Wien: Donau-Leiche zwingt Mackie Messer zur Zusammenarbeit mit sehbeeinträchtigtem Ermittler

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Von : Jonas Reichert

"Der Wien-Krimi: Blind ermittelt – Tod an der Donau"

                    Mackie Messer als Co-Ermittler

Am Donnerstag zeigt die ARD die Wiederholung des 2023er Films „Der Wien-Krimi: Blind ermittelt – Tod an der Donau“. Der Fall verknüpft ein klassisches Theatermilieu mit einem ungewöhnlichen Ermittlerduo – und macht damit die Ausstrahlung auch für Zuschauerinnen und Zuschauer heute interessant.

Im Zentrum steht der blinde Ex-Kommissar Haller (Philipp Hochmair) mit seinem sehenden Assistenten Niko (Andreas Guenther). An der Donau wird zuerst eine Frau tot am Wohnmobil entdeckt, kurze Zeit später findet man nahebei den leblosen Körper des Theaterdirektors Thomas Bachmann (Erwin Reichel). Haller vermutet nicht nur ein Verbrechen, sondern einen kalkulierten Doppelmord – ein Szenario, das das Ermittlungsbild kompliziert und das Motivenspektrum erweitert.

Wer gerät ins Visier?

Zunächst fällt der Verdacht auf Martin Moser (Andreas Lust), den Exmann des Opfers, gegen den bereits eine Anzeige wegen Stalking vorlag. Doch auch die Angehörigen des Ermordeten stehen im Fokus: Ehefrau Klara (Swintha Gersthofer) und Bruder Max (Roland Koch) sind beide in der Theaterwelt tätig und reagieren schockiert auf die Nachricht.

Die Nähe der Tatopfer zur Bühne schafft zusätzliche Verdächtigungen: Rivalitäten, private Eifersüchteleien oder verdeckte Absprachen — in diesem Milieu kann vieles als Motiv gelten. Haller und Niko müssen prüfen, ob die Kolleginnen und Kollegen ehrlich sind oder Fassade wahren.

Theater als Erzählmaschine

Der Krimi spielt bewusst mit Verweisen auf Brecht: Anspielungen auf die Dreigroschenoper durchziehen die Handlung und geben dem Fall eine meta-theatrale Ebene. Zu Beginn der Episode steht die Inszenierung des Stückes kurz vor der Premiere; Figuren und Bühne verschränken sich so narrativ und thematisch.

Für die Darstellenden ist das kein Zufall. Viele sind selbst im Theater zuhause — etwa Roland Koch, langjähriges Ensemblemitglied des Wiener Burgtheaters — und verleihen dem Film dadurch Authentizität. Gedreht wurde unter anderem im Wiener Volkstheater, was die Atmosphäre zusätzlich stützt.

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Das Drehbuch stammt von Mike Majzen, Regie führte Anne Zohra Berrached. Im Vergleich zu anderen Folgen der Reihe erlaubt dieses Format gelegentlich ironische Nuancen und schärfere Dialoge, ohne seine etablierten Krimi-Konventionen zu verlassen.

Der letzte neue Beitrag der Reihe lief im Herbst 2025; zwei weitere Filme sind seither abgedreht, ihre Sendetermine stehen noch nicht fest.

Der Wien-Krimi: Blind ermittelt – Tod an der Donau – Do., 18.06., ARD, 20:30 Uhr.

Für Zuschauerinnen und Zuschauer bleibt spannend, wie das ungleiche Ermittlerpaar die Widersprüche im Ensemble auflöst – und ob die Bühne mehr verbirgt, als sie zeigt.

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