Dschungelcamp Tag 15: Drama nonstop – Frieden Fehlanzeige!

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Von : Larissa Vogler

Dschungelcamp, Tag 15 – Kein bisschen Frieden

Dschungelcamp, Tag 15 – Frieden scheint unmöglich

Kurz vor dem Halbfinale herrscht hohe Spannung unter den Palmen. Offene Auseinandersetzungen und die Bildung von Fraktionen sind an der Tagesordnung. „What the fuck?“ fragt Lilly zu Recht. Timur und Edith müssen sich erneut der Schlangenprüfung stellen, die Anna-Carina abgelehnt hatte. Ergebnis: erneut keine Sterne. Der Hunger nimmt zu.

„Wenn es einen Gott gibt, dann hat er genau im richtigen Moment das Versagen herabgesandt“, kommentiert Pierre Sanoussi-Bliss, der gegenwärtige Dschungel-Philosoph, und betont das letzte Wort sichtlich genüsslich. Pierre, ein Schauspieler aus besseren Zeiten mit einer markanten Stimme, bezieht sich hiermit, auch wenn es ironisch gemeint ist, nicht auf die Gesamtleistung der Camper 2025. Er freut sich auf seine Weise darüber, dass die wenig beliebten Camp-Bewohner Edith und Timur bei der Prüfung nicht erfolgreicher waren als die beliebten Jörg und Anna-Carina. Und das bei derselben Prüfung. Ein göttliches Urteil, könnte man sagen.

Wellness in der Schlangengrube: Wie oft von den Moderatoren Jan Köppen und Sonja Zietlow betont, muss RTL sparen. Das Geld für Stefan Raab, der sich ab nächster Woche auch im Free-TV bei RTL breitmachen wird (mit der Suche nach ESC-Kandidaten und seiner Millionenshow), muss ja irgendwo herkommen. Offenbar sind die Finanzverantwortlichen von Bertelsmann selbst beim Erfolgsformat „IBES“ aktiv, auch wenn die Moderatoren diesen Witz nicht weiterverfolgten. So wurde an Tag 15 einfach die ungenutzte Prüfung von Tag 13 wiederverwendet. Anna-Carina hatte sie aufgrund eines frühen Panikanfalls gar nicht erst richtig begonnen, und die grob zusammengezimmerten Sperrholztheken und die grellbunten Röhrensärge des Solariums „Murwillumbah Sun“ waren bereits bezahlt.

In seltener Einmütigkeit und einstimmig mit jeweils sechs Stimmen wurden Edith Stehfest und Timur Ülker für die Prüfung nominiert, die sie auch selbst angenommen hatten. Wie es dazu kam? Dazu später mehr. Für beide hatten die Sonnenstudio-Beauftragten Jan Köppen und Sonja Zietlow – rein zufällig – noch die Solarien Nr. 2 und Nr. 7 mit neuen Röhren und „Turbobooster für euren Puls“ frei (Zietlow). Edith betonte zuvor in einem ihrer seltenen Momente der Selbsterkenntnis, sie müsse Sterne holen, „weil eine gewisse Edith da den Mund etwas voll genommen hat“. – „Wir holen heute alle Sterne, ja!“ war sie sich sicher. Und Timur räumte ein, dass er sich „vielleicht in die Hose machen wird“, glaubte aber auch: „Wir schaffen das.“ Sechs Sterne waren möglich. Null wurden es. Wenn Ihnen diese Zahl bekannt vorkommt: den hungernden Campern geht es genauso.

Hungern mit System? Der anhaltende Hunger ist ein klassisches dramaturgisches Mittel des Formats, um die Dynamik im Camp zu steigern. RTL scheint dieses Jahr im Dschungelcamp noch gezielter darauf zu setzen, auch wenn natürlich niemand ahnen konnte, dass die „Stars“ der Klasse von 2025 derart ängstlich sind und so viele Prüfungen vorzeitig abbrechen. Die Prüfungen selbst scheinen nicht schwerer, aber die Sterne sind dieses Jahr ein wenig höher angebracht. Die Ekelportionen, die Lilly Becker und Edith am zwölften Tag serviert wurden, wirkten deutlich größer als solche in vergangenen Jahren. Auch die Zeit, um die Portionen herunterzuschlucken, war angesichts der Mengen recht knapp bemessen.

