Jobs erhöhen das Risiko für Seitensprünge: welche Berufe besonders anfällig sind

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Von : Johanna Feldner

Affäre: Sind diese Jobs Freifahrtscheine zum Fremdgehen?

Affären am Arbeitsplatz sind keine Randerscheinung: Mehrere Umfragen deuten darauf hin, dass intime Beziehungen zwischen Kolleginnen und Kollegen relativ häufig vorkommen – in manchen Branchen offenbar deutlich häufiger als in anderen. Warum das jetzt relevant ist: Betrifft nicht nur Privatleben, sondern auch Teamdynamik, Führungskultur und rechtliche Risiken für Unternehmen.

Wer den Großteil seiner wachen Zeit im Büro oder auf dem Betriebsgelände verbringt, lernt Menschen unter anderen Bedingungen kennen als im Freundeskreis oder in der Nachbarschaft. Das schafft Nähe – und damit Potenzial für mehr als nur berufliche Vertrautheit.

Eine von Viking beauftragte Erhebung des Instituts OnePoll unter 1.000 Erwerbstätigen in Deutschland zeigt, wie stark berufliche Nähe sein kann: 42 Prozent sagen, sie hätten bereits mit einer Kollegin oder einem Kollegen Dates gehabt, 32 Prozent wurden am Arbeitsplatz schon einmal geküsst, und 65 Prozent geben an, Kolleginnen oder Kollegen sexuell attraktiv zu finden.

Klaus Heer, Paartherapeut aus der Schweiz, ordnet diese Zahlen psychologisch ein: Gemeinsame Aufgaben, lange Schichten und wiederkehrende Begegnungen schaffe Bindungsgelegenheiten, sagt er. Daraus entstünden oft sympathische Verbindungen, die sich außerhalb des Büros weiterentwickeln könnten.

Wichtig: Die Studien liefern Indizien, keine Gesetze. Nicht jeder Mensch in den genannten Berufen geht fremd; Umfragen erfassen Selbstauskünfte und sind anfällig für Verzerrungen.

Welche Berufsgruppen häufiger genannt werden

  • Handwerk – laut einer Umfrage von Ashley Madison machten etwa 29 % der befragten verheirateten Männer Angaben, die auf eine Affäre im Kontext handwerklicher Berufe hindeuten.
  • Medizinisches Personal – Frauen aus dem Gesundheitsbereich (Ärztinnen wurden in einer der Auswertungen mit rund 23 % genannt) erscheinen in einigen Erhebungen häufiger in den Antworten.
  • Start-ups – sowohl Gründerinnen als auch Gründer tauchen wiederholt als Gruppe mit erhöhter Affärenhäufigkeit auf; Begründete Vermutung: enge Arbeitsphasen, intensive Teamkultur und ein Image, das Erfolg und Attraktivität verbindet.
  • Luftfahrt – Auswertungen von Plattformen wie Victoria Milan nennen Flugpersonal (Pilotinnen, Flugbegleiterinnen) mit Anteilen um die 15 % in bestimmten Stichproben.
  • Finanzbranche – in einigen Umfragen führen Frauen aus Banking/Finance die Liste der Nennungen an (zum Teil mit rund 21 %), was auf Status- und Gelegenheitsfaktoren zurückgeführt wird.

Diese Zahlen sind punktuelle Befunde aus unterschiedlichen Umfragen; sie variieren je nach Methodik, Zielgruppe und Land. Trotzdem lohnt sich der Blick auf Muster: Häufig genannt werden Berufe, in denen Menschen lange zusammenarbeiten, in wechselnden Schichten tätig sind oder mit hohem Status und Repräsentationsdruck auftreten.

Warum bestimmte Berufe anfälliger scheinen

Mehrere Mechanismen spielen zusammen: Zeitliche Nähe (gemeinsame Schichten oder lange Projekte), räumliche Nähe (gemeinsame Standorte), Hierarchie und Machtgefälle sowie die emotionale Belastung durch Stress. Bei Schichtarbeit oder Außendiensten entstehen neben praktischen auch diskrete Kontaktmöglichkeiten, die Affären begünstigen können.

Hinzu kommt die Rolle von Attraktivität und Aufmerksamkeit in Berufen mit hoher Kunden- oder Passagierfrequenz: Hier wirken äußere Faktoren, die das soziale Kapital erhöhen und Gelegenheiten schaffen.

Folgen für Unternehmen und Paare

Wenn persönliche Beziehungen am Arbeitsplatz entstehen, betrifft das nicht nur die Beteiligten. Teamklima, Entscheidungsprozesse und der Umgang mit Interessenkonflikten können darunter leiden. Besonders heikel sind Konstellationen mit direkter Vorgesetztenrolle, da sie Machtasymmetrien und rechtliche Probleme nach sich ziehen können.

Unternehmen tun gut daran, klare Verhaltensregeln, Anlaufstellen für Personalfragen und Schulungen zu Machtverhältnissen anzubieten. Offene Kommunikation und transparente Richtlinien verringern Risiken – sowohl für Beschäftigte als auch für die Organisation.

Aus partnerschaftlicher Perspektive betonen Fachleute, dass Stress, Zeitmangel und mangelnde Intimität zu Hause häufig eine Rolle spielen. Das erklärt, warum Beschäftigte mit langen, belastenden Diensten oder unsicheren Arbeitszeiten eher nach Nähe außerhalb der Partnerschaft suchen.

Was die Studien nicht leisten

Die berichteten Anteile stammen aus Meinungsumfragen und Mitgliederdaten von Dating-Portalen; sie bilden Tendenzen ab, keine kausalen Fakten. Regionale Unterschiede, verschiedene Erhebungszeiträume und die Selbstselektion der Teilnehmenden schränken die Aussagekraft ein.

Kurz gesagt: Die Zahlen geben Anlass zur Diskussion, nicht zur Verurteilung ganzer Berufsgruppen.

Praktische Hinweise für Beschäftigte und Führungskräfte

  • Unternehmen: klare Richtlinien zu Beziehungen am Arbeitsplatz festlegen und Konfliktlösungswege kommunizieren.
  • Führungskräfte: Machtgefälle erkennen und Situationen vermeiden, die zu Interessenkonflikten führen können.
  • Beschäftigte: Grenzen respektieren, Kommunikation offen halten und bei Bedarf HR oder externe Beratung suchen.

Erstveröffentlichung: Mai 2024.

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