Das typischste deutsche Gericht
In zahlreichen Imbissbuden, geführt von Menschen der ersten bis dritten Generation in Deutschland, wird Drehspießfleisch in Fladenbrot serviert. Diese Menschen haben sich als Mitbürger und Unternehmer etabliert und setzen sich für die Einhaltung der Gesetze auch an den Grenzen ein.
Wenn ich an Deutschland abseits der großen Städte denke, fallen mir die Imbisse ein, die es in jeder Kleinstadt gibt. Ich denke an Orte wie das „Bad Stebener Kebab Haus“ in Oberfranken, „Bei Ali“ in Wermelskirchen oder „Mustafa“ in Merzig im Saarland. Viele dieser Inhaber sind so stolz auf ihre Geschäfte, dass sie sich selbst auf Zeichnungen oder Fotos als Werbefiguren präsentieren. Oftmals sind es Männer, meist mit markanten Schnurrbärten, die neben einem Drehspieß stehen und dem Betrachter mit einem warmen Lächeln begegnen. Diese Bilder symbolisieren ihren Erfolg.
Es sind Menschen, die hier in der ersten bis dritten Generation leben. Sie kamen einst als Gastarbeiter und sind heute vollwertige Staatsbürger, Nachbarn, Freunde und Unternehmer. Was also ist das deutscheste aller Gerichte? Letztendlich ist es das Fleisch vom Drehspieß im Fladenbrot – gerne „mit allem und scharf“. Sogar auf der 6th Avenue in New York oder der Shaftesbury Avenue in London findet man mittlerweile „German Doner Kebab“. Es wird angenommen, dass der uns bekannte Döner in Berlin erfunden wurde, während man in der Türkei den Kebab traditionell vom Teller isst.
Die Nachkommen dieser Imbissbesitzer gründeten erfolgreiche Unternehmen wie Biontech oder Crytek, wurden zu Bundestagsabgeordneten wie Cem Özdemir oder Serap Güler und prägen unsere Gesellschaft. Sie sprechen Dialekte wie Schwäbisch oder Rheinisch und engagieren sich in lokalen Sportvereinen.
Seit 2015 wird in Deutschland intensiv über die Herausforderungen der illegalen Migration diskutiert. Auch Persönlichkeiten wie Serap Güler und Cem Özdemir beschäftigen sich damit. Als Özdemir letztes Jahr in einem Beitrag seine Sorge um seine Tochter äußerte, weil junge, migrantische Männergruppen eine Bedrohung darstellen könnten, wurde ihm von einigen eine Nähe zur AfD unterstellt. Ein Professor bezeichnete ihn sogar als „Gesicht der völkischen Wende in der Bundesrepublik“.
Die Männer mit Schnurrbart lassen sich ihre Meinung nicht verbieten
In Deutschland gibt es tatsächlich nationalistische Strömungen, genährt von Angst und Unwissenheit, wobei die AfD oft als deren Gesicht gilt. Ihr Erfolg spiegelt das Versagen der demokratischen Parteien wider, die Realitäten zu erkennen und entsprechend zu handeln. Wenn Fremdenfeindlichkeit und Rassismus zunehmen, liegt das auch daran, dass die demokratischen Parteien ihre Aufgaben nicht erfüllt haben.
Besuchen Sie einmal Ihren lokalen deutschen Döner-Imbiss. Die Männer mit den Schnurrbärten, ähnlich wie Serap Güler und Cem Özdemir, lassen sich ihre Meinung nicht verbieten. Viele von ihnen setzen sich dafür ein, dass unser Rechtsstaat auch an den Grenzen funktioniert. Wir sollten darüber nachdenken. Anders als ich, Michael oder Sabine, erleben sie Fremdenfeindlichkeit und Rassismus direkt – obwohl sie uneingeschränkt Deutsche sind.
Unser Autor Frédéric Schwilden berichtet in seinen „Notizen aus der Provinz“ regelmäßig über das Leben dort – vom Kürbisfest in Muggendorf bis zur Kartoffel-Döner-Bratwurst in Schleswig-Holstein.
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Larissa Vogler ist Kulturjournalistin mit einer Leidenschaft für Filme, Serien und Shows. Sie liebt es, unentdeckte Perlen aufzuspüren und ihre Leser mit neuen Ideen zu begeistern.
