Komfort-Toiletten-Revolution: Po-Dusche, Sitzheizung und Föhn für Ihr Badezimmer!

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Von : Larissa Vogler

Po-Dusche, Sitzheizung und Föhn – Komfort-Toiletten erobern das heimische Badezimmer

Po-Dusche, Sitzheizung und Föhn – Der Aufstieg der Luxus-Toiletten im deutschen Badezimmer

Nach der Rückkehr aus Japan erleben viele Deutsche einen Kulturschock, besonders beim ersten Toilettengang. Die fortschrittlichen Toiletten mit Fernbedienung, automatischer Deckelöffnung, Sitzheizung und vor allem der Intimdusche und Föhnfunktion, die sie im Urlaubsland genutzt haben, lassen die heimischen Toiletten plötzlich altmodisch erscheinen. Anja Giersiepen, Marketingmanagerin beim japanischen Hersteller Toto in Deutschland, bezeichnet die deutsche Toilettensituation im Vergleich zu Japan sogar als „Entwicklungsland“. Toto, bekannt für seine sogenannten „Washlets“, erlebt in Japan eine breite Akzeptanz und ist in den meisten Hotels, öffentlichen Toiletten, dem Hochgeschwindigkeitszug Shinkansen und sogar in Flugzeugen japanischer Airlines vertreten.

Heutzutage sind etwa 75 Prozent der japanischen Haushalte mit einem Dusch-WC ausgestattet, das mit warmem Wasser reinigt und mit warmer Luft trocknet. Toto hat weltweit etwa 60 Millionen dieser Komfort-Toiletten verkauft, und die Nachfrage steigt auch in Deutschland.

Die erste Nutzung eines Washlets kann zuerst verwirrend sein, wandelt sich jedoch schnell in ein unerwartet angenehmes Erlebnis. Angefangen von der Sitzheizung über das sanfte Prickeln des Wasserstrahls bis hin zum wohltuenden Föhn wird der Gang zur Toilette fast zu einem Wellness-Erlebnis.

Toto hat in Japan Pionierarbeit geleistet. Der Durchbruch kam 1982 mit einem Werbespot, in dem eine Schauspielerin auf die Wichtigkeit der Reinigung mit Wasser hinweist – eine Botschaft, die damals als skandalös galt, jedoch sehr erfolgreich war.

Die kulturelle Bedeutung von Sauberkeit in Japan ist tief verwurzelt und wird als Ausdruck von Respekt und Ordnung gesehen. Diese Einstellung, gepaart mit einer Affinität für Technik, erklärt die Beliebtheit der elektronischen Toiletten in Japan. In Deutschland hingegen, wo Papier die vorherrschende Reinigungsmethode ist, liegt die Verbreitung von WCs mit Duschfunktion bei nur drei bis fünf Prozent.

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Toto ist seit 2009 auf dem europäischen Markt aktiv, und auch deutsche Unternehmen wie Duravit und Villeroy & Boch bieten inzwischen Toiletten mit Bidet- und Föhnfunktion an. Duravit stellte 2011 das „SensoWash“ vor, und Villeroy & Boch begann 2010 mit Entwicklungen in diesem Bereich.

Sanft zur Haut, eine Investition in die persönliche Zukunft

Ein Dusch-WC bietet nicht nur eine gründlichere Reinigung als Papier, sondern ist auch besonders sanft zur Haut. Moderne Modelle bieten zusätzliche Komfortfunktionen, die den Toilettengang angenehmer und selbstbestimmter machen. Solche Toiletten sind nicht nur für Technikbegeisterte interessant, sondern bieten auch Unterstützung bei eingeschränkter Mobilität und können im Alter eine wichtige Rolle spielen.

Ein Standard-WC eines Qualitätsherstellers kostet ab etwa 200 Euro, während ein WC mit Duschfunktion bei mindestens 1000 Euro beginnt. Modelle mit zusätzlichen Funktionen wie Trocknung per Warmluftföhn, Nachtlicht und Geruchsabsaugung können bis zu 4000 Euro oder mehr kosten.

Die Installation eines solchen Komfort-WCs erfordert neben einem Wasser- auch einen Stromanschluss, was in Neubauten bereits von fortschrittlichen Architekten berücksichtigt wird.

Im Designbereich haben sich die Modelle stark weiterentwickelt. Nach anfänglich klobigen designs sehen moderne smarte Toiletten inzwischen aus wie herkömmliche Toiletten. Toto kooperierte für den europäischen Markt mit dem italienischen Designer Stefano Giovannoni und präsentierte das Giovannoni Washlet 2010 auf der Möbelmesse in Mailand.

Luxustoiletten als Geschenk unter Popstars

Die Komfort-Toilette hat auch Einzug in die Popkultur gefunden. So schenkte der kanadische Rapper Drake seinem Freund DJ Khaled zu dessen Geburtstag vier Luxus-Toiletten von Toto. Auch in Comedy-Programmen findet das Thema Anklang, und selbst in Serien wie „Survival of the Thickest“ spielen die hochmodernen Toiletten eine Rolle.

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In Japan sind solche Toiletten weit verbreitet und dienen Touristen sogar als Anziehungspunkt. Doch auch in Deutschland wächst die Nachfrage, besonders unter Japan-affinen Kunden. Villeroy & Boch träumt von einem deutschen Äquivalent des Tokyo Toilet Projects, sieht jedoch noch eine gewisse Distanz zu diesem Ziel.

Annemarie Ballschmiter, Stil-Redakteurin in Berlin, berichtet über Design, Möbel und Trends.

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