Die Linken waren mal humorvoller. Und eigentlich behaupten sie doch, Feministen zu sein? Nun sind die Witze und Memes über Melania, ihren Hut und ihre vermeintliche Abneigung gegen ihren eigenen Ehemann peinlich.
Zurückblickend: Während Donald Trumps erster Amtszeit wurde Melania für jedes Detail ihres Auftretens kritisiert, nur weil sie mit dem „bösesten Mann der Welt“ verheiratet war. Während alle früheren First Ladys, Präsidentschaftskandidatinnen und Präsidentschaftstöchter auf dem „Vogue“-Cover geehrt wurden, wurde Melania von progressiven Redakteuren und US-Designern boykottiert und schließlich ignoriert, obwohl sie ein ums andere Mal großartige Outfits trug und sich karitativ engagierte. Andere First Ladys wurden dafür gefeiert, dass sie den Weinkeller im Weißen Haus aufpolierten oder sich mit umfangreichen Biographien selbst ins rechte Licht rückten.
Als Trump sich zunehmend aus der Öffentlichkeit zurückzog, wurden Verschwörungstheorien laut, sie verstecke sich vor ihrem Ehemann oder sei eingesperrt worden. In Wirklichkeit zog sie sich möglicherweise einfach zurück.
Neuerdings scheint man ihr mehr Sympathie entgegenzubringen, denn ständige Kritik wird irgendwann langweilig. Doch nun spricht man ihr jegliche Eigenverantwortung ab. Der Hut diene dazu, Distanz zu ihrem Ehemann aufzubauen, und ihr Outfit erinnere an das einer Beerdigung, um ihre Trauer über die Gesamtsituation auszudrücken. Es wird so getan, als wäre sie eine missbrauchte Minderjährige, die mit der Heirat ihren freien Willen aufgegeben hätte und nun mit ihrer Kopfbedeckung kommunizieren müsse.
Die Linken haben das Prinzip der Erpressung so sehr verinnerlicht, dass sie es ständig auf alles anwenden. Melania Trump ist eine erwachsene Frau, die sich scheiden lassen könnte, wenn sie wollte und dann auch finanziell unabhängig wäre. Aber niemand scheint die Möglichkeit in Betracht zu ziehen, dass sie ihren Mann vielleicht wirklich liebt und sich nicht in den Vordergrund drängen möchte. Vielleicht hat sie die ständige öffentliche Kritik satt und hat sich mit ihrem Hut auf originelle Weise von den Kritikern distanziert, die ihre Mimik stets falsch interpretiert hätten – sie hat entschieden, dass sie diese Art von Öffentlichkeit, die sie nur diffamiert, nicht benötigt.
Eine, die Melania Trump nun als passives Opfer darstellt – weil es einfacher ist, sie in ein feministisches Meme zu zwängen, als die eigene Doppelmoral zu hinterfragen. Auch wenn es nicht in das Konzept all jener passt, die seit den woken Zehnerjahren Liebesbeziehungen zum neuen Schlachtfeld erklärt haben. Es gibt Frauen, die es attraktiv finden, wenn ein Mann Ambitionen hat und für seine Überzeugungen einsteht, die ihre eigenen Werte kennen und sich nicht von einem trendigen Pseudo-Feminismus beeinflussen lassen. In einer Welt, in der moderne unabhängige Frauen immer noch kritisch betrachtet werden.