Der 1963 entstandene Sketch „Dinner for One“ gehört zu Silvester wie Feuerwerk — und weckt jährlich dieselbe Frage: Wie nüchtern bleibt Butler James, wenn er zum Abschluss Miss Sophies 90. Geburtstag für mehrere abwesende Gäste mittrinkt? Eine grobe Rechnung zeigt, dass es in der Comedy deutlich über den normalen Promillewert hinausgehen dürfte — mit ernsten physiologischen Konsequenzen, wenn man die Szene realistisch betrachtet.
Was der Sketch zeigt, ist simpel: Der Butler nimmt mehrfach hintereinander alkoholische Getränke in kurzer Folge, bis er sichtbar beschwipst und am Ende kaum noch auf den Beinen steht. Aus dramaturgischer Sicht ist das Element komisch; medizinisch betrachtet lassen sich daraus aber Abschätzungen ableiten.
Wie man das überschaubar berechnet
Um eine grobe Promille‑Schätzung vorzunehmen, braucht man ein paar Annahmen: wie viel Alkohol pro Glas, wie hoch der Alkoholgehalt der Getränke, wie viele Gläser insgesamt, Körpergewicht und die Zeitspanne des Trinkens. Die gebräuchliche Formel zur Schätzung des Blutalkoholspiegels ist die sogenannte Widmark‑Formel. Sie ist kein Messwert, gibt aber eine nachvollziehbare Rechenbasis.
Als Beispielrechnung: Nimmt man an, James habe zwischen 10 und 20 Kleinschlucke konsumiert, je etwa 40 ml einer Spirituose mit rund 40 % Vol., liefert das pro Schluck etwa 12,8 Gramm reinen Alkohol. Das entspricht bei 10 Schlucken rund 128 g Alkohol, bei 20 Schlucken etwa 256 g.
Setzt man diese Mengen in die Widmark‑Formel für einen Mann mit 75 kg Körpergewicht und einem Verteilungsfaktor (r) von 0,68 ein, ergibt sich ein theoretischer Bereich von etwa 2,5 bis 5,0 Promille unmittelbar nach dem Trinken. Zieht man eine durchschnittliche Stoffwechselrate von rund 0,1–0,2 Promille pro Stunde ab (je nachdem, wie viel Zeit vergeht), bleibt immer noch ein Wert, der meist im Bereich von etwa 2 bis 4 Promille liegen dürfte.
Warum die Bandbreite so groß ist
Je nachdem, welche Parameter man anders ansetzt, verändern sich die Zahlen deutlich:
- Körpergewicht: Leichtere Personen erreichen bei gleicher Alkoholmenge höhere Promillewerte.
- Getränkeart und -menge: Wein, Likör oder hochprozentige Spirituosen führen zu unterschiedlichen Alkoholmengen pro Glas.
- Trinktempo und Pausen: Bei schneller Abfolge steigt die Spitze des Blutalkohols stärker an.
- Individuelle Metabolisierung: Enzymaktivität, Trinkgewohnheiten und Gesundheitszustand spielen eine Rolle.
Vor allem letzterer Punkt macht klare Aussagen unmöglich: Ohne Laborwert bleibt es eine fachlich fundierte Schätzung, kein Befund.
Die Realität hinter dem Lachen
Rein physikalisch wären Promillewerte oberhalb von drei oder vier für die meisten Menschen mit schweren Ausfallerscheinungen verbunden — Bewusstseinsstörungen, Sturzrisiko und im Extremfall lebensbedrohliche Vergiftungszeichen. Dass ein Schauspieler in einer kurzen Sketchfassung solche Symptome kaum realistisch darstellen müsste, erklärt die komödiantische Überhöhung.
Für Zuschauer heute ist das Thema aus zwei Gründen relevant: Zum einen zeigt es, wie sich Humor und soziale Normen in Bezug auf Alkohol über Jahrzehnte wandeln. Zum anderen lädt die Szene dazu ein, über Verantwortung im Konsum und die Darstellung von Trunkenheit in Medien nachzudenken — gerade an einem Abend, an dem viele Menschen selbst Alkohol trinken.
Fazit: Ohne exakte Messung bleibt jede Angabe spekulativ. Eine vorsichtige, nachvollziehbare Schätzung landet jedoch im niedrigen bis mittleren Promillebereich, also deutlich über der legalen Grenze fürs Führen eines Fahrzeugs und in einem Bereich, der bei realen Menschen mit ernsthaften Risiken verbunden ist.
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Jonas Reichert ist ein leidenschaftlicher TV-Kritiker, der die neuesten Shows und Serien analysiert. Mit Fachwissen und Humor bringt er seinen Lesern die faszinierende Welt des Fernsehens näher.