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Im Solarium „Murwillumbah Sun“ wurde der Zeitmangel noch offensichtlicher. Zunächst wurden Edith und Timur in ihren „Solarien“ festgeschnallt. In völliger Dunkelheit erhielten beide – durch Röhren rechts und links vom Kopf – Besuch von je 15 Pythons. Als die Würgeschlangen alle drin waren, ging das Licht an und die beiden sahen Zahlenkombinationen über ihnen auf den Leuchtröhren des Solariums. Das waren die Codes der Zahlenschlösser neben ihrem Kopf, hinter denen je ein Stern steckte. Problem: die Zahlenkombinationen konnten von hinten wie von vorn gelesen werden. Beide Varianten mussten ausprobiert werden Und die Codes galten jeweils nur für die Schlösser im jeweils anderen Solarium. Sehr kompliziert, zu kompliziert für Edith und Timur.

Aber der Reihe nach: Edith wimmerte bereits in die Dunkelheit, als die ersten Schlangen seitlich am Kopf hereinkamen und sich über Gesicht und um den Hals wanden. Timur, selbst immer mal wieder aufkreischend: „Edith, ich bin da! – Du bist stark! – Bleib ruhig! – Denk an Deine Familie! – Bitte, nicht aufgeben, Edith! – Wir schaffen das. Für alle!“ Edith, immer noch in die Dunkelheit: „Ich gebe nicht auf. – Aber warum fängt es nicht endlich an? Bitte!“ Als endlich das Licht anging, konnte sie vor lauter Tränen unter der Brille, wie sie sagte, die Zahlenkombinationen nicht lesen. Beide waren auch etwas überfordert, dem jeweils anderen Zahlenkombinationen zu liefern und zugleich selbst welche sich zu merken und in die eigenen Zahlenschlösser einzugeben. Edith, nach kurzer Zeit weitgehend paralysiert; Timur, komplett an der Aufgabe verzweifelnd, weil sich die Schlösser nicht öffneten und die Zeit verrann. Ein einziges Schloss öffnete sich über Timur, sein Pech: Es war der einzige Stern, der mit zwei Schlössern gesichert war. „6,5,4,3,2,1, – vorbei“, zählte Jan Köppen. Sonja Zietlow: „Also, irgendwie können wir den Laden langsam dichtmachen.“ War aber auch zu komplex, die Prüfung, mit zu wenig Zeit. Frei nach dem Senderslogan: „Gemein RTL…“

Was vorher geschah: Psychosen unter Palmen. Wie kam es nun aber dazu, dass Timur und Edith in die Prüfung kamen und sich, trotz größten Nahrungsnotstands, ausgerechnet Mister-Peace-on-earth-Pierre genau dieses Ergebnis wünschte: null Sterne? Die kommunikative Havarie im Camp begann mit Timurs Verwandlung, die sich bereits am Vortag andeutete. In seinem „Brief von der Liebsten“ stand der Satz seiner Verlobten: „Zeig ruhig mehr von Dir!“ Diese Worte deutete der GZSZ-Darsteller als Auftrag, zum Leidwesen fast aller im Camp. Kein Thema, kein Gespräch, keine Kamera ist seitdem mehr sicher vor einer „Intervention“ dieses doch eher einfach gestrickten Ritters von der hübschen Gestalt. Auf seine Mitinsassen wirkt er fremdgesteuert und manipuliert wie einst der Baseballschiedsrichter in der Filmkomödie „Die nackte Kanone“, der auf Knopfdruck sich im Stadion umdreht, um den Ehrengast, die englische Königin, zu töten. „Der Timur ist ein komplett anderer Mensch“, sagt etwa die Edelkölnerin Alessia Herren und vergisst vor lauter Aufregung das „sch“ im „Ich“. Löwe Maurice, seit Tagen im Dauer-„Beef“ mit Timur: „Der glaubt: Er ist der Messias!“.

