RTL bringt den DC-Blockbuster „The Flash“ noch einmal ins Programm – ein guter Anlass, den Film neu zu betrachten: Er verbindet klassische Superhelden-Action mit Zeitreisen und wirft die zentrale Frage auf, die heute relevanter wirkt denn je: Was passiert, wenn jemand versucht, die eigene Vergangenheit zu reparieren?
Das Filmprojekt um den blitzschnellen Helden klingt auf dem Papier simpel, entfaltet aber weitreichende Folgen. Im Zentrum steht Barry Allen, besser bekannt als The Flash, dessen Fähigkeit, mit atemberaubender Geschwindigkeit zu agieren, ihn in die Lage versetzt, durch die Zeit zu reisen. Sein Ziel ist persönlich: den Tod seiner Eltern rückgängig zu machen. Doch jede Änderung schlägt anders zurück, und bald wird klar, dass kleine Eingriffe fatale Kettenreaktionen auslösen können.
Mehr als ein persönlicher Rachefeldzug
Der Film verhandelt weniger abstrakte Physik als die moralischen Konsequenzen von Zeitmanipulation. Die Grundregel bleibt bestehen: Wer die Vergangenheit verändert, beeinflusst die Zukunft – oft auf unvorhersehbare Weise. Aus dieser Spannung entsteht der dramatische Kern des Films: Ein Versuch, persönliches Leid zu heilen, verwandelt sich in eine Bedrohung für die gesamte Realität.
Als Gegengewicht zum getriebenen Protagonisten fungiert ein mächtiger Antagonist, dessen Rückkehr die Lage eskalieren lässt. Die Rückkehr bekannter Figuren verleiht dem Spektakel zusätzliches Gewicht und verbindet unterschiedliche Film‑Epochen miteinander.
Dass in einem Blockbuster heute mehrere Variationen derselben Figur gleichzeitig auftreten können, ist kein Zufall: Das Multiversum-Konzept erlaubt Schnittstellen zwischen Filmwelten, vergangenem Franchise‑Material und aktuellen Erzählsträngen. Im konkreten Fall treffen zwei verschiedene Batman‑Interpretationen aufeinander, was zuvor kaum vorstellbar gewesen wäre und dem Film damit eine ungewöhnliche erzählerische Dichte verschafft.
Die Besetzung spiegelt diese Mischung aus Nostalgie und Moderne: Neben dem jungen Titelhelden sind sowohl Michael Keaton als auch Ben Affleck in der Rolle des Dunklen Ritters zu sehen. Für Kinogänger ist das ein seltener Fall von Überschneidung verschiedener Dekaden – ein direktes Resultat der multiversalen Logik, die der Film nutzt, um Spannungen und Überraschungen zu erzeugen.
Wichtig für die Einordnung: Die Kino-Adaption steht eigenständig da und hat inhaltlich nichts mit der gleichnamigen TV‑Serie zu tun. Ezra Miller, der Barry Allen spielt, war jedoch bereits in Ensemble‑Auftritten innerhalb des DC‑Kinos sichtbar, etwa in „Batman v Superman“ und der „Justice League“.
Hinter den Kulissen
Die Entstehung des Films war nicht geradlinig. Lange Entwicklungsphasen, wiederholte Wechsel bei Regie und Drehbuch sowie kreative Neuausrichtungen prägten das Projekt. Am Ende übernahmen Regisseur Andy Muschietti und Drehbuchautorin Christina Hodson das Ruder und lieferten eine Fassung, die das komplexe Thema Zeitreise mit Superhelden‑Spektakel verbindet.
Bei aller Effekthascherei bleibt der zentrale Konflikt menschlich: Der Versuch, Verluste ungeschehen zu machen, bringt die Frage zurück, ob ein Held seine Kräfte überhaupt für persönliche Zwecke einsetzen darf – und zu welchem Preis.
The Flash – So. 21.06. – RTL: 20.15 Uhr
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Jonas Reichert ist ein leidenschaftlicher TV-Kritiker, der die neuesten Shows und Serien analysiert. Mit Fachwissen und Humor bringt er seinen Lesern die faszinierende Welt des Fernsehens näher.
