Ein aktueller Labortest von Öko-Test rückt Fertig-Porridges mit Trockenfrüchten in den Fokus: Bei einigen Produkten entdeckten Prüfer nicht nur erhöhte Zuckerwerte, sondern auch Rückstände zahlreicher Pestizide. Für Konsumenten ist das relevant, weil Porridge für viele Frühstücksgewohnheit und damit eine regelmäßige Expositionsquelle darstellt.
Wie wurde geprüft — und worauf kommt es an?
Öko-Test ließ insgesamt 19 Fertig-Porridges analysieren, davon 14 mit Bio-Siegel. Untersucht wurden unter anderem Rückstände von Pestiziden, Mineralölbestandteile und Schimmelpilzgifte; dazu flossen Nährwertangaben, Verpackungshinweise und Werbeversprechen in die Bewertung ein.
Besonderes Augenmerk lag auf dem Zuckergehalt: Viele der zugesetzten Trockenfrüchte sind gezuckert oder bringen bereits bei der Verarbeitung zusätzliche Süße ein. Das erhöht den Kalorien- und Zuckeranteil im fertigen Produkt deutlich.
Konkrete Resultate: Mehrheit empfehlenswert — aber mit Vorbehalten
Das Fazit ist zweigeteilt: Die meisten geprüften Porridges erhielten gute Noten, insbesondere die Bio-Varianten. Trotzdem traten bei einzelnen Artikeln Mängel auf, die die Gesamtnote drücken konnten.
In der Bewertung zeigte sich ein klares Muster: Produkte mit Bio-Kennzeichnung schnitten überwiegend besser ab — 11 Bio-Porridges erhielten die Bestnote „sehr gut“, konventionelle Angebote erreichten maximal „gut“. Für Verbraucher bedeutet das: Bio ist nicht automatisch risikofrei, reduziert aber offenbar die Wahrscheinlichkeit höherer Rückstandswerte.
Der größte Ausreißer im Test
Besonders auffällig war ein Markenprodukt, das im Labor gleich mehrere Pestizide in hohen Mengen enthielt. In diesem Fall fanden die Prüfer Rückstände von insgesamt zehn verschiedenen Wirkstoffen, darunter das weit diskutierte Glyphosat sowie Imidacloprid, das in der EU verboten ist. Aufgrund dessen vergab Öko-Test die Note „ungenügend“.
Auf Nachfragen reagierte der Hersteller laut Bericht nicht, wodurch offene Fragen zur Herkunft der Rohware und zu Produktionskontrollen bestehen bleiben.
Empfehlungen für Verbraucher
Wer seine tägliche Schale Porridge möglichst gesund gestalten möchte, sollte folgende Punkte beachten:
- Bevorzugen Sie Produkte mit Bio-Kennzeichnung, vor allem wenn Trockenfrüchte enthalten sind.
- Achten Sie auf Angaben wie „ungesüßt“ oder fehlende Zusatzstoffe auf der Verpackung.
- Wenn möglich: Porridge selbst zubereiten — so steuern Sie Zuckerzufuhr und Rohstoffqualität direkt.
Ausgewählte Produkte aus dem Test
| Produkt | Kennzeichnung | Gesamturteil | Hauptkritik |
|---|---|---|---|
| Seitenbacher Frucht Porridge | konventionell | ungenügend | Rückstände von zehn Pestiziden, darunter Glyphosat und Imidacloprid |
| Bio Primo Porridge Früchte (Bioland) | Bio | sehr gut | keine relevanten Rückstände, moderater Zucker |
| Rewe Bio Porridge Beere (Naturland) | Bio | sehr gut | gute Gesamtbilanz, gute Preis-Leistung |
| Organic Farm Bio Porridge, ungesüßt | Bio | sehr gut | ohne zugesetzten Zucker, gute Laborergebnisse |
Die Testergebnisse unterstreichen zwei zentrale Punkte: Erstens, Fertig-Porridges sind nicht automatisch eine gesunde Wahl — Zutatenlisten und Herkunft der Früchte zählen. Zweitens, regelmäßiger Konsum macht Qualitätsunterschiede relevant für die Gesundheit. Wer auf Nummer sicher gehen will, reduziert verarbeitete Produkte und setzt auf kontrollierte Bio-Ware oder selbst zubereitete Haferbreie.
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Markus Niedrig ist ein begeisterter Hobbykoch, der traditionelle Rezepte mit modernen Einflüssen kombiniert. Seine Liebe zur Küche inspiriert Menschen, das Kochen als tägliches Abenteuer zu genießen.
