Heilendes Retreat auf Bali: Tiefgreifende Einblicke in Sisterhood und psychische Gesundheit

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Von : Elina Kreuzer

Glamour Germany
Was uns wirklich auf einem Heilungs-Retreat heilt? Visual Editorin und Fotografin Alexa von Arnim teilt ihre Erfahrungen von einem Retreat nur für Frauen auf Bali und wie es ihre Sicht auf weiblichen Zusammenhalt verändert hat

Meine Erfahrung: Ein Heilungs-Retreat für Frauen auf Bali

Heilung kann sehr unterschiedliche Formen annehmen. Es gibt zahlreiche Gründe, warum und wovon man heilen möchte, und ebenso viele Ansätze dies zu versuchen.

In den letzten Monaten habe ich verschiedenste Methoden ausprobiert. Ich begann eine Verhaltenstherapie, verdoppelte meine Pilates-Kurse, buchte mehrere Termine bei meiner bevorzugten Astrologin, traf eine Tarotkartenleserin in einer Bar in Paris, kontaktierte die spirituelle Lichtheilerin meiner Mutter – und das ist nur ein Auszug. Nach einem Marathon der dritten Staffel von “White Lotus” entschied ich, dass ein Retreat der perfekte Abschluss meiner Heilungsreise sein könnte.

Inhalt:

  • Was ist ein Healing Retreat?
  • Ein Healing Retreat nur für Frauen – ist das notwendig?
  • Warum ich mich für ein Women’s-only-Retreat entschieden habe
  • Gefühle teilen: Wie viel ist zu viel?
  • Fazit: Bin ich jetzt endlich geheilt?

  • Was ist ein Healing Retreat?

    Es gibt eine Vielzahl an Healing Retreats, die sich in ihren Schwerpunkten und Preiskategorien unterscheiden. Nach intensiver Suche entschied ich mich für das “Escape Haven Retreat” auf Bali. Dieses Retreat bietet unterschiedliche Pakete an, abhängig davon, was man erreichen möchte: Healing-, Yoga-, Surf-, Detox-, Ayurveda- und Menopause-Pakete. Ich wählte das Ayurveda-Paket. Nachdem ich las, was alles inbegriffen war, wollte ich am liebsten sofort losfliegen. Tägliche Ayurveda-Behandlungen und Massagen, tägliche Treffen mit dem Ayurveda-Arzt Dr. Raj, alle Mahlzeiten, eine endlose Auswahl an gesunden Snacks und frisch gepressten Säften, Ausflüge, abendliche Blumenbäder, Yoga- und Pilates-Stunden und vieles mehr. Ziel war es, sich selbst zu finden, Körper und Geist Gutes zu tun und von alltäglichen Belastungen zu heilen.

    Das Herzstück des “Escape Haven”-Resorts: der Poolbereich mit Feuerstelle.

    Alexa von Arnim


    Ein Healing Retreat nur für Frauen – ist das notwendig?

    Ein Aspekt bereitete mir Sorgen: Es ist ein ausschließlich weibliches Retreat, das großen Wert auf Gemeinschaft legt.

    „Du wirst Verbindungen knüpfen, die zu lebenslangen Freundschaften werden“, stand auf der Webseite. „Ja, klar“, dachte ich, „mit denen habe ich sicher nichts gemeinsam…“ Außerdem wollte ich auf meiner Heilungsreise vor allem eines: Zeit für mich.

    In der Vergangenheit hatte ich oft Vorbehalte gegen „Women’s only“-Veranstaltungen. Junggesellinnenabschiede, bei denen man enge Freunde nicht einlädt, weil sie Männer sind, finde ich schrecklich. Das gilt auch umgekehrt für reine Männerveranstaltungen, bei denen Frauen nicht willkommen sind. Zudem trage ich ein Jugendtrauma mit mir: Ich wurde immer wieder Opfer von Slut Shaming, fast ausschließlich durch andere Frauen. Ich wurde beschimpft, angespuckt und aus den „coolen Mädchencliquen“ ausgeschlossen. Heute weiß ich, dass es auch anders geht, und ich schätze die Frauen, die mein engstes und liebstes Unterstützungssystem bilden. Doch solche Erfahrungen hinterlassen Spuren.

    Gemeinsame Heilungszeremonien und Kochkurse. Alles kann, nichts muss.

