Rauchverbot in Italien: Sind sie die neuen Deutschen?

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Von : Larissa Vogler

Non fumare! Vielleicht sind die Italiener die wahren Deutschen

Non fumare! Sind die Italiener vielleicht die echten Deutschen?

In Mailand ist das Rauchen im Freien nahezu untersagt. Wer sich trotzdem der Lasterhaftigkeit des Rauchens hingibt, muss mit Strafen rechnen. Ein Aufschrei in der Nation bleibt jedoch aus. Dies wirft ein Licht auf das italienische Lebensgefühl und ihre politische Kultur.

Die Schlacht geht weiter

Der Kampf gegen das Rauchen hat in Mailand, dem konsumfreudigen Epizentrum Italiens, eine neue Dimension erreicht. Der Feind in diesem Kampf enthält neben Nickel, Formaldehyd und Polonium-210 etwa 200 weitere schädliche Substanzen, darunter auch krebserregende. Trotz einer abgelehnten Empfehlung des EU-Parlaments für ein Rauchverbot im Freien im November, setzt Mailand ab dem 1. Januar 2025 strikte Regeln um. Das Rauchen im Freien ist weitgehend verboten, es sei denn in speziell ausgewiesenen Bereichen, die sicherstellen, dass Raucher mindestens zehn Meter von anderen Personen entfernt sind. Lediglich das Dampfen von E-Zigaretten bleibt erlaubt.

Verstöße gegen diese Regeln werden mit Strafen zwischen 40 und 240 Euro geahndet. Das Rauchen in der Nähe anderer Personen sei ein Verhalten, das bekämpft werden müsse, erklärte die stellvertretende Bürgermeisterin Anna Scavuzzo. Das Ziel sei auch, die Luftqualität zu verbessern, da Zigaretten für sieben Prozent der Feinstaubbelastung in der Stadt verantwortlich seien.

Kritik und Umsetzung der neuen Regelungen

„Das ist ein ideologischer Kampf, der die Fakten ignoriert“, kritisiert Mario Barbieri, Generalsekretär der Mailänder Handelskammer, da die Gastronomie Einnahmeverluste fürchtet. In den italienischen Medien wird nun diskutiert, wie diese Regelungen praktisch umgesetzt werden sollen und wie Touristen davon in Kenntnis gesetzt und zur Einhaltung gebracht werden können. Ein nationaler Aufschrei ist allerdings nicht zu vernehmen.

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Trotzdem stellt das Rauchverbot im Freien eine signifikante Einschränkung dar, insbesondere da das Rauchverbot in Innenräumen, wie in Restaurants oder Bars, das vor fast 20 Jahren in Europa eingeführt wurde, in Italien strenger eingehalten wird als beispielsweise in Deutschland.

Überraschende Gesetzestreue in Italien

Viele Deutsche mögen überrascht sein, die Italiener als überwiegend gesetzestreue Bürger zu erleben, entgegen der oft romantisierten Vorstellung von einem chaotischen, lebensfrohen Italien. Die Italiener scheinen sich weitgehend an die Gesetze zu halten, was angesichts des 300 Milliarden Euro schweren EU-Hilfspakets für das von der Corona-Pandemie stark betroffene Italien auch in Deutschland zu spüren war.

Während Deutschland sich einer Neuwahl nähert, hat sich die italienische Premierministerin Giorgia Meloni positioniert, indem sie Angriffe auf die eigene Justiz, Bürgerrechte und Kultureinrichtungen startete und gleichzeitig Nähe zu Donald Trump und Elon Musk suchte.

Ohne die lokale Initiative überzubewerten, ähneln die strengen Regelungen in Mailand denen, die man aus Teilen der USA kennt. In New York City beispielsweise reicht es nicht, nur ein paar Schritte vor ein Lokal zu treten, um eine Zigarette zu rauchen. Das Personal sorgt dafür, dass ein ausreichender Abstand eingehalten wird. Diese Umkehrung der Machtverhältnisse ist für die hierarchiebewussten Amerikaner eine interessante Entwicklung.

Mailand prescht also vor und könnte damit nicht nur zu einer noch glänzenderen Version seiner selbst werden, sondern auch ein Lehrstück über transnationale Vorurteile bieten. Die Italiener, insbesondere die Mailänder, zeigen sich als die gesünderen und möglicherweise die „wahren Deutschen“, wenn es um die Befolgung von Regulierungen geht.

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