Ein aktueller Test von Stiftung Warentest bringt überraschende Ergebnisse: Günstige Supermarkt‑Hummus‑Marken schneiden vielfach gut ab – doch ein teureres Bio‑Pulver fällt wegen hoher Pestizid‑Rückstände durch. Für Verbraucher geht es damit nicht nur um Geschmack, sondern um Lebensmittelsicherheit und Vertrauen in Bio‑Kennzeichnungen.
Die Prüfer kauften 21 Hummus‑Produkte ein, darunter gekühlte und ungekühlte Varianten sowie zwei Pulver zum Anrühren. Getestet wurden Billigmarken aus Discountern und Supermärkten ebenso wie Premiummarken. Entscheidend für die Endwertung war vor allem das sensorische Urteil: Geruch, Geschmack und Konsistenz machten 45 % der Bewertung aus. Zusätzlich analysierten Labore Keime, Schadstoffe und Nährwerte.
Gute Qualität für wenig Geld
Erstaunlich: Mehrere preiswerte Eigenmarken erhielten die Note „gut“. Damit ist hochwertiger Fertig‑Hummus bereits für rund 50 Cent pro 100 Gramm erhältlich — ein Hinweis, dass teurer nicht automatisch besser bedeutet.
Die Tests zeigen, dass Einkaufsentscheidungen eher auf konkreten Produktmerkmalen beruhen sollten als auf dem Preisetikett allein. Frisch gekühlt oder konserviert in der Dose: Beide Kategorien lieferten sowohl gute als auch schwächere Ergebnisse.
Problemfall: Bio‑Pulver mit hohen Rückständen
Am anderen Ende der Skala steht ein Bio‑Produkt, das durch deutliche Pestizidbelastung auffiel. In dem getesteten Bio‑Hummuspulver von Koro fanden die Labore Rückstände von mehr als 20 Pflanzenschutzmitteln; drei Wirkstoffe lagen in Konzentrationen, die nach Ansicht der Tester eine Vermarktung nicht rechtfertigen.
Der Hersteller betonte, das Unternehmen habe in eigenen Kontrollen keine Überschreitungen festgestellt. Stiftung Warentest untersuchte dennoch mehrere Packungen desselben Produkts — mit identischem Ergebnis. Als Folge erhielt das Produkt die Gesamtnote „mangelhaft“.
Solche Befunde werfen Fragen nach Produktion, Lieferkettenkontrolle und Stichprobenverfahren bei Bio‑Zulieferern auf. Für Verbraucher bedeutet das: Bio‑Kennzeichen allein garantieren nicht immer frei von Rückständen.
Weitere Auffälligkeit: Weichmacher in Dosenware
Auch eine Dosenvariante blieb hinter den Erwartungen zurück. Der Hummus aus der Dose von Suntat wurde mit der Note „ausreichend“ bewertet, weil in der Probe das umstrittene Bisphenol A nachgewiesen wurde. BPA steht im Verdacht, hormonell wirksam zu sein und die Fortpflanzungsfähigkeit zu beeinträchtigen; für Beschichtungen gelten inzwischen Einschränkungen, Übergangsfristen laufen jedoch noch.
- Was getestet wurde: 21 Produkte, sensorische Prüfung (45 % Gewichtung), Laboranalysen zu Keimen, Schadstoffen und Nährwerten.
- Positive Bilanz: Sechs günstige Eigenmarken erhielten ein „gut“ — gutes Preis‑Leistungs‑Verhältnis.
- Negativfunde: Bio‑Hummuspulver von Koro mit zahlreichen Pestizidrückständen; Suntat (Dose) mit BPA‑Belastung.
- Konsequenz: Herstellerangaben standen im Widerspruch zu Testergebnissen; Testduplikate bestätigten Auffälligkeiten.
Für Verbraucher ergeben sich daraus einige praktische Schlüsse: Auf vollständige Prüfberichte achten, bei Unsicherheit lieber frische, gekühlte Produkte wählen und Dosenhingegen kritisch betrachten. Preis ist kein verlässlicher Qualitätsindikator — prüfen Sie lieber Prüfzeichen und Testergebnisse.
Mehr Details und die vollständigen Bewertungen sind auf test.de abrufbar. Wer Wert auf Lebensmittelsicherheit legt, sollte diese Ergebnisse in seine Kaufentscheidung einfließen lassen.
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Markus Niedrig ist ein begeisterter Hobbykoch, der traditionelle Rezepte mit modernen Einflüssen kombiniert. Seine Liebe zur Küche inspiriert Menschen, das Kochen als tägliches Abenteuer zu genießen.
