Olivenöl fällt bei Stiftung Warentest durch: muffiger Geschmack führt zur Abwertung

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Von : Markus Niedrig

gefaltete Wollpullover

Eine neue Stichprobe von Stiftung Warentest macht deutlich: Viele als „nativ extra“ deklarierte Olivenöle erfüllen nicht mehr die erwartete Spitzenqualität. Die Untersuchung betrifft 25 Produkte – acht davon erhielten die Note „mangelhaft“, darunter mehrere Discounter- und Handelsmarken.

Was steckt hinter dem Qualitätsrutsch?

Alle getesteten Öle trugen die höchste Güteklasse, doch laut Testleiter Jochen Wettach ist die Güte im Handel zunehmend heterogen. Experten führen die Verschlechterung nicht nur auf Produktionsabläufe zurück, sondern sehen auch den Klimawandel als Einflussfaktor: Hitzeperioden, Trockenheit und Ernteausfälle am Mittelmeer wirken sich direkt auf Ertrag und Geschmack aus.

Sensorische Fehler – also unangenehme Geruchs- oder Geschmacksnoten – sind bei extra vergine laut EU-Vorgaben nicht zulässig. Entstehen können sie zum Beispiel, wenn Oliven bereits vor der Pressung zu gären beginnen oder das Öl zu lange mit Sauerstoff in Kontakt kommt.

Welche Mängel fanden die Tester konkret?

Die Prüfer unterschieden grob zwischen fachlich erklärbaren sensorischen Fehlern und chemischen Verunreinigungen. Einige auffällige Befunde im Überblick:

  • Sensorische Defekte: Geruchs- und Geschmacksabweichungen wie ein ranziger oder stechender Eindruck; außerdem Aromen, die als erdig oder muffig beschrieben wurden. Betroffen waren unter anderem Handelsmarken großer Discounter.
  • Mineralölrückstände (MOAH): In mehreren Proben wurden aromatische Mineralölkohlenwasserstoffe nachgewiesen. Bei einzelnen Produkten lagen die Werte so hoch, dass laut Tester eine Marktrücknahme durch Behörden zu erwägen wäre.
  • Weichmacher (DBP): Ein Produkt enthielt deutlich erhöhte Mengen eines DBP-Weichmachers, der als reproduktionstoxisch eingestuft ist. Tester betonen jedoch, dass die festgestellten Werte nicht zu einer akuten Vergiftungsgefahr führten.

Beispiele aus dem Test wurden namentlich genannt: Für einige Discounter-Marken, eine bekannte spanische Marke und mehrere Handelsprodukte lagen die Probleme entweder im Geschmack oder in erhöhter Belastung mit MOAH bzw. DBP.

Was bedeutet das für Verbraucher?

Für Kundinnen und Kunden heißt das: Auf Qualitätssiegel und Frische achten sowie bei auffälligem Geruch oder Geschmack skeptisch sein. Wer ein derart belastetes Öl bereits konsumiert hat, muss laut Testleiter nicht in Panik verfallen – die akute Gesundheitsgefahr ist nach Einschätzung der Prüfer nicht gegeben. Langfristig empfiehlt sich jedoch, belastete Produkte nicht regelmäßig zu verwenden.

Wettach betont außerdem, dass hohe Schadstoffgehalte technisch vermeidbar sind und Produzenten stärker auf Produktions- und Abfüllprozesse achten müssten, um solche Rückstände zu minimieren.

Kurzfassung: Wichtige Punkte auf einen Blick

  • 25 Olivenöle wurden geprüft; acht erhielten „mangelhaft”.
  • Probleme reichten von sensorischen Mängeln bis zu chemischen Verunreinigungen (MOAH, DBP).
  • Einflussfaktoren: Erntequalität, Lagerung, Verarbeitung – und zunehmend klimatische Bedingungen.
  • Keine akute Gesundheitsgefahr laut Test, aber bei wiederholter Belastung langfristige Risiken nicht auszuschließen.

Die vollständigen Testergebnisse sind auf test.de verfügbar (teilweise kostenpflichtig). Für Verbraucher bleibt wichtig: beim Kauf auf Qualität, Herkunftsangaben und Frische zu achten und beim geringsten Zweifel aufs Produkt zu verzichten.

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