Dschungelcamp, Tag 13 – Ungeplante Panikreaktion
Am dreizehnten Tag muss RTL mehr denn je Sendezeit füllen, da die Dschungelprüfung vorzeitig endet, noch bevor sie richtig begonnen hat – ein klassischer Fall von Carina interrupta. Die Camper vertreiben sich die Zeit mit dem wenig spannenden Theaterstück „Fuck you, Löwe“ und erleben ein Sturm der Entrüstung. Am Ende muss jemand das Camp verlassen, der es wirklich nicht verdient hatte.
Sonja Zietlow und Jan Köppen, die herausragenden „IBES“-Moderatoren, zeichnen sich nicht nur durch ihren eigenwilligen Modestil aus (bei ihm: Hemden; bei ihr laut unserer Community in den Kommentaren vor allem die Hosen), sondern auch durch eine bemerkenswerte Bescheidenheit.
Ein strengeres Aufsichtspersonal hätte am dreizehnten Tag aufgrund der dürftigen Unterhaltung im Camp die Zuschauer nach höchstens 30 Minuten ins Bett geschickt mit den Worten: „Bitte schalten Sie ab, hier gibt es absolut nichts zu sehen.“ Stattdessen zog sich die Sendung noch eine Stunde und fünfundvierzig Minuten hin – die interessantesten Momente fanden sich während dieser Zeit ironischerweise in den Werbepausen.
„Fuck you, Löwe“. Das Elend des Dschungels zeigt viele Gesichter, wie das von Beau Timur und Löwe Maurice, die ihren Streit vom Vortag über Timurs angeblichen kalten Aufmerksamkeitsdiebstahl zulasten der angeschlagenen Miezekatze erneut aufwärmen mussten. Die Auseinandersetzung zog sich endlos hin, ohne dass es einen Spannungsbogen oder neue Erkenntnisse gab. „Das geht gar nicht. Das geht wirklich gar nicht“, konstatierte Timur treffend. Oder, um es im Stil von Lilly Becker zu sagen: „Bitte, RTL, genug ist genug!“
In Fäkalgewittern. Wie der bereits ausgeschiedene Sam Dylan den „Skandal des Tages“ nannte: das „Pipi-Gate“! Sängerin Edith Stehfest beschwerte sich vor versammelter Mannschaft, dass jemand ständig den Toilettenrand volluriniere – und machte die Kölner Frohnatur Alessia Herren dafür verantwortlich. Sie habe dies mehrfach bemerkt, nachdem Alessia die Toilette verlassen hatte (später nahm sie ihre Aussage zurück). Ein großes Drama entfaltete sich.
Denn wie der Hobbyboulevardjournalist Sam wusste: „So eine Geschichte kann in Deutschland eine Karriere beenden.“ Er bezeichnete dies als „Rufmord“ und meinte, die Sache könnte sogar „vor Gericht“ enden. Kurz darauf packte er seine Sachen, überquerte die berühmte Hängebrücke und rief dabei laut: „Ich bin ein Star – Holt mich hier raus!“ Ein Reality-TV-Veteran wie er weiß eben, wie man spektakulär abtritt.
Zurück zum „Pipi-Gate“. Alessia, natürlich aufgebracht, als sie den Vorwurf direkt von Schlagersängerin Anna-Carina aufgetischt bekam: „Was erzählt die da?“ Später, in einer großen Runde, zu Edith: „Ich bin eine hygienische, saubere Frau, und du stellst mich hier so dar, als würde ich die Toilette vollpinkeln wie ein kleines Kind!“ – Edith, scheinheilig: „Liebes, ich wollte dich nicht vor der Gruppe bloßstellen!“ – Alessia: „Für mich ist das Thema durch: Ich war’s. Ich habe die Toilette vor ganz Deutschland jedes Mal komplett angepinkelt – weil ich ja ständig unter Ediths Beobachtung stehe! Wie ein Teufel! – Ratte! Ratte, Ratte!“
Danach konnte jeder bei der Suche nach dem Übeltäter seine Gewohnheiten preisgeben. Jörg: „Ich sitze und halte meinen Rüssel rein …“ Lilly: „Dat is’n bisschen viel Information, Jörg.“ Nur Timur gab zu, manchmal im Stehen zu pinkeln („ab und zu“). Eine Spur, die selbst Pierre, der ehemalige Assistent des „Alten“, nicht weiter verfolgte. Die Stimmung blieb, wie zu erwarten, mies.