    Escape Haven, Alexa von Arnim

    Warum ich mich für ein Women’s-only-Retreat entschieden habe

    Der erste Solo-Trip, vor allem als „people person“, ist beängstigend – und als Frau umso mehr. Ein auf alleinreisende Frauen spezialisiertes Retreat bietet die nötige Sicherheit, um sich zu entspannen, ohne ständig um die eigene Sicherheit besorgt sein zu müssen. Der Community-Aspekt war zunächst das Einschüchterndste für mich, gleichzeitig aber auch beruhigend, da es diese Gruppe gab, die einen auffängt und schützt – auch vor möglicher Einsamkeit.

    Schon bei meiner Ankunft nahm mir eine der vielen wunderbaren Frauen, die im Retreat arbeiten, die ersten Sorgen: „Du bist hier, um zu tun, was sich für dich richtig anfühlt, und ich bin hier, um dir dabei zu helfen.“

    Wir wurden ermutigt, Zeit mit den anderen Frauen zu verbringen, aber nur, wenn wir uns dabei wohlfühlten. Ich entschied mich, mich voll und ganz auf die neue Erfahrung einzulassen und nahm an der Eröffnungszeremonie teil, bei der wir mit Kokosnüssen in der Hand um ein Feuer saßen und jede, oft unter Tränen, erzählte, warum sie hier war.

    Was hatte ich also gemeinsam mit einer 21-jährigen Studentin aus England, die nach Selbstbewusstsein sucht, einer 40-jährigen belgischen Sex-Therapeutin, die eine Pause von ihren zwei Partnern brauchte, einer Krankenschwester kurz vor der Rente, die in einem Hochsicherheitsgefängnis arbeitet und der die Brutalität an ihrem Arbeitsplatz manchmal zu viel wird, und einer Anfang 30-jährigen Australierin, die zwei Wochen vor der Hochzeit alles abgeblasen hatte?

    Im Laufe unserer gemeinsamen Woche lernte ich, dass eine Gemeinsamkeit ausreicht, um füreinander da zu sein: Wir sind alle Frauen, die einen Weg zur Heilung suchen – gemeinsam, aber auch jede für sich.

    So merkte ich schnell, dass es niemandem etwas ausmachte, wenn ich nicht ständig „on“ war. Es war in Ordnung, wenn ich mich um 20 Uhr auf mein Zimmer zurückzog, um mein Buch zu lesen und ein vorbereitetes Blumenbad zu genießen, oder mein Mittagessen auch mal allein am Pool zu essen.

    Typische balinesische Outfits und Opfergaben an die Götter.

    Escape Haven, Alexa von Arnim

    Gefühle teilen: Wie viel ist zu viel?

    Zu Beginn wollte ich jedoch nicht unbedingt meine Tränen mit der Gruppe teilen.

    Tränen überwältigen mich oft, sowohl meine eigenen als auch die von anderen. Ich fühle mich unsicher, wie ich darauf reagieren soll. Entweder ich überreagiere (wie der spontane nächtliche Trip durch Paris, um einer weinenden Freundin am Telefon beizustehen) oder ich reagiere zu distanziert (ein Schulterklopfen und ein „Wird schon wieder!“).

    Als bei der ersten Yoga-Stunde eine meiner Mitreisenden in Tränen ausbrach, war ich unsicher, wie ich reagieren sollte. Aber das war nicht nötig, denn sofort waren zwei Frauen an ihrer Seite. Ohne viel Aufhebens nahm eine sie in den Arm, die andere reichte ihr Taschentücher. Es war selbstverständlich: Wenn du darüber reden möchtest, sind wir für dich da. Und wenn nicht, auch!

    Wie eine Yoga-Stunde jemanden so emotional berühren kann, war mir anfangs unklar.

    Als ich mich selbst zwei Tage später nach einer Gruppenmeditation in mein Zimmer zurückzog, um heimlich ein paar Tränen zu vergießen, verstand ich es plötzlich. Mein Respekt und Mitgefühl für diese Frauen, die ihre Gefühle so offen voreinander zeigten, wuchs schlagartig, und mir wurde klar: Eigentlich hätte ich meine Tränen nicht bis zur Einsamkeit meines Zimmers zurückhalten müssen.

    Und so kam es dann doch, dass ich am letzten Abend während der Kakao-Zeremonie pl

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