Erste GNTM-Männer-Folge: Naomi Campbell fragt „Wieso ziehen die sich immer aus?“

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Von : Larissa Vogler

Erste reine GNTM-Männer-Folge – „Wieso ziehen die sich immer aus?“, fragt Naomi Campbell

Erste ausschließlich männliche GNTM-Episode – Naomi Campbell fragt: „Warum entkleiden sie sich ständig?“

Zum ersten Mal erhalten männliche Nachwuchsmodels bei Heidi Klum eine eigene Plattform, und das für sechs Episoden. Im großen Auswahlverfahren präsentieren sich viele Kandidaten aus Berlin und Düsseldorf vor Heidi Klum und der Gastjurorin Naomi Campbell, wobei auffallend viele nackte Oberkörper und Sixpacks zu sehen sind, sehr zur Freude von Heidi Klum.

Das Modelgeschäft war bisher eine der wenigen Branchen, in denen Frauen auf der Überholspur zu sein schienen. Sie verdienen besser, haben mehr Jobmöglichkeiten und werden anders wahrgenommen – es scheint, als könnten sie zu Weltstars werden, ohne jemals in seltsamen Casting-Shows zu sitzen. Dies ist ein Irrglaube.

In der zweiten Episode der 20. Staffel von „Germany’s Next Topmodel“ (GNTM) demonstriert Heidi Klum, die große Innovatorin und Verfechterin der Vielfalt („Diversity“), dass Männer ebenso im Rampenlicht stehen können. Diese Episode, offiziell die erste der „Boys“-Reihe im Jahr 2025, wurde von einem „Galileo“-Moderator auf ProSieben auch als „Male Edition“ bezeichnet. Schon die Wahl der Gastjurorin, Naomi Campbell, deutet darauf hin, dass Männer eine bevorzugte Behandlung genießen – während die weiblichen Teilnehmer mit Leni Klum Vorlieb nehmen mussten. Könnte man dies als Rivalität unter Frauen interpretieren?

Mittwochabend heißt Männerabend.

Gleich zu Beginn betont Heidi, dass der Abend „sehr heiß“ werde, und fügt hinzu, dass ihr Ehemann Tom „zum Glück nicht eifersüchtig“ sei. Sie habe so viele „heiße Jungs“ unter den Bewerbern gesehen, dass die „Boys“ einfach „mehr Sendezeit verdient“ hätten. Deshalb erhalten sie sechs Folgen, bevor die letzten „Jungs“ zu den verbliebenen „Mädchen“ stoßen. Heidi Klum betont: „Schönheit kennt keine Grenzen. Wir feiern die Vielfalt verschiedener Looks.“

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Der Abend beginnt mit weniger Fokus auf „Diversity“ als bei der ersten Auswahl der Frauen, dafür mit mehr Vergnügen für Heidi beim Begutachten der neuen Talente. Dabei lässt sie Kommentare fallen, die einem Junggesellenabschied auf der Reeperbahn würdig wären, wie „Du hast viel zu viel an“ oder „Ich möchte noch einen Walk von dir sehen, aber diesmal ohne Shirt“. Naomi Campbell zeigt sich überrascht und fragt: „Warum ziehen die sich immer aus?“

In München hatten sich hundert Männer beworben, die in Gruppen von fünf den Laufsteg entlangschreiten, sich kurz vorstellen und teilweise erneut fotografiert werden, bevor Heidi und Naomi ihr Urteil fällen – nur die Hälfte kommt weiter. Naomi Campbell mahnt die Männer, dass sie nur eine Chance hätten, einen bleibenden Eindruck zu hinterlassen – „don’t waste this moment!“. Einige machen Scherze, andere Komplimente. Die meisten jedoch versuchen, ihre „Personality“ zu zeigen, indem sie ihre Shirts ausziehen.

Ein wenig Spaß muss sein.

Zwei Kandidaten treten zum zweiten Mal an, einer davon erfolgreich. Der andere, dessen Namen wir nicht nennen, hätte beim ersten Mal weiterkommen können, hätte er bei seiner Bank nachgefragt, ob er so lange Urlaub bekommen könnte. Diesmal hat er nachgefragt. Heidi bedauert: leider ein „Nein“.

Bester Satz: „‚Germany’s Next Topmodel‘ ist ja bekannt für eine gewisse Seriosität“, erkennt Ryan, 22, der bereits Erfahrung in Reality-TV-Datingformaten gesammelt hat, scharfsinnig. Auch Jonathan, 28, Content Creator und volltätowierter Reality-TV-Star, kommt weiter. Die Grenzen verschwimmen, auch wenn Heidi betont, dass sie das grundsätzlich nicht gerne sieht (aber bei diesen beiden eine Ausnahme macht, siehe „Personality“). Mark, 48, aus Dortmund, Schädlingsbekämpfer, Rampensau und Gelegenheitsmodel, wird von Klum abgelehnt: „Dann gehe ich eben ins Dschungelcamp.“ So schließt sich der Kreis.

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Zweitbester Satz: „Ich nehme mir weiter fest vor, dass ich wirklich fantastisch bin.“ Gabriel, 23, langmähniger „Artsy“-Architekturstudent mit ADHS-Vergangenheit, lebt seit drei Jahren in Zürich.

Drittbester Satz: „Wie man sehen kann, komme ich aus Berlin!“ Ein namenloser Kandidat, der auch keine Chance verdient hatte. Aus der Hauptstadt des alternativen Stils kamen gefühlt ein Drittel der Kandidaten, und fast so viele auch aus der zweiten „großen Modemetropole“ des Landes – Düsseldorf.

Und wie war das nun mit der „Diversity“?

Nicht weit her. Ein Kandidat versuchte es über die Plus-Size-Schiene, wurde nach dem „Walk“ immerhin noch fotografiert, um dann aber doch rauszufliegen, zwei, drei Ältere sind offenbar weiter, wurden aber keines Wortes oder eigener kleiner Geschichten gewürdigt. Ansonsten erfreuten sich Gastjurorin Campbell und vor allem Heidi sichtlich an knackigen Jungs zwischen 18 und 34 mit gut definierten Oberkörpern und -armen.

Während Heidi bei der Auswahl der Mädchen eine Kandidatin ernsthaft fragte, ob sie es immer noch für eine gute Idee halte, sich die vier chinesischen Schriftzeichen für die vier Elemente in zartem Rot, aber sichtbar zwischen Kehlkopf und Brustansatz zu tätowieren (auch Naomi Campbell betonte, sie habe kein einziges Tattoo), können die Männer gar nicht genug Tattoos haben. Bei Männern führt das Heidi unter: „Personality“.

Peinlichste Momente: Leonhard, 22, hochgewachsen, etwas verklemmt wirkend, stellt sich als „größter GNTM-Fan aller Zeiten“ vor und fängt erst einmal an zu weinen. Ein anderer Kandidat bringt ein DIN A4 großes Foto der „Familienringe“ auf den Laufsteg mit, die alle in seiner Familie tragen – weder will Heidi den Ring oder das Foto sehen noch ihn in der nächsten Runde.

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Irritation des Abends: Wenn in einer Show, in der jeder immer und jederzeit das schlimmste Denglisch „practised“, die Gastgeberin Heidi Klum ohne Irritation deutsch auf die nur englisch sprechende „gute Freundin“ Naomi Campbell einredet. Und die so tut, als ob sie es sofort verstünde.

Heute geht es mit Folge zwei der Frauen weiter, nächsten Mittwoch mit den Männern, jeweils um 20.15 Uhr auf ProSieben oder Joyn

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