Palina Rojinski zu häuslicher Gewalt: fordert mehr Hilfe für Betroffene

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Von : Johanna Feldner

Palina Rojinski spricht über Gewaltbeziehung – und appelliert an Betroffene

Zum Orange Day am 25. November hat Moderatorin Palina Rojinski auf Instagram offen über Gewalt in einer früheren Beziehung berichtet — und damit eine Debatte über das Schweigen vieler Betroffener angestoßen. Ihre Schilderung macht deutlich: Das Thema ist aktuell und betrifft nach wie vor viele Frauen, privat wie politisch.

Rojinski, seit Jahren eine vertraute TV-Persönlichkeit, hielt ihr Privatleben lange aus der Öffentlichkeit heraus. In ihrem Beitrag erklärte sie, sie habe in jungen Jahren körperliche und psychische Übergriffe durch einen damaligen Partner erlebt und das Erlebte zunächst verheimlicht.

Wie die Moderatorin die Vergangenheit beschreibt

Sie berichtet, die erste Gewalttat habe sie als einmaligen Vorfall wahrgenommen; später aber habe sich das Verhalten ihres Partners verschärft. Sichtbare Verletzungen hätten sie zunehmend isoliert: Kontakte zu Freundinnen brachen ab, sie traute sich kaum noch, das Haus zu verlassen. Erst der Rückhalt ihres Umfelds habe ihr geholfen, die Beziehung zu beenden.

In mehreren Passagen ihres Posts betont Rojinski, wie sehr Scham und Selbstvorwürfe die Wahrnehmung verzerren können — und spricht Betroffene direkt an: Man müsse das Geschehene nicht akzeptieren und dürfe Hilfe suchen.

Warum das heute relevant ist

Der Zeitpunkt ihres öffentlichen Geständnisses ist kein Zufall: Der 25. November rückt Gewalt gegen Frauen weltweit in den Fokus. Rojinskis Beitrag macht deutlich, dass öffentliche Aufmerksamkeit wichtig ist, weil viele Fälle im Verborgenen bleiben und Betroffene oft allein mit Schuldgefühlen kämpfen.

Grundlegende Zahlen unterstreichen das Ausmaß: Nach Schätzungen der WHO erfahren weltweit mehr als ein Drittel aller Frauen Gewalt durch Partner oder Ex-Partner. Für Deutschland beziffern Studien die Quote bei jungen Frauen auf rund 16 Prozent — vermutlich eine Unterschätzung, weil viele Vorfälle nicht gemeldet werden.

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Was das konkret bedeutet — für Betroffene und das Umfeld

Rojinskis Erfahrung zeigt zwei Aspekte, die Folgen haben: Erstens wirken Scham und Selbstzweifel häufig wie Mauern, die Hilfe blockieren. Zweitens spielt das soziale Netzwerk eine große Rolle; Unterstützung durch Freundinnen oder Familie kann den Ausstieg aus gefährlichen Beziehungen ermöglichen.

Auf gesellschaftlicher Ebene verlangt das Thema bessere Informationen, niedrigschwellige Beratungsangebote und ein stärkeres Bewusstsein für die Dynamiken von Macht und Kontrolle in Partnerschaften.

Praktische Hinweise: Erste Schritte und Warnsignale

  • Anzeichen für Missbrauch: wiederholte körperliche Verletzungen, ständige Abwertung, Isolation von Freundinnen und Familie, Kontrolle über Geld oder Kontakte.
  • Sichere Schritte für Betroffene: vertraute Personen informieren, ärztliche Versorgung bei Verletzungen, Beweise (Fotos, Nachrichten) sichern, Beratungsstellen kontaktieren.
  • In akuten Situationen: Sofort den Notruf wählen (112) und, wenn möglich, an einen sicheren Ort bringen.

Wer Unterstützung in Deutschland sucht, findet spezialisierte Angebote: Das Hilfetelefon Gewalt gegen Frauen ist rund um die Uhr erreichbar und bietet Beratung in mehreren Sprachen (Tel. 08000 116 016, online: hilfetelefon.de). Auch lokale Frauenhäuser und Beratungsstellen helfen bei Schutzplanung und rechtlichen Fragen.

Rojinskis öffentliche Aussage kann für Betroffene eine Ermutigung sein, das Schweigen zu durchbrechen — zugleich erinnert sie daran, dass Gewalt gegen Frauen ein strukturelles Problem ist, das Solidarität und konkrete Hilfsangebote braucht.

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