Als Christine Zillmer 2017 eine Beziehung außerhalb ihrer Ehe begann, hoffte sie auf Unverbindlichkeit und Ablenkung. Stattdessen verfing sie sich in einer Beziehung, die sie später selbst als suchthaft beschrieb – und die erst nach Jahren endete. Diese Geschichte zeigt, wie schnell persönliche Krisen in eine langanhaltende emotionale Abhängigkeit münden können und warum das Thema heute viele trifft.
Die heute 46‑Jährige erzählt nüchtern von jener Zeit: Aus einer fünfjährigen Partnerschaft waren drei Ehejahre geworden, gemeinsam waren ein Hausbau und eine Familie entstanden. Als die Ehe auseinanderbrach, lernte sie den Mann kennen, mit dem alles begann. Seinen Namen nennt sie nicht.
Ursprünglich suchte sie Leichtigkeit und keine Verpflichtungen. Doch aus einem Seitensprung wurde rasch mehr – sie verliebte sich in einen Mann, der selbst in einer festen Beziehung lebte. Die anfängliche Euphorie wechselte bald mit Rückschlägen, kleinen Hoffnungen und wiederholten Trennungsversuchen. Rückblickend beschreibt sie ihr Verhalten als kaum kontrollierbar: Gefühle überlagerten Vernunft, und die Beziehung bestimmte ihren Alltag.
- Beginn: 2017, in einer Phase, in der ihre Ehe bereits zerbrach.
- Situation: Sie ging ihrem Ehemann fremd und wurde gleichzeitig zur Geliebten eines vergebenen Mannes.
- Dauer: Mehrere Jahre intensiver Bindung, mit wiederholten Trennungs- und Annäherungszyklen.
- Folge: Offene Auseinandersetzung mit Schmerz, Suche nach professioneller Hilfe und Rückzug aus der Beziehung.
Ein Experte ordnet ein
Ein Psychologe, der Fälle von Affären und Bindungsdynamiken begleitet, beschreibt das Muster als Kombination aus biochemischen und psychologischen Faktoren. Kurzfristige Verliebtheitsgefühle aktivieren das Belohnungssystem im Gehirn, Hoffnung und Unsicherheit halten den Antrieb aufrecht. Hinzu kommen individuelle Aspekte wie Selbstwert, Trennungserfahrung und die soziale Lage, die das Festhalten an einer problematischen Beziehung begünstigen.
Nach Ansicht des Experten sind es oft nicht nur sexuelle Reize, die binden, sondern die Erwartung, durch den anderen etwas zu heilen oder zu vervollständigen. Solche Erwartungen machen es schwer, konsequent Abstand zu gewinnen – besonders wenn die Beteiligten wiederholt Nähe signalisieren und dann wieder zurückziehen.
Was Betroffenen kurzfristig helfen kann, nennen Fachleute klar: Struktur im Alltag schaffen, Unterstützung im sozialen Umfeld suchen und professionelle Hilfe in Anspruch nehmen. Langfristig sind Selbstreflexion und therapeutische Arbeit wichtig, um wieder stabile Beziehungen und eigene Grenzen aufzubauen.
Christine selbst berichtet, dass es Monate brauchte, bis sie emotional Abstand gewinnen konnte. Rückzug, Austausch mit Freundinnen und begleitende Gespräche mit einer Therapeutin halfen ihr, alte Muster zu durchbrechen. Sie betont, wie schmerzhaft, aber befreiend die Auseinandersetzung mit der eigenen Rolle gewesen sei.
Für Leserinnen und Leser ist dieser Fall aktuell, weil er verdeutlicht: Affären sind selten nur flüchtige Affekte — sie können Jahre überspannen, Familienstrukturen erschüttern und die psychische Gesundheit belasten. Das Thema bleibt relevant, weil viele Menschen in Zeiten persönlicher Umbrüche ähnliche Versuchungen erleben und oft nicht wissen, wie sie sie verantwortungsvoll verarbeiten sollen.
Am Ende steht bei Christine nicht die dramatische Pointe, sondern ein langsamer, arbeitender Prozess: Einsicht, Neuanfang und die Erkenntnis, dass Behandlung und ehrliche Gespräche mehr bringen als schnelle Ersatzbefriedigung. Für viele Betroffene sind das erste Schritte auf dem Weg aus der Abhängigkeit zurück ins eigene Leben.
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Johanna Feldner ist Paartherapeutin und bietet praktische Ratschläge, um Beziehungen stark und harmonisch zu halten. Sie glaubt, dass Kommunikation der Schlüssel zu einer erfüllten Partnerschaft ist.
