Meghan Markle: Die unendliche Zerrissenheit ihres Daseins!

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Von : Larissa Vogler

Meghan Markle und die weiterhin klebrige Ödnis ihres Seins

Meghan Markle und die anhaltende Monotonie ihrer Existenz

Enttäuschung für diejenigen, die auf eine Erneuerung gehofft hatten: Die zweite Staffel von „With Love, Meghan“ wiederholt viele der bereits bekannten Unzulänglichkeiten – kaum überraschend, da sie zeitgleich mit der ersten Staffel produziert wurde. Dennoch lassen einige Veränderungen erahnen, in welche Richtung es zukünftig gehen könnte.

Schon die ersten 30 Sekunden der zweiten Staffel von „With Love, Meghan“ lassen jegliche Hoffnung schwinden. Erneut begrüßt das gleiche (gemietete) Schein-Idyll in Montecito die Zuschauer, mit einem perfektionierten Garten und sorgfältig angelegten Beeten. Im Inneren des Hauses findet sich dieselbe tadellose Landhausküche, in der die Gastgeberin mit ihrem strahlenden Lächeln selbst nach der chaotischsten Kochsession noch makellos erscheint. Und dann gibt es da noch Meghans alten Beagle Guy, der müde aus seinem Körbchen schaut.

Jene, die sich durch alle acht Folgen der ersten Staffel gequält haben, wissen spätestens jetzt, dass diese Staffel nicht der kreative Durchbruch für die Herzogin von Sussex sein wird. Denn Guy war bereits in den letzten Folgen der ersten Staffel nicht mehr präsent – er war verstorben. „Für Guy – In liebevoller Erinnerung“ stand am Ende der Staffel. Dass der Hund nun zumindest in den ersten Episoden der zweiten Staffel wieder lebendig erscheint, bestätigt die Annahme, dass beide Staffeln im Herbst 2024 in Kalifornien gedreht wurden.

Die erste Staffel war für Meghan – und somit auch für das Geschäftsmodell des abtrünnigen Ex-Royal-Paares – ein Fiasko: Sie schaffte es nicht einmal unter die Top 300 des Streaminganbieters im ersten Halbjahr, ebenso wenig wie Harrys „Polo“-Dokumentation.

Lange wurde über die Ausstrahlung der zweiten Staffel von „With Love, Meghan“ spekuliert – ebenso wie über die Verlängerung des Netflix-Vertrages. Es gab Berichte, dass das Paar in Montecito, Kalifornien, bereits eine Reihe von Angestellten entlassen musste, um die hohen Lebenshaltungs- und Sicherheitskosten zu decken. Auch Harrys vorsichtige Annäherungsversuche an das britische Königshaus sind vor diesem Hintergrund zu betrachten.

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Mitte August wurde schließlich die Fortsetzung der Zusammenarbeit zwischen Netflix und der Produktionsfirma Archewell Productions bekannt gegeben. Allerdings – und das wurde eher heruntergespielt – nicht mehr im Rahmen eines millionenschweren Exklusivdeals wie zuvor. Netflix sicherte sich lediglich ein „First-Look“-Recht auf zukünftige Produktionen des Hauses Sussex. Das bedeutet: Vorkaufsrecht ja, aber keine Abnahmeverpflichtung.

Kommen wir zurück zu Staffel zwei von „With Love, Meghan“. Sie wurde zusammen mit dem neuen Netflix-Deal Ende August angekündigt und heute – ohne großes Aufsehen – veröffentlicht. Die Staffel umfasst wieder acht Folgen à knapp 40 Minuten, spielt im bekannten Ambiente und ist in den ersten vier Episoden keinen Deut besser.

In diesen Folgen lädt Meghan erneut Freunde ein, die sie entweder noch nie oder, wie das Model Chrissy Teigen, seit vielen Jahren nicht mehr gesehen hat. Einzige Konstante bleibt ihr langjähriger Visagist Daniel, der auch diesmal wieder alles großartig finden muss und dabei stets so tut, als sei er völlig überrascht von dem, was offensichtlich penibel arrangiert wurde.

Auch der Rest ist zunächst wie gehabt: Meghan bastelt kleine Give-aways für ihre Gäste in ihrer Bastelstube oder bereitet kulinarische Kleinigkeiten für sie vor. Dann wird gemeinsam gekocht, und am Ende versichert man sich auf die allerklebrigste Art, was für einen einmaligen Tag man miteinander verbracht habe. Freundschaft fürs Leben – darunter machen es Meghan und ihre Gäste nicht. Vermutlich sieht man sich ohnehin nie wieder.