Carina interrupta. Das offensichtliche Zeitfüllen der IBES-Macher lag – um es direkt zu sagen – ausschließlich an Schlagersängerin Anna-Carina Woitschack, die das Timing und die Dramaturgie der Episode komplett durcheinanderbrachte. Die Sängerin mit der Startnummer 03 im Camp (bitte nie wieder für sie anrufen!) musste (und wollte auch) mit dem Sportkommentator Jörg Dahlmann zur Dschungelprüfung antreten. Da Dahlmann der Zweite neben ihr im Camp ist, der zu jeder Gelegenheit einen deutschen Schlager trällert, kamen sie, laut „Ein Stern, der deinen Namen trägt“ singend, zur Prüfung,
In der „Murwillumbah Sun“-Sonnenbank warteten zwei bunte Solarien (oder „Särge“, wie Anna-Carina sie später nannte) auf Jörg und Anna-Carina. Beide wurden in einem der Solarien festgeschnallt, umgeben von verschiedenfarbigen Leuchtröhren, die mit fünfstelligen Zahlencodes versehen waren. Es gab acht Sterne zu gewinnen. Am Anfang sollte es im „Solarium“ komplett dunkel sein, und in der Dunkelheit sollten (harmlose) Schlangen in die Solariumkammern gelassen werden. „Nicht eine, nicht zwei, nicht drei, sondern viele“, kündigte Sonja Zietlow bedrohlich an.
Doch dazu kam es gar nicht. Carina wandte sich direkt zu Beginn an die Ranger, die sie in der Kammer festzurren sollten: „Ich habe so Angst!“ Als sie dann festgeschnallt war und der Deckel sich senkte: „Ich sehe ja gar nichts. Nein, nein, ich habe Angst!“ Und als Zietlow schließlich die Schlangen nur ankündigte, schrie die Sängerin: „Nein, nein, nein – Oh Gott, oh Gott, oh Gott, ich kann das nicht“ – und brach die Prüfung mit dem berühmten Spruch ab. Die Uhr hatte zu diesem Zeitpunkt noch gar nicht zu laufen begonnen. Ein echter Carina interrupta, sozusagen.
Möglicherweise erinnerte das Jörg an sein „erstes Mal“, das ähnlich abrupt endete, wie er kürzlich erzählte. Möglicherweise reagierte er deshalb so verständnisvoll. Nicht so Sonja Zietlow: „Anna-Carina, das waren nicht zwei Prüfungen, sondern schon vier insgesamt, bei denen du nicht an deine Grenzen gegangen bist.“ Strenger Blick. „Wo bist du überhaupt einmal an deine Grenzen gegangen?“
Ergebnis: null von acht möglichen Sternen. Wieder ein Tag des Hungerns (Sam hat allein sechs Kilo in zwölf Tagen verloren), nur versorgt mit der Minimalration Reis und Bohnen. Später sagte Zietlow noch, an die Zuschauer gerichtet: „Fragen Sie sich auch: Warum ist Anna-Carina eigentlich im Dschungel, wenn sie gar nichts tut?“ Übrigens wurde die Sängerin trotz dieser Nicht-Leistung nicht vom Publikum herausgewählt. Sie bekam, ein einziges Rätsel, nicht einmal ein „Vielleicht“.
Wie war das Essen? Okay. Weiter.
Anders gefragt: Wie war das Kochen? „Stress, Stress, Stress“ (Maurice), es gibt Hase und – diesmal mischt die resolute Lilly mit. Sie weist Edith sogar in die Schranken, aber eben nur kurz. Es folgt das übliche, tägliche Desaster rund um die Chefköchin, Alles-Bestimmerin, Alles-Besserwisserin Edith Stehfest. Lilly: „Edith muss nicht so tun, als ob sie alles wüsste!“ Irgendwann singen Anna-Carina und Pierre: „Wir brauchen Ti-amo, Ti-amo, Ti-amo – Kochen ist wunderschön, es könnte besser gehen – mit Ti-amo, Ti-amo.“ Edith, weinend: „Nicht ein einziges Mal kann ich ein Gericht so kochen, wie ich es will!“ Dorfkönig Pierre: „Wenn ich Karten dafür kaufe, dann möchte ich auch keinen anderen Film sehen.“
Wessen Stern ging auf? Keiner. Alle hängen irgendwie in den Seilen und in ihren Rollen. Alle sind ratlos, weil die Entscheidungen des Publikums, wer gehen muss, diesmal als besonders erratisch empfunden werden.
Wer musste denn nun gehen? Jörg, leider. Immer für einen Kopfsprung ins nächste Fettnäpfchen gut, aber eben auch einer der wenigen, die bisher etwas Unberechenbares (und gute Laune) ins Camp gebracht haben.
Bester Spruch? Kommt natürlich von dem Mann, der im Camp die beiden Muppet-Opas Waldorf und Statler ganz allein vertritt. Auf die Frage, ob er es denn gewesen sein könnte, der auf die Klobrille gepullert habe, sagte er: „Es heißt zwar: Alte Flinten streuen gut, aber: nein! – Mein Kommissarshirn ist da überfordert: Das scheint eher ein Fall für die Sonderkommission Gas, Wasser, Scheiße.“ Und damit, lieber Jörg Dahlmann, zurück in die angeschlossenen Funkhäuser.
Heute geht es hoffentlich etwas schwungvoller weiter um 20.15 Uhr bei RTL und RTL+
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Larissa Vogler ist Kulturjournalistin mit einer Leidenschaft für Filme, Serien und Shows. Sie liebt es, unentdeckte Perlen aufzuspüren und ihre Leser mit neuen Ideen zu begeistern.
