Magazin-Revolution: So will es seine Relevanz in der Gegenwart sichern!

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Von : Larissa Vogler

Wie ein Magazin zur Gegenwart zurückfinden will

Das Comeback eines kultigen Magazins in der heutigen Zeit

Die ikonische Zeitschrift „i-D“ kehrt zurück. Die Welt hat sich gewandelt, doch das Ziel des Magazins, Talente auf ihrem Weg zum internationalen Ruhm zu unterstützen, bleibt unverändert. Ist das in der heutigen Zeit noch realisierbar?

An einem Morgen im Jahr 2001, nach einer langen Nacht im Club, stand Tahliah Debrett Barnett, 23 Jahre alt und ohne veröffentlichte Musik, mit ihrem nächtlichen Outfit und Make-up auf einem Londoner U-Bahnsteig. Ein Fotograf entdeckte sie dort und lud sie ins Studio ein. Wenige Wochen später zierte sie das Cover der britischen Ausgabe von „i-D“.

Heute ist sie als FKA Twigs bekannt, eine weltberühmte Popkünstlerin, die für ihre innovativen Songs und unkonventionellen Choreografien gefeiert wird. Ihre Entdeckung durch „i-D“ verkörpert genau das, was das Magazin über Jahrzehnte ausmachte: ein feines Gespür dafür, was oder wer als Nächstes die Zukunft prägen könnte. Diese Fähigkeit muss das Magazin nun auf sich selbst anwenden, denn nach einer kreativen Pause erscheint nun die erste Ausgabe einer neuen Ära – in einer Zeit, in der gedruckte Publikationen oft belächelt werden.

Die Zeitschrift wurde 1980 ins Leben gerufen. Terry und Trishia Jones gründeten sie als Plattform für Pop, Jugendkultur und Mode, die weltweit Einfluss hatte. Die pulsierende Club- und Musikszene Londons lieferte den kreativen Boden, die Liste der Mitarbeiter und Weggefährten ist lang und eindrucksvoll. Der Geist des Unkonventionellen und Straßennahen blieb erhalten, selbst als Supermodels wie Kate Moss und Naomi Campbell regelmäßig in der Zeitschrift erschienen.

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Die neue Eigentümerin ist ein Supermodel und Hobbybäckerin

Jetzt feiert „i-D“ seine Wiedergeburt als halbjährlich erscheinendes Magazin unter der Leitung des neuen Chefredakteurs Thom Bettridge. Er lebt mit seiner Familie in New York und hat Erfahrung mit renommierten Mode- und Lifestyle-Magazinen. Von New York und London aus steuert er nun die Geschicke von „i-D“, das wie viele Marken heute vor existenziellen Fragen steht.

Bettridge jedoch zweifelt nicht an der Fortführung. In seinem Editorial der neuen Ausgabe positioniert er sich humorvoll als „i-Daddy“, was seinen Glauben an den unablässigen Drang nach Vorwärtsbewegung unterstreicht. „Es ist die 374. Ausgabe, aber wer in die Archive sieht, stellt fest, dass ‚i-D‘ nie besonders rückwärtsgewandt war. Die Zeitschrift fokussierte stets auf die Gegenwart“, so Bettridge.

Die erste Ausgabe unter seiner Ägide zeigt sowohl FKA Twigs als auch Naomi Campbell und das transsexuelle Mädchen Enza Khoury aus Ohio auf dem Cover. „Wer ist sie?“, fragt jedes Cover, eine Frage, die sowohl Scherz als auch ernsthafte Neugier ausdrückt. Es verdeutlicht den Glauben daran, dass Talente besonders faszinierend sind, wenn sie kurz vor dem Durchbruch stehen.

Die Balance zwischen Rohem, Jungem und Star-Power finden

Die Redaktion fand Khoury durch Casting-Direktorin Jennifer Venditti, bekannt für ihre Arbeit an der Serie „Euphoria“. Trotz des Online-Castings spielte der Zufall eine Rolle, ähnlich einer zufälligen Begegnung auf einem U-Bahnsteig.

„i-D“ besuchte sein neues Covergirl in ihrem Heimatort – eine Kleinstadt bekannt für ihr Kürbisfest – in einem Setting, das stark an die Serie „Euphoria“ erinnert. Trotz des idyllischen Hintergrunds verkörpert Khoury das heutige Amerika, ein Land tief in politischen und sozialen Kämpfen verwurzelt.

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Obwohl „i-D“ nach einer kurzen Pause neu startet, wird von ihm nicht weniger erwartet. Das Magazin muss eine Balance finden zwischen dem Ungeformten und einer Dosis Glamour, wie die Geschichten über Rick Owens und die Performance-Künstlerin Anne Imhof zeigen. Ebenso ist das Magazin Treffpunkt für eine eklektische Mischung aus bekannten und aufstrebenden Talenten.

Thom Bettridge und sein Team veröffentlichen neben den halbjährlichen Hauptausgaben auch kleinere „Zines“. Diese dienen nicht nur der Unterhaltung, sondern auch der finanziellen Stützung der Marke. „i-D“ steht weiterhin für das Erklären und Sortieren der Welt für seine Leser, eine immer wichtiger werdende Rolle in unserem überfluteten Informationszeitalter.

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