Wenn das Einkommen Freunde trennt – Kann die Freundschaft überleben?
Sommerferien, gemeinsame Restaurantbesuche, Hochzeitsfeiern: Unter dem Schlagwort „Wealth Gap Summer“ wird insbesondere von der Generation Z und den Millennials diskutiert, ob finanzielle Unterschiede Freundschaften ruinieren können. Ja, das ist möglich – doch wahre Nähe kann manchmal dennoch überleben.
Die Filmbranche zeigt uns oft, dass Personen aus sehr unterschiedlichen finanziellen Verhältnissen beste Freunde werden können, auch wenn dies nicht ohne Herausforderungen bleibt. In der beliebten Tragikomödie „Ziemlich beste Freunde“ wählt der reiche, gebildete und querschnittsgelähmte Philippe einen ehemaligen Kriminellen, Driss, als seinen Pfleger. Obwohl Driss anfangs wenig für Philippes vornehme Lebensart übrig hat, gewinnt er allmählich Gefallen an dessen luxuriösem Lebensstil. Trotz anfänglicher Differenzen entwickelt sich eine Freundschaft, die durch gegenseitiges Interesse und Respekt vor den Unterschieden geprägt ist.
14 Jahre nach dem Erfolg des Films greifen soziale Medien das Thema wieder auf. Unter dem Hashtag „Wealth Gap Summer“ tauschen sich junge Menschen darüber aus, wie sie trotz finanzieller Unterschiede einen erfüllten Sommer mit ihren wohlhabenderen Freunden verbringen können.
Während ihre Freunde luxuriöse Hotels auf Sizilien buchen, bleibt für die Millennial-Autorin Jess Thompson nur die Option auf einfache Unterkünfte, wie sie frustriert in einem Artikel für das britische Magazin „i-D“ schreibt. Mit jedem neuen Lebensereignis, das typischerweise um das 30. Lebensjahr herum stattfindet, wie Hochzeiten oder ausgefallene Geburtstagspartys, wird die finanzielle Kluft offensichtlicher. Ist es möglich, dass der weniger wohlhabende Teil der Freundschaft sich verschuldet, nur um mit den reicheren Freunden mithalten zu können?
Eine Studie aus dem Jahr 2023 zeigt, dass über ein Drittel der jüngeren Generationen angibt, Freunde zu haben, die sie zu höheren Ausgaben verleiten, als sie sich leisten können. Einige sehen sich sogar gezwungen, die Freundschaft zu beenden, um nicht in finanzielle Schwierigkeiten zu geraten. Ob wohlhabendere Freunde ebenfalls über eine Distanzierung nachdenken, weil der „Wealth Gap“ auch für sie eine Herausforderung darstellt, bleibt unklar.
Die Lösung könnte in der echten Neugierde liegen, den anderen in seiner Welt zu treffen und frühere gemeinsame Erfahrungen zu schätzen. Prominente Beispiele wie Rihanna und ihre Jugendfreundin Melissa Forde zeigen, dass langjährige Freundschaften trotz unterschiedlicher finanzieller Verhältnisse bestehen können. Auch Sängerin Billie Eilish pflegt weiterhin Kontakt zu ihrer Kindheitsfreundin Zoe Donahoe, die weder berühmt noch reich ist.
Solche Freundschaften erfordern ein gewisses Maß an Großzügigkeit, wie gelegentliches Einladen in den Urlaub, und die Bereitschaft, sich auf die Bedürfnisse des Anderen einzustellen. Offene Gespräche über finanzielle Grenzen und Wünsche können helfen, drastische Schritte wie den Kontaktabbruch zu vermeiden.
Die inspirierende Geschichte hinter „Ziemlich beste Freunde“ basiert auf wahren Begebenheiten im Leben von Philippe Pozzo di Borgo, einem ehemaligen Geschäftsführer eines Champagnerherstellers, der nach einem Unfall querschnittsgelähmt blieb. Abdel Yasmin Sellou, ein ehemaliger Häftling, wurde sein Pfleger und brachte ihn mit seiner Lebensfreude zurück ins Leben. Ihre Reisen, oft finanziert von Philippe, zeugen von einer tiefen Freundschaft, die über materielle Unterschiede hinausgeht.
Dieses Thema wurde auch im WELT-Podcast „hyped“ behandelt.
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Larissa Vogler ist Kulturjournalistin mit einer Leidenschaft für Filme, Serien und Shows. Sie liebt es, unentdeckte Perlen aufzuspüren und ihre Leser mit neuen Ideen zu begeistern.