Eine aktuelle internationale Auswertung stellt Deutschland überraschend weit oben bei der Beziehungsstabilität fest – und das wirkt sich auf Familienalltag, Politik und gesellschaftliche Erwartungen aus. Warum das jetzt relevant ist: In Zeiten von Debatten über Partnerschaftsformen zeigen die Zahlen, wie resilient Paare hierzulande tatsächlich sind.
Zahlen, die gegen den Trend sprechen
Das Vergleichsportal Compare the Market Australia hat mehrere Indikatoren kombiniert – etwa Heirats- und Scheidungsraten, Lebenserwartung, globale Glücksindikatoren und das Online-Interesse an Beziehungsthemen – und damit ein Ranking zur Stabilität von Partnerschaften erstellt. Deutschland landet demnach auf Platz fünf mit einem **Indexscore** von 66,82.
Wichtig zu wissen: Die Statistik stützt sich zusätzlich auf amtliche Daten des Statistischen Bundesamts, besonders bei den Heirats- und Scheidungsraten, sodass die Ergebnisse nicht nur aus Umfragewerten bestehen.
Deutsche Kennzahlen im Überblick
Das Bild für Deutschland ist zweigeteilt: Die **Heiratsrate** ist vergleichsweise hoch, gleichzeitig ist die **Scheidungsrate** verhältnismäßig gering. Das deutet darauf hin, dass Ehen in Deutschland häufiger bestehen bleiben als in vielen anderen Ländern.
| Land | Indexscore | Heiratsrate (pro 1.000) | Scheidungsrate (pro 1.000) |
|---|---|---|---|
| Deutschland | 66,82 | 4,5 | 1,7 |
| Schweiz | — (Rang 1) | n. a. | 1,9 |
| Irland | — | n. a. | 0,7 |
| USA | 42,27 | 5,1 | 2,3 |
Welche Länder führen das Ranking an — und warum
Die Studie nennt die Schweiz an der Spitze, getrieben von hoher Lebenserwartung und einem überdurchschnittlichen Glücksindex. Auf dem Podium finden sich außerdem Japan und Österreich; skandinavische Staaten wie Norwegen und Schweden schneiden ebenfalls sehr gut ab. Die Autorinnen und Autoren führen diesen Erfolg vor allem auf starke soziale Netzwerke und staatliche Unterstützungsangebote zurück — Faktoren, die Paaren in Krisen helfen können.
- Hohe Heiratsrate: Deutschland liegt unter den Top-Ländern bei der Anzahl Eheschließungen.
- Niedrige Scheidungsrate: Mit 1,7 pro 1.000 Einwohnern bleibt die Trennungsquote hier vergleichsweise gering.
- Soziale Infrastruktur: Länder mit guter Unterstützung für Familien schneiden tendenziell besser ab.
Für Leserinnen und Leser hat das konkrete Folgen: Paare treffen ihre Entscheidungen nicht im luftleeren Raum. Behörden, Beratungsstellen und Arbeitgeber spielen eine Rolle darin, wie Beziehungen Halt finden oder zerbrechen.
Der Blick nach Übersee
Ein Gegengewicht liefert die Auswertung für die USA: Trotz einer höheren Heiratsrate fällt der Gesamtwert des Landes deutlich niedriger aus (42,27). Die deutlich höhere Scheidungszahl legt nahe, dass Ehen dort häufiger an Belastungen scheitern als etwa in Deutschland oder der Schweiz.
Die Studie liefert damit keine einfachen Wahrheiten, wohl aber handfeste Anhaltspunkte: Stabilere Partnerschaften korrelieren nicht allein mit kulturellen Einstellungen, sondern auch mit Alter, Gesundheitsdaten und politisch gestalteten Rahmenbedingungen.
Je nach Perspektive eröffnen die Ergebnisse Ansatzpunkte für Politik (Familienförderung, Vorsorge), Forschung (Ursachen von Stabilität) und Paare selbst (Ressourcen nutzen, Beratungsangebote wahrnehmen). Wer versteht, welche Faktoren Beziehungen stützen, kann gezielter vorbeugen und unterstützen.
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Johanna Feldner ist Paartherapeutin und bietet praktische Ratschläge, um Beziehungen stark und harmonisch zu halten. Sie glaubt, dass Kommunikation der Schlüssel zu einer erfüllten Partnerschaft ist.