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Passion mit Folgen. Timur, der sich nun „zeigen will“, hat sich zum Ziel gesetzt, nun endlich die Dinge anzusprechen. Etwa, dass sich alle gegen Edith Stehfest verschworen hätten und hinter ihrem Rücken schlecht über sie redeten. Ob das stimmt, hilft oder auch nur irgendwer hören will oder nicht. Egal. Der Mann ist auf einer Mission und die lautet: Aufmerksamkeit. Kostprobe? Timur: „Ich finde es nicht cool, wenn sich über einzelne Personen lustig gemacht wird. Anna, ich muss dich da direkt ansprechen. Mach nicht diese Hinterrücks-Geschichten.“ Anna-Carina Woitschack: fassungslos, Edith Stehfest: triumphierend, Lilly Becker: „What the fuck?“, Anna-Carina versucht sich zu rechtfertigen, heult, schnaubt vor Wut. Irgendwann stellt sie fest: „Seit Timur gestern diese schöne Nachtwache mit Edith hatte, ist er wie verhext.“ – Lilly: „Ganz langsam glaube ich, dass diese Edith ein bisschen manipulativ ist.“ Immerhin: Anna-Carina verlässt das Camp, ohne sich auf ein heuchlerisches Zwangsvertragen mit Edith einzulassen. Auch Alessia und später Pierre treffen übrigens die Anschuldigungen des neuen Dreamteams aus Messias und Hexenmeisterin. Alessia, die an Tag 15 sichtlich angeschlagen wirkte, emotional wie auch körperlich: „Ich frag mich wirklich, in welchem Film wir hier sind?“ Die Grenzen sind damit vorerst gezogen: Timur und Edith auf der einen Seite, alle anderen mehr oder weniger entfernt auf der anderen. Timur sitzt einmal allein auf seinem Feldbett – während Lilly, Alessia, Anna-Carina, der Löwe und selbst Pierre am Feuer zusammen singen und tanzen.

Eine schrecklich nette Familie. Edith Stehfest, Camp-Nervensäge Nummer eins, hat tatsächlich gute Chancen, bis ins IBES-Finale zu kommen – wie einst ihr mindestens so verhaltensauffälliger Mann. Auch an diesem Tag war sie bei den meisten ihrer Mitcamper ungefähr so beliebt wie ein Blutegel. Aber wie das bei ihr so einem Blutegel ist: Wenn der sich erst mal festgesaugt hat… Auffällig ist mittlerweile, dass Frau Stehfest offenbar für jede Lebenslage ein Krankheitsbild aus dem Hut zaubern kann. Nach der vergeigten Prüfung diesmal eine Dyskalkulie, die es ihr unmöglich gemacht haben soll, die Zahlen auf den Neonröhren im Solarium richtig zu lesen. Köppen und Zietlow hatten davon offenbar nichts gehört oder gewusst. Ein anderes Mal war es ADHS, welches bei ihr verhindere, sich gegen all die Eindrücke im Camp zu wehren. Zuvor hatte sie in einem Streit mit Alessia gesagt: „Weißt Du eigentlich, wie viele Menschen ihr Leben lang dafür kämpfen, nur einmal sie selbst zu sein?“ Auch sie sei dazu lange zu schwach gewesen. Sie habe immer den Mund gehalten, aus Schwäche. Alessia Herren: „Aber Du redest doch die ganze Zeit?“

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Was ignorieren wir weitgehend? Wieder die Schatzsuche, weil albern und unergiebig. Diesmal Gummi-Enten-Angeln mit Pierre und Lilly, beide mäßig motiviert und kostümiert mit neckischen weiß-blau-gestreiften Schifferhütchen. Pierre: „Ich sehe aus wie in einer Gaultier-Werbung.“ Belohnung: Oregano. Die hungrige holländische Löwin: „No! No, you fuckers!“. Oregano, so lernen wir noch, ist „der Mittelfinger unter den Gewürzen“.

Und wer musste raus? Das Halbfinale steht an für die letzten fünf Dauercamper. Gestern hatten wir die Prognose gewagt, dass nach der Regel der um einen Tag verzögerten Rauswürfe nach Prüfungsversagen an Tag 15 der Löwe („LILLY, LILLYYYYY!“) dran sein müsste. Neben ihm bekam Alessia, sichtlich angefasst, das zweite „vielleicht“. Alessia, fertig: „Bitte, bitte, bitte ich – ich will zu meiner Familie“. Abgewählt wurde: das Löwchen Maurice. Er nahm es, für seine Verhältnisse, mit Fassung. „Is okay!“ Sehen wir auch so. Oder, Lilly?

Heute geht es mit dem Halbfinale weiter um 20.15 Uhr auf RTL und RTL+

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