Das eigentliche Problem – jenseits der Glaubwürdigkeit solchen Überschwangs – ist jedoch: Man erfährt so gut wie nichts wirklich Substanzielles über die Gäste, die ohnehin kaum bekannt sind. Es handelt sich um Kochbuchautoren, Köche, Podcaster oder Schauspielerinnen aus Meghans Vergangenheit, denn im Mittelpunkt muss stets Meghan selbst stehen. Über ihr aktuelles Leben aber erfährt man ebenfalls herzlich wenig – offenbar ist, um es mit dem ehemaligen Fußballer und Hobbyphilosophen Thorsten „Kasalla“ Legat zu sagen, „echte Authentizität“ nicht erwünscht.

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Da zudem in diesem teflonartigen Umfeld auch keine Faszination für Genuss oder Kochen aufkommen kann, sind gerade die ersten vier Folgen vor allem eines: rasend öde. Angesichts des Kulturkampfes, der in den USA zwischen Liberalen und MAGA-Anhängern tobt – besonders in Kalifornien – wirkt diese Heile-Welt-Ästhetik noch entrückter als schon in Staffel eins.

Im American Football spricht man von „Adjustments“, also Anpassungen, wenn in der Pause eines Spiels die Trainer den „Game Plan“ ändern. Ohne das Personal großartig austauschen zu können, wirkt es danach oft wie ein völlig anderes Spiel. Die Macher der Doku haben ab Folge fünf offenbar Ähnliches versucht.

In den letzten vier Episoden geht es eindeutig stärker ums konkrete Kochen, die Protagonisten rücken mehr in den Vordergrund, und es gibt auch mehr Ausflüge in die Umgebung – zu einem Olivenbauern, einem Weingut oder auf den Fischmarkt von Santa Barbara. Es passiert deutlich mehr, und auch der Servicecharakter wird stärker betont.

Am besten die ersten vier Folgen skippen

In drei der letzten vier Folgen dürfen die eingeladenen Köche also nicht länger bloße Staffage sein, sondern wirklich das Heft in die Hand nehmen. Zum Glück handelt es sich dabei nicht mehr um beliebige „Chefs“, sondern um Menschen, zu denen Meghan tatsächlich eine persönliche Verbindung hat.

So etwa Clare Smyth, die sich in ihrem Londoner Restaurant „Core“ in Notting Hill drei Sterne erkochte – und für Harry und Meghan nicht nur das Hochzeitsmenü zubereitete, sondern die beiden schon zuvor regelmäßig als Gäste begrüßte. Oder die Kochbuchautorin Rhadi Devlukia und ihr Mann, der Podcaster Jay Shetty, die offenbar tatsächlich Freunde des Paares aus der Nachbarschaft sind. Wenn Rhadi, indischstämmig und in London aufgewachsen, ein veganes Süßkartoffel-Grüne-Bohnen-Curry mit Naan-Fladenbrot kocht oder Clare Smyth auf Sterne-Niveau einen Heilbutt zubereitet, dann entsteht erstmals so etwas wie echte Hitze in der Küche von Montecito.

Zum Abschluss schließlich tritt der spanische Koch José Andrés auf, der zusammen mit Meghan eine Paella für die Crew zaubert – und sich innerhalb weniger Minuten als Entertainer erweist, der die Show spielerisch an sich reißt.

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In diesen Folgen findet Meghan als staunende Assistentin, die hilft und nachfragt, zumindest kurzzeitig eine passende Rolle. Auch der am Ende jeder Episode eingeblendete QR-Code, der auf eine Netflix-Seite mit allen Rezepten verweist, ist ein sinnvolles „Adjustment“. Doch bei aller Liebe: So richtig retten können auch diese Anpassungen Meghans Serie nicht.

Spoiler-Service – was man über die Ex-Royals in der zweiten Staffel erfährt:

Meghan verliebte sich beim dritten Date mit Harry – einer fünftägigen Zelt-Safari in Botswana – in ihn. Harry war derjenige, der als Erster von Liebe sprach.

Meghans Familienklassiker ist Brathähnchen, das sie mindestens einmal pro Woche zubereitet (allein für den Kniff, wie sie die Haut besonders knusprig bekommt, lohnt sich doch das Schauen). Auch am Abend, an dem Harry ihr den Antrag machte, stand Brathähnchen auf dem Tisch. Deshalb durfte es später auch auf der Karte des Hochzeitsmenüs nicht fehlen – und wird auf Wunsch (wenn auch nicht offiziell auf der Karte) sogar in Clare Smyths Restaurant serviert. Harry hingegen mag keinen Hummer.

Die Kinder des Paares, Prinz Archie (6) und Prinzessin Lilibet (4), wünschen sich aktuell Katzen als Haustiere – und lieben French Toast zum Frühstück.

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