First-Lady-Krise eskaliert: Neue Enthüllungen und Konsequenzen!

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Von : Larissa Vogler

Die First-Lady-Krise


Artikeltyp:Meinung

Die Krise der First Lady

Friedrich Merz nimmt als Bundeskanzler erstmalig am G7-Gipfel in Kanada teil, begleitet von seiner Frau Charlotte Merz. Bela Anda, ehemaliger Regierungssprecher und Kommunikationsberater, diskutiert dies bei WELT TV.

Medien feiern First Ladys, solange diese dem aktuellen Frauenideal entsprechen. Charlotte Merz scheint allerdings nicht zu passen: zu unkompliziert, zu präsent, zu unpassend verheiratet. Eine Rolle, die einst Couture war und heute als Fehlkauf gilt.

Charlotte Merz könnte theoretisch als Deutschlands neue First Lady gelten. Im Boulevard taucht der Begriff vorsichtig auf, nachdem der Kanzlergatte jahrelang kaum erwähnenswert war und Britta Ernst (zur Erinnerung: das ist die Frau von Olaf Scholz) auf wenig Resonanz stieß. In den „seriöseren“ Medien wird das Thema First Lady oft gänzlich ignoriert. Warum eigentlich? Charlotte Merz scheint nicht abgeneigt zu sein, sich in dieser Rolle zu präsentieren. Neben ihrer Tätigkeit als Richterin hat sie kürzlich einige Urlaubstage genommen, um ihren Mann zum G7-Gipfel zu begleiten. Es wirkt wie eine moderne, glückliche und stabile Ehe, die die First Lady nun öffentlich führt.

Wäre das nicht ein idealer Artikel für „Zeit Online“? Aber nein, sämtliche Redakteurinnen der Frauen-gegen-Merz-Instagram-Gruppe lehnen dies ab, da schon die geheuchelte Solidarität ausreicht, um klarzustellen: die Frau von – und dann auch noch die Frau von Merz – kommt hier nicht vor. Man ist bereits einige Schritte weiter Richtung Matriarchat, generell nicht in romantischer Stimmung, glorifiziert lieber Scheidungen oder zählt den Kohlenstoffdioxid-Ausstoß, den Jeff Bezos‘ Hochzeit verursacht.

Auch das Verhältnis der Hauptstadtjournalisten des ÖRR zu Charlotte Merz ist gespalten. Einerseits wurde sie für ihren höflichen Kommentar zur Leitkultur beim Parteitag in Berlin letztes Jahr heftig kritisiert, andererseits mussten einige beim Bundespresseball zwischen kostenlosem Champagner und Häppchen feststellen, dass die Merzens doch keine Nazis sind. Also entscheidet man sich, lieber nichts zu schreiben und verzichtet auf sichere Klicks.

Michelle oder nichts

Medien feiern First Ladys – aber nur, wenn sie genau dem Frauenbild entsprechen, das man gerne in „New York Times“-Essays und auf „Vogue“-Covern sieht. So wie Michelle Obama. Sie war die richtige Frau, mit dem richtigen Hautton, dem richtigen Ivy-League-Abschluss und der richtigen „Haltung“. Die linksintellektuelle Elite liebt es, sich selbst im Spiegel „progressiver“ Vorzeigefiguren zu betrachten. Michelle Obama war genau dieser Spiegel: Eine Frau, die gegen Rassismus ist, die Gleichheit predigt – und gleichzeitig ihre wichtigen Memoiren mit einem Vorschuss von 65 Millionen Dollar verkauft.

Jackie Kennedy war ebenfalls sehr beliebt in ihrer Zeit. Sehr schön, sehr gebildet, sehr gut erzogen, sehr katholisch, sehr sophisticated, sehr gut gekleidet in Chanel. In einer Zeit, in der Frauen kaum Ambitionen auf das Präsidentenamt hegten, stand sie als First Lady erstaunlich nah am Machtzentrum. Manchmal überstrahlte sie sogar ihren Ehemann, sodass John F. Kennedy sich in Paris einmal als der „Mann von Jackie Kennedy“ vorstellte. Nach seinem Tod war sie wesentlich mitverantwortlich für das aufpolierte Erbe ihres Mannes, den heutigen Mythos JFK.



I will stand by man


Melania Trump,
First Lady

Ein traditionelles First-Lady-Ideal wie Jackie Kennedy hätte auch Melania Trump gerne erfüllt. Das verriet sie 1999 in einem Interview mit einem Reporter von ABC News, der sich vorstellen konnte, dass Trump, damals noch Knauss, die nächste glamouröse First Lady werden könnte. Auf die Frage, ob sie dafür ihre Modelkarriere aufgeben würde, antwortete sie lässig: „I will stand by man“.

Trotz ihrer interessanten Persönlichkeit wurde ihr später jede Anerkennung verwehrt. Die Medien verachten Donald Trump oder haben Angst vor ihm, also boykottieren sie auch die First Lady. Weil er sie immer wieder respektvoll in Reden erwähnt? Weil er sie nicht öffentlich betrügt, wie seine Vorgänger Kennedy und Clinton? Oder weil die beiden sich privat nichts erlauben, worüber man sich das Maul zerreißen kann? Melania reagiert mit Würde, greift zum Hut, schirmt sich ab und erledigt ihre karitativen Dienste mit einer beeindruckenden Egal-Haltung. Sie interessiert sich nicht dafür, was man von ihr denkt und bleibt lieber zu Hause, als sich beim G-7-Gipfel von Ursula von der Leyen schräg mustern zu lassen. Auf Umwegen wurde sie so zur selbstbestimmtesten First Lady, die es je gab.

Von Chanel zu Ohrfeigen

Mit der Bereitschaft, jede First Lady zu canceln, die nicht zur eigenen Weltanschauung passt, ist man im Grunde dabei, die Rolle – eigentlich eine wirkmächtige, diplomatisch wichtige und möglicherweise effektivere als ein G-7-Gipfel mit Klassenfahrtcharakter – abzuschaffen. Zunehmend zeigt sich die First-Lady-Krise nun auch in anderen Ländern. Etwa bei Brigitte Macron, die nach ihrem Gastauftritt in „Emily in Paris“ (ein Bild französischer Repräsentation, das in L.A. entworfen wurde, nicht in Paris) in Frankreich selbst vor allem Stirnrunzeln auslöste. Dazu kommt die Anti-Israel Haltung, die ihr Mann neuerdings kultiviert. Jedenfalls scheint auch bei Madame Macron die Lust am Repräsentieren verflogen. Das zumindest erzählt die Ohrfeige vor laufender Kamera.

Hat Charlotte Merz nun First Lady Ambitionen, oder nicht? Die Antwort liegt wie immer im Outfit. Im Fall des G7-Trips ein grauer Hosenanzug, der nicht deutlicher sagen könnte „ich will nicht thematisiert werden“. Nachvollziehbar, siehe oben. Vielleicht ist die Rolle der First Lady einfach zu widersprüchlich für eine Zeit, die lieber weiter an Frauenbildern feilt, als sich mit echten Frauen zu beschäftigen.

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