Hitler den Islam „kriegerisch“ fand und das Christentum schwach.

Weltfrieden erscheint wie naiver Kitsch, denke ich. Aber wenn Sie auf dem Land leben, dann wissen Sie, dass er möglich ist. Fahren Sie im Remstal zum Vinomat beim Weingut Bernhard Ellwanger. Gehen Sie in die Kirche. Oder auch nicht. Irgendwo singt ein Gesangsverein. Und die Metzgerei macht zwei Wochen Urlaub. Es wäre alles so einfach, wenn die Leute in den Staatskanzleien nicht mehr für Nasenhaartrimmer werben würden. Immerhin muss Sophie Passmann niemandem etwas bezahlen. Die anderen leider schon.

Siehe auch  Deutsche Wahlurnen oder Mülltonnen? Ein verblüffender Vergleich!

Unser Kolumnist Frédéric Schwilden berichtet regelmäßig in seinen „Notizen aus der Provinz“ über das Leben dort – vom Kürbisfest in Muggendorf bis zur Kartoffel-Döner-Bratwurst in Schleswig-Holstein.

Ähnliche Artikel

Bewerten Sie den Artikel
Teilen Sie diesen Artikel :

Schreibe einen Kommentar