Vollkornmehle geprüft: Viele schneiden gut ab, zwei sind mangelhaft

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Von : Markus Niedrig

Vollkornweizenmehl

Die Mehrheit der getesteten Vollkornmehle schneidet im aktuellen Laborcheck gut bis sehr gut ab — doch zwei Produkte werfen Gesundheitsfragen auf. Die Befunde zeigen: Vollkorn bleibt ernährungsphysiologisch vorteilhaft, zugleich können Verunreinigungen in Einzelfällen die Vorteile deutlich schmäl-ern.

Wie die Untersuchung aufgebaut war

Ein Verbrauchermagazin ließ 50 verschiedene Vollkornmehle analysieren, darunter Weizen-, Roggen- und Dinkelprodukte aus Discountern, Drogerien und Bio-Fachmärkten. Hintergrund: Bei Vollkorn werden Schale und Keimling mitvermahlen, weshalb diese Mehle mehr Ballaststoffe, Vitamine und Proteine liefern als Weißmehl — ein Grund, warum viele Konsumenten sie bewusst wählen.

Die Labortests konzentrierten sich auf ernährungsrelevante Kennzahlen und mögliche Schadstoffe. Besonders beachtet wurden Rückstände von Pestiziden, *mineralölbedingte* Komponenten sowie Schwermetalle. Solche Kontaminationen können die gesundheitlichen Vorteile von Vollkorn relativieren.

Viele günstige Produkte erhalten Bestnoten

Das Ergebnis: Ein Großteil der Proben erhielt sehr gute oder gute Bewertungen. Insgesamt waren es mehr als dreißig sehr gut und mehrere gute Produkte — darunter auch preiswerte Marken.

  • K-Bio Weizenmehl Vollkorn (Kaufland, Scheller Mühle) — etwa 0,85 €/kg
  • dm Bio Weizen Vollkorn (Naturland) — rund 0,85 €/kg
  • Back Family Dinkelmehl Vollkorn (Aldi, Frießinger Mühle) — ca. 1,09 €/kg

Diese günstigen Testsieger zeigen, dass gute Qualität und niedriger Preis kein Widerspruch sein müssen. Im Labor gab es hier kaum kritische Befunde.

Welche Probleme bei den Testverlierern festgestellt wurden

Zwei Mehle fielen deutlich ab — mit unterschiedlichen Ursachen.

Das Weizen-Vollkornmehl einer Mühle wurde wegen auffälliger Gehalte an **aromatischen Mineralölkohlenwasserstoffen (MOAH)** abgewertet. MOAH gehören zu Mineralölbestandteilen, von denen einige als potenziell krebserregend eingestuft werden. Zusätzlich fanden die Prüfer Spuren mehrerer Pestizide, darunter ein Wirkstoff, der als bienengiftig und reproduktionstoxisch gilt. Insgesamt lautete das Urteil: mangelhaft.

Das zweite fragliche Produkt, ein Bio-Dinkelvollkornmehl, wies sowohl Spuren von **MOAH** als auch von **MOSH** (gesättigte Mineralölkohlenwasserstoffe) auf. MOSH können sich im Fettgewebe anreichern; die gesundheitlichen Langzeitfolgen sind derzeit nicht abschließend geklärt. Außerdem lagen erhöhte Werte für bestimmte **Schwermetalle** vor — konkret Cadmium und Nickel — die bei hoher Belastung organische Schäden begünstigen können. Dieses Mehl wurde mit ungenügend bewertet.

Der betroffene Händler kündigte an, die geprüften Chargen aus dem Verkauf zu nehmen.

Was bedeutet das für Verbraucher?

Die wichtigste Erkenntnis: Vollkorn bleibt grundsätzlich eine empfehlenswerte Wahl, weil es ernährungsphysiologisch überlegen ist. Verbraucher sollten aber wissen, dass auch vermeintlich gesündere Produkte Rückstände enthalten können.

Praktische Tipps:

  • Auf die Herstellerangaben und Gütesiegel achten — sie sagen jedoch nichts über Kontaminationen aus, dafür sind Labortests nötig.
  • Bei größeren Packungsgrößen das Mindesthaltbarkeitsdatum und Chargennummern prüfen, falls Rückrufe bekannt werden.
  • Vielfalt in der Ernährung reduziert das Risiko, dauerhaft besonders belastete Produkte zu konsumieren.

Wer die vollständigen Testergebnisse nachlesen möchte, findet die detaillierten Analysen online beim betreffenden Verbrauchermagazin. Für aktuelle Rückrufmeldungen sollten Verbraucher die Mitteilungen von Herstellern und Händlern beobachten.

Insgesamt unterstreicht der Test, dass Warenkunde und Laborkontrollen wichtig bleiben — auch bei Lebensmitteln, die von vielen Verbrauchern als „gesünder“ eingestuft werden.

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