Die Begeisterung der Generation Z für „Amusable“ Plüschtiere
Wie die Begeisterung für Disney bereits gezeigt hat, sind nicht nur Kinder, sondern auch junge Erwachsene von Produkten begeistert, die eigentlich für Kinder gedacht sind. Ein neuer Trend sind nun Stofftiere, die wie Lebensmittel aussehen. Für einige sind diese mehr als nur ein Spielzeug.
In einem hellblauen Imbisswagen greift die Verkäuferin nach einer Glocke und läutet. Eine Kundin kommt heran und bestellt „Eine Portion Pommes“. „Mit Essig, Salz und Pfeffer?“, fragt die Verkäuferin. „Nur mit Essig“, erwidert die Kundin und beträufelt die Pommes mit Essig. Die Verkäuferin verpackt die Pommes geschickt. Was wie eine alltägliche Szene wirkt, ist in Wirklichkeit eine Attraktion, geschaffen vom britischen Stofftierhersteller Jellycat. Die Pommes, der Fisch, die Erbsen und sogar die Gewürzstreuer sind allesamt Plüschfiguren, die in einem berühmten Londoner Kaufhaus als Teil einer inszenierten Verkaufsshow dienen.
Der im Sommer eröffnete Fish & Chips-Stand wurde schnell zu einem Anziehungspunkt für Touristen. Vor Weihnachten mussten die Besucher bis zu drei Stunden warten, um bedient zu werden. Einzelne Artikel, wie die Erbsen, waren schon ausverkauft, sodass pro Kunde nur ein Artikel verkauft werden konnte. Wer lange Wartezeiten vermeiden möchte, kann online einen zehnminütigen Termin buchen. Das Konzept wurde auch in anderen Metropolen wie New York und Paris umgesetzt, wo junge Verkäufer Plüschpfannkuchen schwenken oder kuschelige Limonentörtchen mit fiktiver Sahne besprühen.
Insbesondere Millennials und Gen-Z sind von den Plüschfiguren angetan, wie die lange Schlange vor dem Foodtruck zeigt. Eine 23-jährige Kundin erklärt, dass die Figuren „nostalgische Kindheitserinnerungen“ wecken. Die Vorliebe junger Erwachsener für solche Produkte ist zu einem Trend geworden, der sich auch auf sozialen Netzwerken zeigt, wo Sammler ihre Jellycat-Kollektionen unter entsprechenden Hashtags präsentieren.
Jellycat wurde 1999 von den Brüdern William und Thomas Gatacre gegründet. Der Name stammt von Thomas‘ Sohn, der eine Vorliebe für Katzen und Marmelade hatte. Seitdem ist Jellycat zu einem der führenden Spielzeughersteller geworden. Die „Amusables“-Reihe – Stofftiere in Form von Lebensmitteln und Alltagsgegenständen – hat die Verkaufszahlen des Unternehmens stark ansteigen lassen. Im Jahr 2023 stieg der Umsatz um 37 Prozent auf 200 Millionen Pfund.
Mehr als nur ein ästhetisches Vergnügen
Auf Instagram und TikTok feiern stolze Sammler ihre neuesten Errungenschaften und präsentieren ihre umfangreichen Sammlungen. Die Plüschfiguren bieten eine Freiheit von den üblichen Schönheitsstandards und treffen den Nerv der visuell orientierten und konsumfreudigen Welt dieser Plattformen.
Professorin Melanie Forster von der Universität York erklärt, dass Plüschtiere Erwachsenen in stressigen Zeiten ein Gefühl von Geborgenheit und Unterstützung bieten können, ähnlich wie eine Bezugsperson in der Kindheit. Auf Plattformen wie Reddit teilen Sammler die positiven Auswirkungen der Plüschfiguren auf ihre mentale Gesundheit.
Angesichts der zunehmenden Ängste und Depressionen unter jungen Erwachsenen, wie sie Jonathan Haidt beschreibt, ist es nicht verwunderlich, dass Gen-Z zu diesen Kuscheltieren als Bewältigungsstrategie greift. Finanzielle Sorgen, sozialer Druck und globale Probleme belasten viele junge Menschen. Das unschuldige Lächeln eines Plüscheis auf Toast kann zwar keine Probleme lösen, bietet aber zumindest kurzzeitig eine Ablenkung und ein Lächeln.
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Larissa Vogler ist Kulturjournalistin mit einer Leidenschaft für Filme, Serien und Shows. Sie liebt es, unentdeckte Perlen aufzuspüren und ihre Leser mit neuen Ideen zu begeistern.
